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 Betreff des Beitrags: @ Armin L-Theanine
BeitragVerfasst: Mo Nov 08, 2004 13:25 

Registriert: Do Feb 13, 2003 22:50
BeitrÀge: 364
Hallo Armin,

was ist von dieser AminosĂ€ure L-Theanine zu halten, die im GrĂŒntee vorkommt? Sie soll angeblich in einer Dosis von 200mg fĂŒr mentale Klarheit und Entspannung sorgen (erhöht angeblich die ALPHA Wellen im Gehirn). Ich habe schon öfters reinen GrĂŒntee probiert, aber nichts davon bemerkt. Kann es sein, dass das Coffein im GrĂŒntee diese Wirkung zunichte macht?


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: Mo Nov 08, 2004 14:15 

Registriert: Do Apr 08, 2004 8:41
BeitrÀge: 967
Wohnort: Stuttgart
Hab mal gegoogelt:

Zitat:
Theanin – eine Verbindung besonderer Art im Tee

Die Verbindung Theanin fand bisher nur wenig Beachtung in der wissenschaftlichen Literatur. Dieser Beitrag soll dazu dienen, die wesentlichen Eigenschaften des Theanins herauszustellen. Nicht nur der Geschmack des Tees wird maßgeblich durch diese Verbindung beeinflusst. Theanin hat zudem einen Einfluss auf das Zentralnervensystem. Die wohltuende beruhigende Wirkung einer Tasse Tee ist auf diesen Wirkstoff zurĂŒckzufĂŒhren. AbhĂ€ngig von der Dosierung und dem Coffeingehalt im Tee, kann aber auch eine anregende Wirkung erzielt werden.

...

Der typische Geschmack des grĂŒnen Tees stammt grĂ¶ĂŸtenteils von freien AminosĂ€uren, die in den BlĂ€ttern vorhanden sind. Darunter hat Theanin mengenmĂ€ĂŸig die grĂ¶ĂŸte Bedeutung. Es ist auch denkbar, dass Theanin die typische Note des grĂŒnen Tees verstĂ€rkt. Die aromatische Bandbreite reicht von leichter, duftiger SĂŒĂŸe ĂŒber rauchig, moosig bis hin zum Duft nach frischem Heu.


Theaningehalt in grĂŒnem bzw. schwarzem Tee

Beim Welkvorgang und bei der sich evtl. anschließenden Fermentation wird Theanin zum Teil abgebaut. Aus diesem Grund hat ein aus gleichem Ausgangsmaterial hergestellter grĂŒner Tee einen höheren Theaningehalt, als fermentierter schwarzer Tee. Der Theaningehalt der Pflanzen wird zudem durch die Tee-Klonen (genetisch einheitliche Nachkommensgruppe von Teepflanzen, die sich durch vegetative Vermehrung von einer zĂŒchterisch auffĂ€lligen Tee-Mutterpflanze herleiten) sowie den Kultivierungsbedingungen beeinflusst.

In einer Studie wurden Teeklone, die als typisches Material fĂŒr die Herstellung von grĂŒnem Tee (Sencha) angesehen werden, mit Klonen verglichen, die fĂŒr die Schwarzteemanufaktur besonders geeignet sind. TeeblĂ€tter zur Senchaerzeugung enthalten mehr GesamtaminosĂ€uren (und hier insbesondere Theanin), als BlĂ€tter von Schwarzteeklonen, die dafĂŒr höhere Gehalte an Flavonolen aufweisen. Die erste Ernte ergab Sencha bester QualitĂ€t. Hier war der Theaningehalt der BlĂ€tter höher als in BlĂ€ttern der zweiten und dritten Ernte (6).


Einfluss der Anbaubedingungen

Schattenspendende BĂ€ume in den Teeplantagen fĂŒhren im Vergleich zu nichtbeschatteten Anlagen zu einer Zunahme des Gehalts an freien AminosĂ€uren. Betroffen sind insbesondere Theanin und Coffein, wĂ€hrend der Gehalt an Flavonolen aufgrund der eingeschrĂ€nkten Assimilation von Kohlenstoff in den BlĂ€ttern zurĂŒck geht.


