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Fabian Buchert belegt Platz 4 bei Profi Debüt auf der DFAC Weltmeisterschaft im Natural Bodybuilding

von Natural Bodybuilding Profi Fabian Buchert

Liebe Bodybuilding-Freunde und treue Peakkunden,

Fabian Buchert DFAC WM 2015diese Zeilen entstehen, wie nach jedem internationalen Wettkampf, auf dem Heimweg, den ich wie immer schlaflos verbringe. Im Gepäck befinden sich Erkenntnisse, Erfahrungen, neue Ziele und eine Medaille, die mich als viertbesten Natural Bodybuilding-Profi der Welt auszeichnet. 

Zugegeben, es war zuerst ein komisches Gefühl nach 6 Siegen in Folge den eigenen Namen nicht nach den Worten „The Winner is“, sondern nach den Worten „4th place goes to...“ zu hören. Mit etwas Abstand (und nach Burgern, Sushi, Seafood und Frozen Yoghurt) erfüllt mich das, was ich mit meinen Begleitern erreicht habe, mit unglaublichem Stolz. In diesem Blog möchte ich Sie auf die Reise nach Miami zu den DFAC Pro World Finals mitnehmen, Gedanken und Gefühle sowie Erfahrungen und Erkenntnisse mit Ihnen teilen.

Teil 1: Auf Reisen

Der Legende nach neigen Bodybuilder dazu, auf Langstreckenflügen vermehrt Wasser in den Beinen einzulagern. Nach mittlerweile 3 internationalen Wettkämpfen kann ich dies nicht bestätigen. Wenn überhaupt, dann konnte ich positive Veränderungen der Form feststellen. Dennoch erfordern Langstreckenflüge besondere Vorbereitungen, um den unvermeidlichen Stress minimal zu halten sowie den Jetlag zu besiegen. Zur optimalen Akklimatisierung empfehle ich jedem Athleten bei Wettkämpfen in Übersee spätestens 3 Tage früher anzureisen. In diesem Fall begann das Abenteuer für uns am Dienstag, 27.10.15, also 4 Tage vor dem Wettkampf.

Um den Essensrhythmus an die 5 Stunden Zeitverschiebung zur Ostküste der USA anzupassen (in den USA wird zwei Wochen später auf Winterzeit umgestellt), begann die Reise um 5 Uhr morgens erstmal nur mit Kaffee, 10g Whey Protein Isolat und 10g Kokosöl. Die erste richtige Mahlzeit wurde erst um 12 Mittags deutscher Zeit (also um 7 Uhr nach Eastern Standard Zeit) eingenommen. Was isst man auf einer Flugreise? Bei mir haben sich Frikadellen aus magerem Rinderhack sowie Nüsse bewährt, da sie ein geringes Volumen aufweisen und geruchstechnisch den anderen Gästen eines A380 zugemutet werden können. Allgemein versuche ich im Flugzeug so wenig wie möglich zu essen, da die Kombination aus langem Sitzen in gekrümmter Position und Essen bei mir zu Verdauungsproblemen führt. Im Gegensatz dazu halte ich die Flüssigkeitszufuhr maximal, was einer Aufnahme von 4-5 Litern Wasser während des Fluges entspricht. Nach knappen 10 Stunden sitzen, fühlt sich der Körper müde und steif an. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn die innere Uhr auf „Schlafen“ eingestellt ist. Obwohl der innere Schweinehund nach Ruhe schreit, habe ich die Erfahrung gemacht, dass Bewegung das beste Mittel ist, um sich schnell zu akklimatisieren. Aus diesem Grund sind wir direkt nach Ankunft im Hotel in Miami Beach ins örtliche Gym zum Training gegangen (zugegeben, erst wurden 2 Monster Energy Zero Blueberry konsumiert). 4 Tage vor einem Wettkampf sind schwere Einheiten weder nötig noch zielführend. Des Weiteren erhöhen Flüge und Müdigkeit das Verletzungsrisiko. Daher stand lediglich eine leichte (aber erstaunlich intensive) Ganzkörpereinheit auf dem Programm. Wenn auch das Gefühl bestand, etwas flach zu sein, war ich mit der Form nach dem Training nicht unzufrieden.

