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100km Ultramarathon ohne Vorbereitung - Bewährungsprobe für Viola Schulz

Hallo liebe Blogleserinnen und liebe Blogleser,

Viola Schulz 100 Kilometer Laufnachdem Viola Schulz mit ihrer Teilnahme an der Frühjahrssaison 2014 erfolgreich in der Bikini-Klasse des DBFV e.V. debütierte, ging die einstige Ausdauersportlerin nun wieder als Ultramarathoni an den Start. Da eine standesgemäße läuferische Vorbereitung aufgrund der Bikini Wettkämpfe nicht möglich war, galt der Ultramarathon im Rahmen der Ulmer Laufnacht als echte Bewährungsprobe.

Im nachfolgenden Blog berichtet Viola über diesen 100 Kilometer langen Härtetest durch Nacht und Tag.

100km Ultramarathon ohne Vorbereitung – Bewährungsprobe für Viola Schulz

von Ultramarathonläuferin Viola Schulz

Hallo liebe Blogleserinnen und liebe Blogleser,

es ist 22:50 Uhr und ich stehe mit ca. 100 weiteren Ultraläufern an der Startlinie der Ulmer Laufnacht. Es herrscht eine angespannte Ruhe und alle scheinen gut drauf zu sein. Auch ich bin sehr gelassen, checke noch schnell meine Ausrüstung: MP3-Player da, Salztabletten da, Tempos da, Trinkblase gefüllt, Riegel von PEAK dabei, BCAAs da und auch die Koffein Caps sind für den Notfall dabei. Ich fröstel ein wenig, da es in dieser Nacht leider nur 10 Grad über Null hat, aber das wird sich bald legen. Musik von Vangalis 1492: Conquest of Paradise Theme setzt nun ein und ich bekomme Gänsehaut! Auf einmal gehen Feuerwerksraketen hoch und der Startschuss fällt. Langsam beginnt sich der Wurm aus Läufern mit  Stirnlampen in Bewegung zu setzen und da es erstmals eine halbe Runde ums Stadion geht, kann man gut die vielen Läufer vor sich erkennen, die nur einen Lichtkegel von sich geben und im Vordergrund des wunderschönen Feuerwerkes zu sehen sind. Schon alleine wegen dieser Startatmosphäre lohnt sich die Teilnahme.

Die ersten 20 Kilometer

Langsam trabe ich los und genieße die Anfeuerungsrufe der Zuschauer sowie das Lichtspektakel in vollen Zügen. Die ersten paar Kilometer muss ich sehr langsam laufen, da die Wege eng sind und die vielen Läufer noch dicht aneinander laufen. Doch schon nach ca. 8 km zieht sich das Läuferfeld merklich auseinander und ich finde gut in meinen Rhythmus. Die ersten 10 Kilometer haben es aber gleich zu Beginn in sich, es geht fast nur bergauf und wir erreichen schon nach ca. 8 km den höchsten Punkt der Strecke. Hier musste ich mich schon ermahnen, etwas langsam zu machen, um Energie zu sparen, da ich noch Einiges vor mir hatte. Ab Kilometer 11 trafen wir dann auf die Radbegleitung, die dort auf die Läufer wartete. Leider musste mir meine Freundin ein Tag vor dem Wettkampf als Radbegleitung wegen Krankheit absagen, sodass ich alleine in dieses Abenteuer starten musste. Da ich vor zwei Jahren schon einmal die ersten 50 km der Laufnacht bestritten hatte, kannte ich den Streckenverlauf und ich malte mir schon im Geiste immer wieder aus, wo ich am besten aus dem Rennen gehen würde, wenn ich nicht mehr konnte. Ich befürchtete ein vorzeitiges Ausscheiden, da die Vorbereitungsläufe aufgrund meiner Bikini-Wettkämpe im Frühjahr mehr als zu kurz kamen. Dennoch hatte ich mir fest vorgenommen, dass ich die 50 km Marke knacke!

