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Laufen im "Extrem" - Ist es gesund, "Marathoni" zu sein? Teil 3 - Der Bewegungsapparat

Liebe BLOG-Leserinnen und Leser, liebe PEAK-Kundinnen und Kunden,

Viola Schulzin den Teilen 1 und 2 haben wir bereits eine Menge über die Einflüsse von Marathonläufen auf den Verdauungstrakt und das Herz erfahren. Während sich in Sachen Herzgesundheit ausgleichende Adaptionen ergeben und signifikante Schäden unter bestimmten Voraussetzungen eher unwahrscheinlich sind, kann es beim Verdauungstrakt durchaus zu negativen Einflüssen kommen, die jedoch wiederum über richtige Verhaltensregeln in Sachen Training, Ernährung und Stressmanagement kompensiert werden können.

Laufen im „Extrem“ – Ist es gesund, „Marathoni“ zu sein? Teil 1 - Der Verdauungstrakt

Laufen im „Extrem“ – Ist es gesund, „Marathoni“ zu sein? Teil 2 – Das Herz

Heute möchte ich mich abschließend mit den Auswirkungen auf den Bewegungsapparat befassen. Es ist zwar „nur“ Laufen, aber auch das stellt eine gewisse Belastung und das über eine sehr lange Zeit dar. Marathonläufer kleben sich zum Schutz vor Verletzungen bestimmte Körperteile wie Brustwarzen oder blasenanfällige Stellen an den Füßen ab. So einfach geht dies bei unserem Bewegungssystem jedoch leider nicht…

Seien Sie also gespannt, was es zu diesem Thema zu berichten gibt.

Epidemie

Die Zahl der Verletzungen am Bewegungssystem, die im Rahmen von Marathonläufen auftreten, sind etwas im Aufwärtstrend. Im Vergleich zu anderen Sportarten ist der Schweregrad jedoch als gering einzustufen. Meistens sind es Erstabsolventen, die nach dem Lauf über Überlastungsbeschwerden des Muskelapparates im Unterkörper klagen.

Vermutet werden seit längerem mikrotraumatische Auswirkungen auf Teile des passiven Bewegungssystems wie Sehnen, Knochen, Knorpel oder Bänder sowie degenerative Einflüsse auf die Gelenke.

Man geht davon aus, dass 30-70% der Läufer im Laufe Ihrer Karriere mit Beschwerden des Bewegungssystems konfrontiert werden. Diese resultieren meist aus Überlastungsreaktionen.

Fazit

Etwa jeder zweite Marathonläufer wird statistisch gesehen im Laufe seiner Karriere mit Beschwerden des Bewegungssystems konfrontiert werden. Diese spielen sich hauptsächlich im Unterkörper ab. Der Schweregrad ist im Durchschnitt als eher gering einzustufen

Beschwerden des Bewegungsapparates

Beschwerden des Bewegungsapparates können im Laufsport sowohl aus intrinistischen (Läufer)  als auch aus extrinischen (Laufumgebung) Faktoren resultieren.

Anbei eine kleine Aufstellung zur Häufigkeit von Neuerkrankungen im Laufsport:

Darstellung_NeuerkrankungenDarstellung Erkrankungen

Einflussfaktoren

Nicht belegte Faktoren

Die im folgenden genannten Faktoren konnten bis dato nicht eindeutig als Auslöser für Beschwerden am Bewegungssystem dingfest gemacht werden:

  • Steigendes Lebensalter
  • Ausrichtung von Skelettachsen
  • Untergrund
  • Tageszeit
  • Streckenprofil
  • Laufgeschwindigkeit

Belegte Faktoren

Bei folgenden Faktoren reichen die Belege aus, um Sie als eindeutige Auslöser für Beschwerden zu nennen:

  • Vorerkrankungen
  • Hoher Laufumfang (mehr als 60km Woche)
  • Zu schnelle Steigerung des Laufumfangs (mehr als 40 Meilen pro Woche)
  • Mangelnde Lauferfahrung
  • BMI (vornehmlich bei Männern)
  • Pronation des Rückfußes
  • Lauftechnik (Lateral ausgerichteter Abrollvorgang des Fußes)

Interessant

Vorerfahrungen aus anderen Sportarten mit maximalen Belastungen tragen eher dazu bei, das Beschwerderisiko zu reduzieren.

Fazit

Laufspezifische Beschwerden können aus einer Vielzahl an Faktoren entstehen. Je mehr der Einflussfaktoren Sie als Läufer eliminieren, desto eher können Sie ihr eigenes Beschwerderisiko verringern

Viola Schulz

Schienbeinkantensyndrom (Shin Splints)

Diese Erscheinung tritt unter Läufern sehr häufig auf. Der Betroffene klagt meist nach einer sportlichen Aktivität mit hoher Belastung auf dem Schienbein oder auf der Fußmuskulatur über Schmerzen am Schienbein. Shin Splints tritt häufig bei Anfängern bzw. unerfahrenen Athleten mit einem Trainingsalter unter 5 Jahren auf. Auch hier gibt es Einflussfaktoren welche die Entstehung begünstigen.