Fitnessstudio Miami DFAC

Amerikanische Supermärkte bieten ein genauso verlockendes, wie verwirrendes Sortiment an Leckereien und „sauberen“ Lebensmitteln. Dennoch bestand die Post-Workout Mahlzeit nach dem KISS Prinzip nur aus Reiswaffeln und Tilapia, welcher bequem in der Küche des Zimmers zubereitet werden konnte. Obwohl man in Amerika sehr bequem zubereitetes Hähnchen ohne Zusatz von Salz oder Zusatzstoffen erhalten kann, empfehle ich jedem Wettkampfathleten schon alleine aus Kostengründen immer ein Hotelzimmer mit Küche zu mieten.

Teil 2: Warten, Wiegen und Wasserspiele

Auch wenn das Energieniveau in der Woche vor dem Wettkampf eher gering war, habe ich versucht, die Zeit zum Wettkampf mit möglichst viel Bewegung zu überbrücken. Bewegung bedeuten nicht nur tägliches Training (bis einschließlich Donnerstag vor dem Wettkampf) sowie das mehrmals tägliche Üben der Pflichtposen, sondern auch lange Spaziergänge am Strand. Diese sorgen nicht nur für Ablenkung von der quälend langen Warterei, sondern durchbluten auch die nach dem Flug extrem versteiften Muskeln.

Das Einwiegen sowie die Dopingtests standen erst am Freitag vor dem Wettkampf an. Da man hier zum ersten Mal auf die Konkurrenz sowie alte Bekannte trifft und zum ersten Mal die Starterlisten sieht (die ich dieses Jahr komplett ignoriert habe, um mich nicht verunsichern zu lassen), ist dieses Event immer mit einem Kribbeln verbunden.  Da ich aus Erfahrung weiß, dass bei diesen Events grundsätzlich jeder Konkurrent immer breiter und härter aussieht, habe ich versucht, mich komplett auf mich zu konzentrieren und die anderen zu ignorieren. Trotz der unten beschriebenen Ladestrategie wurde ich mit „nur“ 87 kg eingewogen, was mich aber nicht weiter beunruhigte, da die Härte auch nach meinen Maßstäben bereits zu diesem Zeitpunkt zufriedenstellend war.

Die letzten Tage vor dem Wettkampf können entscheidend für den Wettkampf sein. Viele Athleten greifen zu extremen Maßnahmen, um die letzten 5% an Form herauszukitzeln. Zu diesen extremen Maßnahmen gehören kompletter Kohlenhydratentzug, gefolgt von extremen Ladeorgien und „Aufwässern“, gefolgt von komplettem Flüssigkeitsentzug. Leider sind derartige Strategien sehr riskant und können zu einer deutlichen Verschlechterung der Form führen.

Die mit Coach Philipp Rauscher ausgearbeitete Strategie bestand dieses Jahr darin, die Kohlenhydrate sukzessive in der Woche vor dem Wettkampf bis hin zum Donnerstag zu steigern und je nach Gewicht und Form am Freitag Feinabstimmungen vorzunehmen. Die Fettzufuhr blieb dabei konstant, während die Eiweißzufuhr leicht reduziert wurde. Ein Trinkstopp war nicht geplant. Da das Gewicht trotz einer Zufuhr von 425 g Kohlenhydraten am Mittwoch sowie 600 g am Donnerstag (bei 6-8 Litern Wasser) gefallen  ist, haben wir freitags mit weiteren 600g und 6 Litern Wasser geladen. Am Freitag wurde zusätzlich die Kaliumzufuhr in Form von Kokoswasser erhöht. Interessanterweise ist das Gewicht dennoch von Freitag auf Samstag um weitere 500g gesunken.

Teil 3: Der Wettkampf

Fabian Buchert DFAC WM 2015

Das Prejudging  der Profis begann um 10 Uhr morgens. Bereits im Aufwärmraum war mir klar, dass hier andere Kaliber am Start sind als in den Amateurklassen. Insbesondere unter den Amerikanern waren einige sehr einschüchternde Athleten, die eine Masse zeigten, die ich vorher noch nie auf einem Wettkampf gesehen hatte. Um nicht nervös zu werden, habe ich mich beim Aufwärmen komplett auf mich konzentriert und meine Konkurrenz weitgehend ignoriert.

Fabian Buchert DFAC WM 2015 Posing

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auf der Bühne kam dieses Jahr ein Wechselbad der Gefühle auf mich zu. Zunächst wurden die Athleten zur Symmetrierunde in 2 Gruppen aufgeteilt. Anschließend wurden die Callouts aufgerufen. Zunächst war unter den ersten 5 Athleten mein Name nicht zu hören. Enttäuschung machte sich breit. Erst nach der ersten Pose wurde ich zur Gruppe dazu gerufen und wurde gleich neben David Kaye und Shevon Cunningham (die Top 2 der vergangenen Jahre) gestellt, wo ich für den Rest der Vergleiche verblieb. Es war ein unbeschreibliches Gefühl, neben den zwei besten Athleten der Welt zu stehen. Erschöpft aber glücklich ging es in die Pause vor dem Finale. Das Ziel der Finalteilnahme schien erreicht, die Hoffnung stand von den Vergleichen her auf die Top 3.

