• KOSTENLOSE HOTLINE +49 (0) 800-4252150
  • VERSANDKOSTENFREI INNERHALB DE AB 20€
  • GRATIS PEAK T-SHIRT AB 100€

Eine Reise nach Brunsbüttel – Teil III: Der Natural Bodybuilding Wettkampf

GNBF Natural Bodybuilding 2010 von Stefan Rajewski

Samstag, 16.10 (Wettkampftag):

Angekommen im Elbeforum Brunsbüttel, wo die 7. Deutsche Meisterschaft im Natural Bodybuilding stattfand, sahen wir dann kurze Zeit später erstmals die Bühne und den Zuschauerraum. Rund 700 Menschen sollten uns heute gegenübersitzen, während wir uns der nationalen Konkurrenz gegenüberstellen.

Berend Breitenstein, der Präsident des GNBF e.V. (German Natural Bodybuilding & Fitness Federation), führte eine kleine Athleten- und Betreueransprache vor Beginn der Veranstaltung. Immer wieder schweifte mein Blick auf die rechte Seite der Bühne auf der sämtliche Pokale und Medaillien auf einem langen Holztisch im Scheinwerferlicht funkelten… Sollte später tatstächlich eine um meinen Hals baumeln?

Natural Bodybuilding Meisterschaft BackstageBackstage angekommen, begannen wir recht schnell mit den Vorbereitungen – im Nachhinein viel zu früh. Die Coolness und das Timing fehlten dann doch beim „ersten Mal“ ein bisschen und so kam es, dass wir fertig gebräunt noch eine ganze Zeit auf unseren Auftritt warten mussten. Zwischendrin aß ich aus meiner Tupperdose den salzfreien weißen Reis und den ein oder anderen glucosehaltigen Proteinriegel zum weiteren „Carbloading“…

Dann gegen 11Uhr war es soweit, die letzten Minuten vor dem ersten Auftritt. Da das Männerleichtgewicht mit 19 gemeldeten Athleten das mengenmäßig größte Feld war, gab es hinter der Bühne zum „Aufpumpen“ dementsprechend wenig Platz.

Um meinen Pump zu verbessern trank ich etwa 15 Minuten vorher eine Tasse heißen Pfefferminztee. Ich machte ein paar konzentrierte Liegestütze auf diesen bekannten Liegestützgriffen, einige Wiederholungen Langhantelrudern sowie mit Seitheben und Bizepscurls mit diesen Gummiseilen… Alles ging rasend schnell und schon wurden wir gemäß einer festgelegten Reihenfolge hinter der Bühne aufgestellt.

Der Vorhang öffnete sich, Musik ertönte und das grelle Scheinwerferlicht fiel mir in die Augen… Los geht’s…

Auf der Bühne angekommen ging es direkt in die Grundstellung, Arme ausgebreitet, Lats raus, Knie leicht eingeknickt, Kontraktion auf den Quads und natürlich Lächeln. Aufgrund der vielen Teilnehmer war es sehr eng auf der Bühne, die ausgebreiteten Arme der Athleten hingen übereinander und hin und wieder gab es kleine „Mätzchen“, indem versucht wurde, sich besser in Szene zu setzen, um nicht verdeckt von der Jury nicht bemerkt zu werden…

Wir standen lange in der Grundposition, immerhin musste die Jury die besten rausfiltern. Dann der erste „Callout“, in dem nach und nach die Top Leute aus dem Vorjahr vorgezogen wurden. Mir war klar, dass sind die Besten, die jetzt nach vorne kommen… Dann ertönte die Startnummer 75 durch die Lautsprecher, das war doch tatsächlich meine Startnummer und ich stand mit den besten sieben zusammen vor der Jury und es ging in den ersten Vergleich…

bodybuilding line up

Nach dem Abschluss der Runde, der Most Muscular Pose, ging es wieder zurück. Beim zweiten Aufruf war ich direkt wieder dabei, wurde aber nach dem Line Up direkt wieder zurückgestellt, was mich sehr verunsicherte. War ich zu schlecht für die Jungs da neben mir und wurde deshalb wieder nach hinten gesetzt? Da machte sich etwas Enttäuschung breit, wie ich da hinten stand und meinen Kontrahenten beim Posing zusah… Naja Achter würde ich dann wohl werden dachte ich, von neunzehn Athleten nicht so schlecht fürs erste Mal… Aber es kam anders…

In der Pause dann, im Gespräch mit meinen Freunden und Zuschauern, die mich zu meiner Form beglückwünschten, wurde mir dann bewusst, die Chance zu den fünf besten Finalteilnehmern zu gehören stand nicht sooo schlecht. Je mehr Leute mich ansprachen, desto mehr glaubte ich an eine Finalteilnahme… Nur mit meiner Farbe mussten wir was verbessern, da ich in der Vorwahl der hellste Athlet auf der Bühne war.

