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 Betreff des Beitrags: @Armin: Was h√§lst du von cort-block von bms?
BeitragVerfasst: So Sep 04, 2005 11:27 

Registriert: So Sep 04, 2005 11:19
Beiträge: 137
Wohnort: fulda
hallo armin!
ich bin neu hier und trainier schon seit 5 jahren.hab in der zeit 20 kg muskeln zugelegt.jetzt zu meiner frage:kennst du cort-block von bms?es soll √ľbertraining verhindern.was h√§lst du davon?ich bin 4x die woche trainieren und da w√§re das nicht schlecht oder?habt ihr von peak eigentlich auch so etwas in der art?


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: So Sep 04, 2005 12:48 

Registriert: So Jan 16, 2000 1:01
Beiträge: 8487
Hallo,

zu anderen Firmen bzw. deren Produkte m√∂chte ich nichts sagen, nur in Ausnahmef√§llen wenn die Kundenverarschung √ľbertrieben wird, kann ich mich manchmal nicht z√ľr√ľckhalten und gebe dann doch einen Kommentar ab.

Das von dir angesprochene Produkt basiert auf Phosphatidylserin (kurz PS). Dar√ľber wurde im Forum hier schon √∂fters diskutiert , bitte benutze die Suchfunktion.

PS setze ich nicht in einer Sportler-Linie ein, da die Preis-Leistungs-Effizienz nicht gut ist, dh. die Effekte sind minimal (du brauchst mindestens 800 mg PS um √ľberhaupt erst mal eine und dann noch kleine Wirkung zu erzielen) und PS ist teuer, man kann sein Geld als Sportler besser anlegen.

PS ist andererseits in einer Health Linie schon interessant und zwar als Mental oder Brain Substrat und so werde ich es auch einsetzten - im Sport finde ich es uninteressant, daher ist es nicht in der Peak-Sports-Line.

Zu PS als Cortisolblocker mu√ü man, abgesehen davon das PS, wie schon erw√§hnt nicht besonders effektiv und teuer ist, erst einmal √ľberlegen ob es √ľberhaupt sinnvoll ist Cortisol zu blocken. Immerhin ist Cortisol notwendig um Entz√ľndungen und Allergien zu unterdr√ľcken und nicht umsonst synthetisiert der K√∂rper gerade bei Belastung die of Entz√ľndungen nach sich zieht, mehr Cortisol. Es macht ja nicht allzuviel Sinn, zB. starke effektive Medikamente als Cortisolblocker einzusetzten um den katabolen Zustand k√ľrzer zu halten und dann nach kurzer Zeit vor lauter Gelenkschmerzen nicht mehr trainieren zu k√∂nnen.
Oft ist es auch bei Sportlern sogar interessant, die Cortisolsynthese etwas anzuregen und die Cortisolrezeptoren etwa durch Curcumin ect. zu sensibilisieren um Gelenk und Muskelschmerz auf nat√ľrliche Weise zu bek√§mpfen.
Wenn man sich die negativ √ľber Cortisol berichtende Literatur mal genau ansieht, wird von "supraphysiologic quantities of cortisol" oder von "Hypercortisolema" gesprochen. Die in sochen F√§llen exorbitant hohem cirkulierenden Cortisolmengen sind nat√ľrlich als negativ zu betrachten (beschleunigen Alterserscheinungen, sind katabol, f√ľhren zu Muskelschw√§che, Osteoporose usw). Diese Argumente aber auf ein noch so intensives sportliches Training (wo, wie gesagt der Organismus nicht umsonst h√∂here Cortisolmengen, die aber normalerweise nicht als exorbitant hoch zu sehen sind, erzeugt) zu √ľbertragen ist schon etwas an den Haaren herbeigezogen. Nat√ľrlich kann man (wie fast bei allem) etwas konstruieren um PS oder was auch immer zu verkaufen, so kann man wie in einer Studie 17 junge M√§nner 2 Tage aufs Fahrrad setzen und bis zu umfallen strampeln lassen um den Cortisollevel dann am Schlu√ü wenn sie vor lauter Schw√§che kaum noch von den R√§dern herunterkrabeln k√∂nnen, auf 10-fache vom normalen Wert hochzutreiben, aber mit einem 1 st√ľndigem Krafttraining hat das nicht allzu viel zu tun.
Im √úbrigen m√∂chte ich mal sehen, was passiert w√§re, wenn man diesen 17 M√§nnern dann medikament√∂se Cortisolblocker gegeben h√§tte, wahrscheinlich h√§tten sie die n√§chsten 3 Wochen vor lauter Muskel- und Gelenkschmerz im Bett liegen m√ľssen.