Fabian Buchert DFAC WM 2015

Fabian Buchert DFAC WM 2015

Beim Aufpumpen für die Abendshow war das Gefühl noch besser als am Morgen, was die Vorfreude umso mehr steigerte. Die Abendshow bestand nur aus der Kür sowie einem langen, spaßigen Posedown und der Siegerehrung, bei der mein Name an Position 4 genannt wurde.

Im Anschluss an den Wettkampf gönnte ich mir dann erst einmal eine Reihe leckerer Sachen!

Fabian Buchert DFAC WM Siegerehrung

Fabian Buchert DFAC Pro Cheat Meal

Fazit

Wie fällt mein Fazit zu diesem Wettkampf aus? Im Nachhinein ist es ein tolles Gefühl, die Nummer 4 der Welt in einem starken Feld zu sein, auch wenn ich mir die Top 3 erträumt hatte. Formtechnisch habe ich mit meinem Coach Philipp das Maximum aus meinem Körper rausgeholt. Mehr war bezüglich Härte dieses Jahr nicht drin, was mir von Jury und Konkurrenten bescheinigt wurde. Um mit der Elite mithalten zu können, fehlen mir einfach noch 2-3 Kg Muskelmasse. Diese brauchen Zeit. Zeit, die ich mir nehmen werde, um wieder anzugreifen.

Wie habe ich die Vorbereitung empfunden? Die Vorbereitung war in vielerlei Hinsicht besonders. Ich habe mehr und härter denn je gearbeitet. Gesundheitliche Probleme, sowie der Einstieg ins Berufsleben haben mir den Profieinstieg nicht unbedingt erleichtert. Dennoch war es mit Abstand die beste und fokussierteste Vorbereitung, die ich bestritten habe. Woran lag das? Sicherlich spielen viele Faktoren eine Rolle. Es gibt jedoch eine, die ich hervorheben möchte. Ich habe dieses Jahr gemerkt, welche unglaublichen Energien frei werden, wenn man die Dinge, die man tut, wirklich liebt, mit Leidenschaft und vor allem Freude und Spaß angeht. Bodybuilding erfordert Disziplin, Präzision und Ehrgeiz. Dies schließt jedoch nicht aus, dass man nebenher sein Leben genießt und andere Hobbies hat.

Wie geht es nun sportlich weiter? In den nächsten Monaten will ich sportlich gesehen vor allem meine Kraftleistungen steigern. 300 kg Heben, 225 Beugen und 160 Drücken sind das Ziel. Wann ich wieder auf die Bühne gehe, möchte ich offen lassen. In jedem Fall werden in den kommenden Wochen erst einmal andere Dinge als Bodybuilding Priorität haben. Vor allem werden die Menschen, die mir nahe stehen, die Zeit und Aufmerksamkeit bekommen, die Ihnen zusteht.

Ich danke allen, die mit mir den Weg gegangen sind. An erster Stelle danke ich meinem Trainingspartner Jan, mit dem ich jeden Morgen vor dem Gym Kriegsrat gehalten habe, mit dem ich Bestleistungen feiern durfte und der eine unglaubliche mentale Stütze war. Meiner Freundin, die mir gezeigt, was im Leben zählt. Sebastian Ehrmann, der mir mit Rat und Tat zur Seite stand und insbesondere in den schlaflosen Stunden vor dem Wettkampf für mich da war. Meinem Coach Philipp, der mich trainingstechnisch mit neuen Methoden extrem vorangebracht hat und mit seiner sachlichen Art die nötige Ruhe vermittelt hat. Nico, der mich immer in allem unterstützt hat und mich ermutigt hat, neue Wege zu gehen. Seiner Frau Maria, die mich wie immer angepinselt hat und für einen reibungslosen Ablauf und gute Laune Backstage gesorgt hat. Den Chaoten vom Team Logisch Ernähren, die einfach die geilste Truppe auf dem Planeten sind.

Fabian Buchert DFAC WM 2015

Danke Peak für die Unterstützung, Treue und das Vertrauen seit nun 5 Jahren.

Bis Bald,

Fabian Buchert

 

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Fotos: privat, David Gillan / http://davidgillanphotography.co.uk/