Beeinflussung durch Röstung

Bei stĂ€rkerer Erhitzung zum Ende der GrĂŒnteeherstellung (Pan-firing z.B. auf 200 °C fĂŒr zehn Minuten, chinesischer grĂŒner Tee, Kamairicha) werden Röststoffe gebildet, die in kleineren Mengen auch in Sencha enthalten sind. Furane, Pyrazine und Pyrrole werden aus freien AminosĂ€uren und Zuckern gebildet und verleihen dem GetrĂ€nk einen typischen Röstgeschmack. Aus Theanin und Glucose werden in Spuren Furfural, 2-Acetylfuran, 2-Methylpyrazin, 2,5-Dimethylpyrazin, Trimethylpyrazin, Äthylpyrrol u.a. gebildet, wĂ€hrend aus Theanin und Xylose 5-Methylfurfurol, Furfurylalkohol und 1-Äthylpyrrol-2-Aldehyd entstehen (7,8).


Physiologische Wirkungen von Theanin

Kimura hat bereits 1971 beobachtet, dass Theanin das Zentralnervensystem von MĂ€usen beeinflusst. Eine Steigerung der SpontanaktivitĂ€t der Tiere nach Coffeingaben wurde gehemmt, wenn Theanin verabreicht wurde. Dieses Ergebnis wurde durch neuere Studien bestĂ€tigt. Bei Untersuchungen an Ratten wurde festgestellt, dass eine stimulierende Wirkung von Coffein bei einer in vivo Dosis von mehr als 5 ”mol/kg KG (1 mg/kg) eintritt, die encephalographisch (EEG) nachweisbar ist. Diese Dosis kann als Grenzwert der Wirkung fĂŒr Coffein als Stimulant angesehen werden. Dieser Effekt wird durch die Gabe von mindestens 5 ”mol/kg KG Theanin (0,78mg/kg) inhibiert. Wahrscheinlich wirkt Theanin antagonistisch gegen die Coffeinstimulierung und zwar im molaren VerhĂ€ltnis. Andererseits löst eine kleinere in vivo Gabe von Theanin ohne Coffein eine anregende Wirkung aus, d.h. Theanin kann – dosisabhĂ€ngig – unterschiedlich wirken (9).

Orale Gaben von Theanin an Ratten fĂŒhrten zu einer Abnahme des Gehalts an Serotonin und zu einer Zunahme von Catecholaminen im Gehirn der Tiere (10).
Untersuchungen an Studentinnen haben gezeigt, dass Theanin auch bei Menschen einen Einfluss auf das Zentralnervensystem hat. Die Aufnahme von Theanin konnte das Wohlbefinden der Probandinnen verbessern. Die acht Probandinnen wurden nach ihrem Verhalten (Ă€ngstlich bzw. nicht zu erschĂŒttern) in zwei Gruppen eingeteilt und encephalographisch untersucht. Gaben von 200mg Theanin in 100 ml Wasser fĂŒhrten zur Ausbildung von alpha-aktiven Wellen in Hinterhaupt- und seitlichen Scheitel- Bereichen. Die IntensitĂ€t der Wellen war bei den Ă€ngstlichen Personen viel ausgeprĂ€gter als bei den weniger Ă€ngstlichen. Aufgrund dieser Ergebnisse wird die Möglichkeit diskutiert, Theanin als „beruhigende“ Komponente Lebensmitteln oder GetrĂ€nken zuzusetzen (11).

Ein weiterer Effekt ist die Hemmung der Lipidperoxidation von LDL. Diese erfolgt in einem Modellsystem hauptsĂ€chlich durch die Polyphenolfraktion im grĂŒnen Tee. Einen deutlichen, jedoch weit schwĂ€cheren antioxidativen Effekt besitzt Theanin, wĂ€hrend Coffein keine antioxidative Wirkung zeigt (12).


Schlussbemerkung

Theanin ist auf unterschiedliche Weise am hohen Genusswert des Tees beteiligt. Der typische Tee-Geschmack wird unter anderem durch das Theanin hervorgerufen. Zudem ist es fĂŒr die wohltuend beruhigende oder sanft belebende Wirkung des Tees verantwortlich.



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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: Mo Nov 08, 2004 17:34 

Registriert: So Jan 16, 2000 1:01
BeitrÀge: 8487
Hallo,

das stimmt, ist aber schweineteuer und nicht so effizient wir Tryptophan.
Hab mich mal vor ein paar Jahren damit beschÀftigt und als ich die Preise gesehen habe, gleich aus dem gedanklichen Produktprogramm gestrichen.

Armin


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