Um die Sache noch mehr zu vertiefen mu√ü man wissen, dass neben PS eine Reihe von nat√ľrlichen teils N√§hrsubstraten Cortisol minimieren kann.
Darunter fallen zB. Whey Protein, Acetyl L Carnitin, Testosteron, CLA, Omega 3 Fettsäuren, Magnesium, Chrysine, Ipriflavone, Vitamin A und auch Vitamine C und einige Adaptogene wie Ginseng, Horny Goad Weat und Rhodea Rosea.

Letztendlich denke ich, dass man das Cortisolproblem in der sportlichen Praxis (bis auf vielleicht wenige Ausnahmen im Ausdauerh√∂chstleitungsbereich) vernachl√§ssigen kann. Ein ordentliches Training gepaart mit einer guten Post-Workout-N√§hrstoffversorgung (etwa Createston) zieht Testosteron und Insulin hoch und vertreibt (wenn sie √ľberhaupt da sind) √ľbergro√üe Cortisolmengen ganz nat√ľrlich. Das Geld f√ľr soche Substrate zu verwenden ist viel interessanter, sie dienen prim√§r der schnellen Regeneration und dem Aufbau und l√∂sen das Cortisolproblem ganz nebenbei.

Armin


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BeitragVerfasst: So Sep 04, 2005 13:19 

Registriert: So Sep 04, 2005 11:19
Beiträge: 137
Wohnort: fulda
danke armin f√ľr die schnelle antwort.ich kaufe im moment nur produkte von peak.zwar nicht direkt aber von einem wiederverk√§ufer.als n√§chstes hab ich mir anabolic protein und bcaa`s bestellt.ich finde peak klasse und das preisleistungsverh√§ltnis ist auch spitze.macht weiter so.
gr√ľsse aus fulda


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BeitragVerfasst: Mo Sep 05, 2005 10:25 

Registriert: Mi Feb 23, 2005 10:39
Beiträge: 516
Wohnort: Bondorf
Großes Lob an Armin ,.... erschöpfende Antwort ,... einfach Klasse


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BeitragVerfasst: Mo Sep 12, 2005 10:37 

Registriert: Do Mär 16, 2000 1:01
Beiträge: 282
Naja, dass Cortisol ein wichtiges Hormon darstellt, dass man nicht ohne weiteres extrem unterdr√ľcken sollte, ist sicher absolut nachvollziehbar.
Und nun aber mein Veto:

Zitat:
Wenn man sich die negativ √ľber Cortisol berichtende Literatur mal genau ansieht, wird von "supraphysiologic quantities of cortisol" oder von "Hypercortisolema" gesprochen.

Das stimmt so nicht ganz.
Um f√ľr ein Bsp. zu sorgen, zitiere ich mal Di Pasquale (Amino Acids and Proteins for the Athlete)...
Zitat:
"Even mild elevations in serum cortisol within the physiological range can increase the plasma glucose concentration and protein catabolism within a few hours in healthy individuals."


Oder Volek (Influence of Nutrition on Responses to Resistance Training)...
Zitat:
...one study showed that carbohydrate intake during an acute bout of resistance exercise significantly blunted the cortisol response (56). This study further showed that the reduction in postresistance exercise cortisol was significantly related to increases in muscle fiber hypertrophy.


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BeitragVerfasst: Mo Sep 12, 2005 18:42 

Registriert: So Jan 16, 2000 1:01
Beiträge: 8487
Hallo,

das hat Di Pasquale mehrmals geschrieben u.a. auch in Muscle Media 1998, allerdings ist das nur eine Behauptung und eine Studie zum Beweis fehlt.

Wo hat Volek seinen Artikel veröffentlicht und was ist (56)?

Unabhängig davon, dass man die Studien immer ganz genau lesen und nachvollziehen muss um zu erkennen ob und wie sie sich PRAKTISCH AUSWIRKEN will ich noch folgendes anmerken:

1.
Nach Volek sollte man Kohlenhydrate während der Trainingsbelastung nehmen um die Coritsol Response "abzustumpfen" (blunted), was wohl "drosseln" bedeuten soll.
Folgerung: Kohlenhydrate sind Cort Blocker!