Nach einer langen Pause ging es zurück in den Backstagebereich, die Farbe wurde nachgebessert und intensiviert. Dann hieß es wieder warten… Zwischendrin immer wieder den ein oder anderen Löffel Reis aus der Tupperschale…

Dann, während die Männer International Klasse um den Sieg kämpfe, begann ich wieder mit dem Aufpumpen. Die heiße Tasse Tee durfte natürlich wieder nicht fehlen. Diesmal hatte ich einen viel besseren Pump als noch morgens, wo es doch sehr hektisch zu ging…

Dann ging es erneut raus auf die Bühne ins Ungewisse, Finale ja oder nein?! … Zunächst aber die Vorstellung aller Athleten, das komplette Finale könnt ihr übrigens hier im Peak Videobereich sehen.

Dann ging es wieder hinter die Bühne und die Finalteilnehmer 2010 sollten aufgerufen werden… Der erste Name, der ertönte, war der Vorjahressieger Henry Kluttig. Noch vier Namen sollten erklingen, zum ersten Mal an diesem Tag wurde ich nervös… Aber viel Zeit dazu blieb nicht, denn als zweites kam „…die Startnummer 75, „Stefan Rajewski“, und da hörte ich schon meinen Anhang im Publikum brüllen, wie die Startnummer noch nicht ganz ausgesprochen war. Tatsächlich – Finale beim Debüt, Wahnsinn!!!

bodybuilding latposebodybuilding most muscular

.

.

.

.

.

.

Ein kleines Problem hatte ich dann aber, meine Kür war nur zu 90% fertig geworden und ganz ehrlich in den letzten Tagen rechnete ich nicht mehr damit, ins Finale einziehen zu können, da ich viele Teilnehmer bereits auf Bildern gesehen hatte und es bei 19 gemeldeten Athleten doch recht unwahrscheinlich gewesen wäre… aber Pustekuchen jetzt war es soweit…

Die Kür von Thomas Scheu, die ich noch etwas auf meine Gegebenheiten und Stärken abänderte, war gefragt.

Nervös stand ich hinter der Bühne, vor mir nur der schwarze Vorhang, der sich gleich öffnen sollte… Ich wusste, das ist meine Chance, die Kür ist klasse, ich muss sie nur fehlerfrei abliefern und zum Schluss eben etwas improvisieren… Dann war es soweit, es ging raus…

Ich blendete alles aus und sobald das Lied einsetzte, war es auch nicht anders wie in den unzähligen Trainingssessions, in denen ich die Kür einstudierte… Es lief alles gut ab und auch das Ende improvisierte ich recht gut. Mit Applaus verabschiedete mich das Publikum von der Bühne, man war das ein Spaß und es kam wohl auch ganz gut an… Backstage angekommen nahm mich mein völlig euphorisierter Trainingspartner & Freund Mario Emanuel in Empfang und ich wusste, es war ein gelungener Auftritt…

Dann ging es zum letzten Mal an diesem Abend auf die Bühne, das Finale um die ersten fünf Plätze ging in die entscheidende Runde. Ich war schon zufrieden, denn Fünfter war ich in jedem Falle. Das war Spaß pur, auch wenn es sehr anstrengend war, völlig dehydriert, ausgehungert und ausgelaugt noch einmal alles zu geben unter der Hitze der Scheinwerfer. Die Vergleiche liefen gut und besonders der zweimalige „Posedown“ (Freestyleposing zu Musik) hat richtig Spaß gemacht. Dann wurde ich und ein Mitkonkurrent zurückgestellt, die Top 3 standen fest und kämpften um den Sieg. Ich war also Vierter oder Fünfter, mit einem fünften Platz war ich überaus zufrieden, aber es kam ja dann noch besser…„Die Siegerehrung Männer Leichtgewicht bis 75kg. Mit der Startnummer fünfund…“ ich wollte schon nach vorne gehen, schließlich hatte ich die 75 und ich war ja für mich ohnehin schon Fünfter… Da bremste ich mich innerlich als der Moderator zu Ende sprach… „…achtzig, …“ WOW, dachte ich - du bist Vierter!!

GNBF Natural Bodybuilding 2010GNBF Natural Bodybuilding 2010

Dann ertönte tatsächlich meine Startnummer und mein Name, ich nahm meine Medaille entgegen und war froh für diese lange & harte Arbeit etwas Zählbares in der Hand halten zu dürfen! Unter Blitzlichgewitter das Siegerfoto von uns allen und dann hatte ich nur noch eines im Kopf: THUNFISCHPIZZA !!!

GNBF Natural Bodybuilding 2010GNBF Natural Bodybuilding 2010

Kurz nach Mitternacht im Hotelzimmer angekommen - ich konnte zwar nach zwei Pizzen, fünf Kugeln Eis mit extra Sahne und ein, zwei Tafeln Schokolade nicht mehr aufrecht gehen – sackte ich überglücklich mit Trainingsanzug, Medaille und noch vollends gebräunt in mein Bett und schlief dann auch schnell ein…

So ging ein unvergessliches Wochenende zu Ende, an dem ich zu Deutschlands viertbestem Natural Bodybuilder bis 75kg gewählt wurde und das bei meinem ersten Wettkampfstart!

nach dem Natural Bodybuilding Wettkampf

Danke Peak, danke an alle die mich in dieser Zeit so toll unterstützt haben!

Sportliche Grüße

Euer Naturalathlet

Stefan Rajewski

Hinterlasse eine Antwort

Um einen Kommentar zu hinterlassen, musst du angemeldet sein.