Viola Schulz Ultramarathon

Kilometer 20 bis 80 - Es läuft überraschend gut

Bei Kilometer 20 in Erbach fühlte ich mich aber noch überraschend gut, sodass ich mich am Versorgungsstand mit Wasser und ein paar Salzbrezeln eindeckte, meine Laufjacke im Rucksack verstaute und gemütlich weitertrabte. Als ich Erbach verlassen hatte, wurde es sehr dunkel und auch die Mitläufer wurden immer weniger. Daraufhin lief ich dann für fast 2 Stunden so gut wie alleine durch die Nacht. Es ging durch Wälder und an Wiesen vorbei, ich fühlte mich blendend und genoss die Einsamkeit und die Nacht. Die Zeit verging überraschend schnell und ich passierte die 40 Kilometer Marke. Es waren nur noch 10 Kilometer, bis ich mein festgelegtes Ziel erreichen würde! Auch bei Kilometer 50 fühlte ich mich super! Nun entledigte ich mich von unnötigem Ballast, wie Jacke und Stirnlampe, die ich in mein Auto legte, das ich in weiser Voraussicht am Stadion geparkt hatte, um bei meinem (angedachten) Zieleinlauf bequem nach Hause fahren zu können. Jetzt musste das Auto erst einmal warten und ich machte mich weiter auf den Weg zur 60 Kilometer Marke. Dort angekommen, gönnte ich mir einen leckeren Proteinriegel von PEAK und informierte meinen Coach und Freund Holger Gugg, dass es mir gut ginge und ich weiter laufen werde. Nun war es hell geworden und die Sonne munterte mich super auf, sodass ich einen guten Schritt drauf hatte. Ich überholte immer mehr Läufer und die Euphorie, dass ich vielleicht doch die 100 Kilometer knacke, ließ jeden Schmerz, der sich jetzt doch langsam in meinen Schienbeinen meldete, vergessen! 

Bei Kilometer 70 und 80 begegnete ich dann Läuferinnen und Läufern, die das Rennen abgebrochen hatten, weil sie an ihre Grenzen gekommen waren. Doch ich hatte mein Humor noch nicht verloren und machte meinen Spaß mit den Helfern beim 80 Kilometer-Versorgungspunkt. Hier war eine super Stimmung, die mich mitriss und über eine Zeit anhielt. Doch schon bald ging es auf den letzten 20 Kilometern nur noch bergab und bergauf, was den geschundenen Muskeln und Gelenken alles abverlangte.

Viola Schulz Ultramarathon

Die letzten 10 Kilometer - Der Kampf mit dem eigenen Körper

Bei der Marke 90 Kilometer angekommen, konnte ich den Schmerz in meinen Schienbeinen einfach nicht mehr ignorieren, sodass ich beschloss, die verbleibenden 10 Kilometer bis ins Ziel nur noch zu gehen, egal, wie lang es brauchen würde. Ich wollte nur noch ankommen. Nun war jeder Kilometer ausgeschildert und diese zogen sich wie Kaugummi. Die Landschaft konnte ich dennoch genießen. Der letzte Abschnitt verlief durch ein wunderschönes Tal, wo ich mutterseelenalleine war. Ich brauchte für die 10 Kilometer bis ins Ziel über 2 Stunden und die Sonne erbarmte sich auch nicht meiner und wärmte mit aller Macht meinen ohnehin schon erhitzten Körper!

Auf dem letzten Kilometer konnte ich schon die Musik im Station hören, aber alle Versuche, doch noch ein Endspurt hinzulegen, scheiterten kläglich. Es ging einfach nicht mehr. So war mein Zieleinlauf wenig spektakulär trotz der Aufmunterungen von Barbara Seidel, die mich die letzten Meter bis ins Ziel begleitete. Geschafft!!! Ein unglaubliches Gefühl!! Ich habe völlig ohne große Vorbereitung meinen Traum erfüllen können und zudem noch den zweiten Platz meiner Altersklasse ergattert!

Viola Schulz Zieleinlauf Ultramarathon

Hier möchte ich mich gerne noch bei meinen Sponsor PEAK bedanken der mich bei jeder sportlichen Herausforderung unterstützt und ich durch die Supplements derartiges leisten kann. Auch natürlich an meinen Coach und Partner Holger Gugg, dass er die Nerven und die Stärke besitzt, meinen Dickkopf zu akzeptieren, auch wenn er es nicht immer für richtig hält und trotzdem immer da ist, wenn ich ihn brauche! Und zu guter Letzt: Danke Katharina Heith für Deine moralische Unterstützung am Start und im Ziel sowie für den Fahrdienst von und zu meinen Auto.

Ich denke, ich werde diesen Sommer vielleicht noch zwei bis drei kürzere Läufe machen, aber den Fokus insgesamt jetzt intensiv auf das Krafttraining legen, da ich in der Herbstsaison wieder auf die Bikini-Bühne möchte und auch da meine Leistung und Form verbessern möchte.

In diesem Sinne, bleibt aktiv und lasst die Eisen glühen!

Liebe Grüße

Eure Viola