2.
Nach Di Pasquale steigt durch leichte Cortisolerhöhung die Blutplasma-Glucose-Konzentration.
Ist das nun gut oder schlecht - insbesonders wenn man die obige Aussage betrachtet?
Ausserdem auch steigt auch der Protein Katabolismus , aber der findet auch allein durch die Trainingsbelastung statt - und diese f√ľhrt auch zu einer Cortisolerh√∂hung (Pasquales Artikel bezieht sich ja auf Sport).
Es wäre auch zu klären was Proteinkatabolismus PRAXISCH BEDEUTET , das muss noch lange nicht Muskelabbau oder langsamer Muskelaufbau sein.

Ich will jetzt nicht seitenlang herumschreiben sondern abgek√ľrzt festhalten, dass ich ziemlich alles was es an seri√∂sen Studienmaterial gibt, durchgearbeitet habe (habe mich ja mal mit Cortisol-Blockern als Supplement besch√§ftigt).

Bei oberfl√§chlicher Betrachtung gibt es so viele Widerspr√ľche in der Literatur, dass man am liebsten alles wegwerfen w√ľrde (oben sind zB. Kohlenhydrate gut, nach Fr√ľhewald und Schulte sind sie schlecht usw usw.).

Letzendlich mu√ü man aber das logisch zusammen betrachten und dann komme ich zu den Ausf√ľhrungen, die ich fr√ľher gepostet habe.

Über intensives Training - Cortisol gibt es vor allem die sehr gut Studie von Urhausen et al und das wurden die Radfahrer ganz schön geschlaucht.


Armin


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BeitragVerfasst: Di Sep 13, 2005 10:18 

Registriert: Do Mär 16, 2000 1:01
Beiträge: 282
Armin hat geschrieben:
Hallo,

das hat Di Pasquale mehrmals geschrieben u.a. auch in Muscle Media 1998, allerdings ist das nur eine Behauptung und eine Studie zum Beweis fehlt.

Im besagten Buch bezieht er sich auf folgende Literatur (hab sie selbst noch nicht gelesen):

Simmons et al.: Increased proteolysis: an effect of increases in plasma cortisol within the physiological range. J Clin Invest 1993; 92(5):2283-90.

Shamoon et al.: The influence of acute physiological increments of cortisol on fuel metabolism and insulin binding in monocytes in normal humans. J Clin Enocrinol Metab 1980; 50:495-501.

Abgesehen davon k√∂nnte man sich noch √ľber die Aussagekraft des Testo/Cortisol-Verh√§ltnisses streiten. Es gibt zumindest einige Hinweise daf√ľr, das dies als √úbertrainingsmarker eine Rolle spielen k√∂nnte bzw. als Marker f√ľr ein anaboles bzw. kataboles Millieu herangezogen werden kann.
Ebenfalls wird z.B. diskutiert, dass die Cortisol-Antwort auf exzessives Ausdauertraining einen urs√§chlichen Faktor f√ľr eine unterdr√ľckte Hypertrophiereaktion darstellen k√∂nnte.
Bsp.:
Kraemer et al.: Compatibility of high-intensity strength and endurance training on hormonal and skeletal muscle adaptations. J Appl Physiol. 1995 Mar;78(3):976-89.

Kraemer/Ratamess: Hormonal Responses and Adaptations to Resistance Exercise and Training. Sports Med 2005; 35 (4): 339-361.



...................

Zitat:
Wo hat Volek seinen Artikel veröffentlicht und was ist (56)?

Veröffentlicht in: Med Sci Sports Exerc. 2004 Apr;36(4):689-96
56: Tarpenning et al.: Influence of weight training exercise and modification of hormonal response on skeletal muscle growth. J. Sci. Med. Sport 4:431-446, 2001.


Zitat:
1.
Nach Volek sollte man Kohlenhydrate während der Trainingsbelastung nehmen um die Coritsol Response "abzustumpfen" (blunted), was wohl "drosseln" bedeuten soll.
Folgerung: Kohlenhydrate sind Cort Blocker!

2.
Nach Di Pasquale steigt durch leichte Cortisolerhöhung die Blutplasma-Glucose-Konzentration.
Ist das nun gut oder schlecht - insbesonders wenn man die obige Aussage betrachtet?

Vorsicht: Man muss hier ganz klar zwischen exogen zugef√ľhrten Carbs und der, durch Cortisol-induzierte, Gluconeogenese unterscheiden!
Gerade durch die exogene Zufuhr von Glukose wird der Cortisolbedarf bzw. der Bedarf f√ľr Gluconeogenese (aus AS) verringert.

...............