Einflussfaktoren

  • überbeanspruchter Muskulatur
  • Entzündungen
  • Überreizungen
  • Übergewicht
  • Falschem Training (falsches Auftreten)
  • Zu hartes Schuhwerk
  • Haltungsfehler
  • Übergewicht

Fazit

Vorsicht vor Shin Splits! Wer mit Köpfchen läuft, kann sich hier die ein oder andere schmerzhafte Lauferfahrung sparen

Akute Reaktionen und degenerative Veränderungen

Veränderungen im Kniegelenk

Zur akuten Belastung bei einem Marathon bestehen insbesondere Untersuchungen des Kniegelenks. In den Kniegelenken von erfahrenen Leistungsläufern lässt sich bereits vor dem Marathon oftmals vermehrt Flüssigkeit feststellen. Die Menge erhöhte sich meist im Laufe des Laufes so, dass im Anschluss nochmals erhöhte Mengen feststellbar sind.

Patella- und Quadrizepssehne zeigen eine erhöhte Signalintensität und erhöhte Belastungswerte

Reversibel

Etwa 1 Monat nach dem Marathon waren die festgestellten Befunde in Untersuchungen nicht mehr nachweisbar. Beschwerden, die bereits vor dem Marathon bestanden, wurden nicht beeinflusst.

Sonstiges passives Bewegungssystem

Für Läsionen in Knochen, Knorpeln, Bänder oder Sehnen konnte sowohl bei Leistungsläufern als auch bei semi-professionellen Läufern kein Hinweis auf eine Schädigung durch Marathons gefunden werden.

Arthrose

Das so oft diskutierte erhöhte Arthroserisiko bei Läufern konnte zumindest bei gesunden Hüft- und Kniegelenken im Rahmen mehrerer Untersuchungen nicht bestätigt werden.

Kettunen et al stellten mit zunehmendem Alter, bei einem BMI von über 25 Jahren, bei bestehenden Vorverletzungen oder bei einer zusätzlich zum Sport erhöhten Berufsbelastung ein erhöhtes Risiko auf Knie- und Hüftgelenksarthrose bei Marathonläufern fest.

Zusammengefasst anbei die Bewertung einiger Arbeiten hinsichtlich des Arthroserisikos in Verbindung mit Laufsport.

ArthroseDarstellung Arthrose

Fazit

Einen Marathon zu laufen führt zu akuten aber reversiblen Veränderungen im Kniegelenk und bei einigen Sehnen. Das Arthroserisiko ist nur unter bestimmten Voraussetzungen erhöht. Alle anderen Bereiche werden durch Marathonläufe nicht signifikant geschädigt, sofern entsprechende Vorarbeit geleistet wird.

Viola Schulz

Zusammenfassung

Der nicht vorbelastete Marathonläufer mit normaler Lauffrequenz hat im Normalfall hinsichtlich des Bewegungsapparats kurzfristig lediglich eine reversible erhöhte Wasseransammlung im Kniegelenk und eine reversible höhere Sehnenbelastung zu befürchten. Sonstige Beschwerden am Bewegungssystem treten nur selten auf und auch von degenerativen Veränderungen der Gelenke ist nicht zwangsläufig auszugehen. Wichtig ist dennoch, Marathonläufe nur mit entsprechender Vorarbeit und unter bestimmten Voraussetzungen durchzuführen, da eine Menge Einflussfaktoren das Risiko auf Beschwerden dennoch anheben können.

Bei vorgeschädigten Läuferinnen und Läufern oder Sportlerinnen und Sportlern mit einem wöchentlichen Trainingsumfang von über 60km ist das Risiko auf Beschwerden generell erhöht. Hier sollte im Rahmen einer Sekundärprävention mit regelmäßigem Krafttraining und sensomotorischem Training reagiert werden.

Unter dem Strich kann man sagen, dass der mit Köpfchen ausgeführte Marathon das Bewegungssystem nicht nachhaltig schädigen wird.

Peak Blogger Holger GuggIn diesem Sinne viel Spaß beim nächsten Lauf!

Sportliche Grüße

Ihr

Holger Gugg

www.body-coaches.de

 

Quellen

https://de.wikipedia.org/wiki/Schienbeinkantensyndrom

Schadet Marathonlaufen dem Stütz- und Bewegungsapparat? – DtZSfSM Jahrgang 62, Nr. 9 (2011)

 

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