Zitat:
Ausserdem auch steigt auch der Protein Katabolismus, aber der findet auch allein durch die Trainingsbelastung statt - und diese f√ľhrt auch zu einer Cortisolerh√∂hung (Pasquales Artikel bezieht sich ja auf Sport).
Es wäre auch zu klären was Proteinkatabolismus PRAXISCH BEDEUTET , das muss noch lange nicht Muskelabbau oder langsamer Muskelaufbau sein.

Richtig, da stimme ich Dir zu. Es kommt immer auf das Verhältnis von trainingsinduziertem Katabolismus und Regenerationskapazität an. Man darf das eine nicht isoliert vom andern betrachten.

By the way: Neben der ganzen Katabolismus-Frage haben stress-induzierte Cortisolerhöhungen noch einen ganz anderen negativen Effekt (hier könnten Cort-Blocker auch hilfreich sein):

Zitat:
Obes Rev. 2001 May;2(2):73-86.

Do stress reactions cause abdominal obesity and comorbidities?

Bjorntorp P.

Department of Heart and Lung Diseases, Sahlgren's Hospital, University of Goteborg, Sweden. Per.Bjorntorp@hjl.gu.se

'Stress' embraces the reaction to a multitude of poorly defined factors that disturb homeostasis or allostasis. In this overview, the activation of the hypothalamic-pituitary-adrenal (HPA) axis and the sympathetic nervous system have been utilized as objective measurements of stress reactions. Although long-term activation of the sympathetic nervous system is followed by primary hypertension, consequences of similar activation of the HPA axis have not been clearly defined. The focus of this overview is to examine whether or not repeated activation of these two stress centres may be involved in the pathogenesis of abdominal obesity and its comorbidities. In population studies adrenal hormones show strong statistical associations to centralization of body fat as well as to obesity. There is considerable evidence from clinical to cellular and molecular studies that elevated cortisol, particularly when combined with secondary inhibition of sex steroids and growth hormone secretions, is causing accumulation of fat in visceral adipose tissues as well as metabolic abnormalities (The Metabolic Syndrome). Hypertension is probably due to a parallel activation of the central sympathetic nervous system. Depression and 'the small baby syndrome' as well as stress exposure in men and non-human primates are followed with time by similar central and peripheral abnormalities. Glucocorticoid exposure is also followed by increased food intake and 'leptin resistant' obesity, perhaps disrupting the balance between leptin and neuropeptide Y to the advantage of the latter. The consequence might be 'stress-eating', which, however, is a poorly defined entity. Factors activating the stress centres in humans include psychosocial and socioeconomic handicaps, depressive and anxiety traits, alcohol and smoking, with some differences in profile between personalities and genders. Polymorphisms have been defined in several genes associated with the cascade of events along the stress axes. Based on this evidence it is suggested that environmental, perinatal and genetic factors induce neuroendocrine perturbations followed by abdominal obesity with its associated comorbidities.


PS: Im Bezug auf Testosteron findet man in der Literatur √ľbrigens auch vorrangig Artikel, die von einer anabolen Wirkung im Zusammenhang mit supraphsiologischen Testo-Dosen sprechen. Und dennoch bin ich der Meinung, dass auch Manipulationen innerhalb physiologischer Grenzen sinnvoll ist (zumal es hierf√ľr durchaus auch deutliche Hinweise gibt).


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BeitragVerfasst: Di Sep 13, 2005 13:03 

Registriert: So Jan 16, 2000 1:01
Beiträge: 8487
Hallo,
im Wesentlichen sind wir mit unseren Meinungen gar nicht weit entfernt voneinander.

Ich komme in nächster Zeit nicht dazu Simmons und Shamoon zu lesen. Wenn du es tun willst, bitte gib mir bescheid was du rausgefunden hast.

Meine Vermutung (und da bin ich ziemlich sicher) ist, dass man beide Studien nicht soooo einfach wie Di Pasquale (der vielleicht einen Cort Blocker promoten wollte) auf Muskelwachstum bzw. Muskelabbau √ľbertragen kann Oft machen die Amis und Kanadier es sich da leicht etwa nach dem Motto " wie man leicht sieht"... aber in Wirklichkeit ist das nur ein Geschw√§tz damit man nicht genau hinschaut und einfacht die Behauptung akzeptiert).

So wie ich dein voriges Posting deute stimmst du mir hier auch weitgehend zu.
Ich habe eine Menge Studien mit "increased proteolysis" gefunden, aber nur EINEN einigermassen wirklich ernst zu nehmenden Bericht (nicht mal durch Studien definitiv untermauert ) wo wirklich von Muskel Protein die Rede ist (Kaplan, Norman in Textbook of Endocrine Physiology 1996).
Verzeihe, aber die Bodybuilding-Trivial-Literatur nehme ich nicht ernst!!!
Hier wird ausdr√ľcklich auf "supraphysiologic quantities" hingewiesen und im Detail betrachtet bezieht sich die Abhandlung auf zus√§tzlich zur endogenen Colesterolproduktion noch √ľber einen l√§ngeren Zeitraum exogen verabreichtes medikament√∂ses Cortison.

Nun, dass Cortison auf lange Zeit nicht gerade anabol ist und das Gelenkgewebe "m√ľrbe" macht, ist jedem Arzt bekannt, das braucht keiner neuen Studie (√ľbrigens ist ja das Problem hierbei, dass es exogen gegeben wird, dh. ohne jegliches ablaufen anaboler Prozesse, wie etwa bei einer trainingsinduzierten nat√ľrlichen Cortisonaussch√ľttung, agiert).

Das endogenes Cortisol Proteine in der Leber zu Glycogen UND FREIEN AMINOS√ĄUREN (letzteres wird bei der Bodybuldingliteratur gern vergessen) "downbreaked" ist auch bekannt.

Das hei√üt aber wie gesagt noch lange nicht dass Muskelprotein abgebaut wird und DAS SAGT NOCH NICHT EINMAL DASS DAS UNBEDINGT KATABOL AUF DIE MUSKULATUR WIRKT (eventuell wirkt das sogar IN GEWISSEN MENGEN anabol, denn was n√ľtzt ein intaktes Protein an einer Stelle, wenn wo anders gewisse Aminos√§uren und/oder Glycogen viel dringender gebraucht werden - untersch√§tzen wir mal hier unseren Organismus nicht - immerhin war er clever genug uns zur f√ľhrenden Spezies zu machen).

Letzendich macht es sicherlich die MENGE wobei nat√ľrlich ganz klar ist, dass zu viel Cortisol sch√§dlich ist, aber was ist zu viel, was ist zu wenig und was ist optimal????
Diese Frage ist wohl kaum zu beantworten, das ja die Leber je nach Blelastung und nach Ern√§hrungszustand sowohl Glucogen als auch Aminos√§uren (und vieles andere) in entsprechenden Mengen speichert bzw. diese Substrate w√§hrend der Belastung oral verzehrt bzw. zugef√ľhrt werden k√∂nnen (was wir ja mit Glucose, Amino Anabol ect. tun).

Nat√ľrlich ist das Testosteron/Cortisol Verh√§ltnis, ja nicht nur das, sondern die jeweiligen Level ein Marker f√ľr √úbertraining. Ob das dann aber mit einem Cortisol-Blocker wie PS erledigt ist, wage ich --- sicherlich in Einklang mit dir --- mehr als nur zu bezweifeln. Im Gegenteil, ich bin ziemlich sicher, dass man die Hauptursachen f√ľrs √úbertraining suchen und bek√§mpfen mu√ü und der Natur nicht durch einen Cort Blocker (der als PS sowieso kaum was bringt) ins Handwerk pfuschen bzw. an einzelnen Syptomen herumbasteln sollte.

Alles in einem haben wir hier wieder einen der √ľblichen F√§lle bei dem man mit Studien und deren beliebiger (Fehl-) Interpretation alles m√∂glich als gut oder schlecht bezeichnen kann.

Lassen wir das die Amerikaner oder PS Verkäufer tun, aber wir sollten mit dem notwendigen Menschenverstand die Sache als Gesamtheit betrachten und uns nichts aus dem Zusammenhang herausreissen, nur um etwas zu behaupten oder zu verkaufen.

Armin


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BeitragVerfasst: Di Sep 13, 2005 13:37 

Registriert: Do Mär 16, 2000 1:01
Beiträge: 282
Armin hat geschrieben:
Meine Vermutung (und da bin ich ziemlich sicher) ist, dass man beide Studien nicht soooo einfach wie Di Pasquale (der vielleicht einen Cort Blocker promoten wollte) auf Muskelwachstum bzw. Muskelabbau √ľbertragen kann


...glaube ich nicht. Er schreibt z.B. √ľber PS durchaus zur√ľckhaltend und teilweise mit Dir √ľbereinstimmend:
Zitat:
...PS may be of benefit and could be included in the supplement stack - 1 to 2g could be used prior to each training session. One caveat, there may be an increase in training soreness, stiffness, and injuries secondary to the cortisol reduction. The benefits-to-risk ratio should be considered when using these compounds.


...bzw. an anderer Stelle:
Zitat:
...PS may increase the anabolic response to exercise although more research needs to be done to see if the decrease in cortisol translates into increased protein synthesis and lean body mass gains.


Gruß

PS: Im √ľbrigen finde ich es prima, dass Du bez√ľglich PS eine kritische Sichtweise bewahrst. Ich muss aber gleichzeitig sagen, dass mir die selbe Herangehensweise in anderen Bereichen zu kurz kommt. Ich denke hier z.B. an Pinitol (ich kenne nach wie vor keine Studie, die den Nutzen von Pinitol f√ľr Bodybuilder einergema√üen handfest belegen w√ľrde).


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BeitragVerfasst: Di Sep 13, 2005 18:32 

Registriert: So Jan 16, 2000 1:01
Beiträge: 8487
Hallo,

ich bin eigentlich immer skeptisch, manchmal zu skepisch.

Das trifft bzw. traf auch auf Pinitol und auch auf Ecdysteron zu.

Zu Pinitol gibt es zwar ziemlich viel √ľber Insulin, Diabetes usw. aber das hei√üt nicht unbedingt dass es auch f√ľr Creatine und Aminos als Transportmatrix taugt.
Es gibt in der Tat nur eine kleine Studie (ich glaube mit 18 Athleten) bei der Pinitol zusammen mit Creatine als positiv getestet wurde (die habe ich glaube ich auch hier im Forum und im Katalog schon mehrfach erwähnt).

√úbrigens gibt es auch zu Amino Anabol bzw. BCAA¬īs nichts wirklich umwerfendes an Studienmaterial bzw. es gibt fast genau so viele positive wie negative Studien bez√ľglich BCAA¬īs und Anabolismus bzw. Katabolismus.

Zu Beta Ecysteron gibt es 2 oder 3 sehr positive Studien bez√ľglich Muskelaufbau, denen ich aber nicht unbedingt die notwendige neutralit√§t bei der Durchf√ľhrung zutraute (immerhin haben alle drei den Zweck BE zu promoten - auch wenn das nicht offensichtlich ist, zeigen doch die Quellen, dass da ein BE Verkauf dahinter steckt).

Alles in einem sind alle Studien f√ľr mich nicht viel mehr als eine Aufforderung die als MEHR ODER WENIGER GUT beschriebene Substanz in der Praxis auszutesten.... und was dabei heraus kommt ist f√ľr mich entscheidend.

Bei Phosphaditylserin ist nichts herausgekommen.
Pinitol war sehr sehr zufriedenstellend.
Beta Ecdysteron war so √ľberraschend gut, dass ich die Ergebnisse zuerst nicht glauben wollte.
Die BCAA¬īs liegen ungef√§hr auf dem Pinitol Level.

Bei Pinitol hat man halt nur das Problem, dass seine Wirkung um so signifikanter erkennbar ist, je weniger Kohlenhydrate man zuf√ľhrt.
Ist man mit den Kohlenhydraten hoch, dann bringt Pinitol nichts, da es ja sogar mit dem carboinduzierten Insulin konkurriert.
Zus√§tzlich ist es dann noch so, dass Kohlenhydrate und Whey oder Anabolic Protein zusammen ja auch mehr Insulin erzeugen als Kohlenhydrate allein, dh. Pinitol wird in der Praxis wohl kaum seine volle Poteinz ausspielen k√∂nnen, es sei denn man reduziert Kohlenhydrate und schnelles Protein (was unvern√ľnftig w√§re).

Auf der anderen Seite ist Pinitol f√ľr alle jenen, die aus Figurgr√ľnden mit Kohlenhydraten sparen m√ľssen, ideal zur Optimierung der Zelltransportwirkung, denn mit Pinitol kann man beim Verzehr weniger Kohlenhydrate (aber viel Protein) genau die Transportwirkung erzielen wie einer der sich mit Dextrose ect. vollstopfen kann.

Bei den anderen o.g. Substanzen also bei BE, BCAA¬īs aber auch bei Protein, anderen Aminos, Creatine usw. ist es so, dass sie durch hohen Kohlenhydratverzehr nichts an Wirkung einb√ľssen, im Gegenteil wirken durch eine Kohlenhydratmast sogar noch besser als alleine - bei Pinitol ist das halt wie gesagt gerade umgekehrt.

Armin


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