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Natural Bodybuilding World Champion Fabian Buchert meets Powerlifting

Fabian Buchertvon Natural Bodybuilding World Champion Fabian Buchert

Liebe Bodybuidlingfreunde und treue Peak-Kunden,

wie ich in meinen vorherigen Blogs erwähnt habe, befinde ich mich derzeit wegen meines Studiums in Kalifornien. Ein Trip zu einem Seminar an der Stanford Business School führte mich in die Nähe eines ganz besonderen Gyms. Diese Gelegenheit konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen.

Wer nun das Gold’s in Venice Beach, CA (was nicht in der Nähe von Stanford liegt) erwartet, liegt weit daneben. Meine Reise führte mich an das andere Ende des Spektrums der Pumperhöhlen dieser Welt, nämlich in den Boss Barbell Club von Dan Green, einem der stärksten Powerlifter der Welt.

In diesem Blog möchte ich von meinem Besuch in diesem Gym erzählen. Dabei möchte ich darauf eingehen, was Bodybuilder von unseren Verwandten, den Powerliftern und olympischen Gewichthebern, lernen können.

Im Land der (wirklich) starken Männer

Wer einen Fitnesstempel mit Sauna und Dampfbad erwartet, der liegt genauso daneben, wie derjenige, der an einen vollständigen Hammerstrength Maschinenpark denkt. Viele würden den Boss Barbell Club wohl nicht mal als Gym einordnen. Eigentlich ist es eine umgebaute Lagerhalle. Das Equipment des Boss Barbell Club beschränkt sich auf Langhanteln, Flachbänke, Powerracks, Hebeplattformen, Trapbars, Kurzhanteln und Gewichtsscheiben und zwar sehr viele Gewichtsscheiben. Was den Boss Barbell Club besonders macht? Die Atmosphäre und die Menschen, die dort trainieren. Insbesondere natürlich der Boss Dan Green selber.

Als mein Trainingspartner, der begeisterter Powerlifter ist, und ich die Trainingsfläche betraten, wurden wir sofort von einem Athleten begrüßt. „Hey ich bin heute hier der Coach. Ich bin zwar gerade am trainieren, aber wenn ihr Fragen zu Technik, Equipment, Trainingsplänen oder sonstigem habt, dann könnt ihr mich jederzeit ansprechen.“

Lektion 1: Technik ist die oberste Prämisse

Während in allen Leistungssportarten Techniktraining sehr hohe Priorität hat, wird sie im Bodybuilding leider oft vernachlässigt. Daher hörte sich das Angebot, die Technik begutachten zu lassen, in den Ohren eines Bodybuilders zunächst irgendwie eigenartig an. (In Bodybuilderkreisen hört man eher “ich kann deinen Ernährungsplan oder deinen Trainingsplan begutachten“). Meiner Meinung nach können jedoch auch Bodybuilder von gezielter Technikarbeit profitieren. Eine bessere Technik erlaubt schwerere Gewichte sauber zu bewältigen. Auch wenn sich das nicht eins zu eins in Muskelaufbau umrechnen lässt, führt es langfristig zu Progression und vermeidet Verletzungen, die oft durch Fehlbelastungen entstehen.

Ich hatte beispielsweise das Problem, dass beim schweren Kreuzheben oft das Gesäß zu früh hoch ging, sodass sich der untere Rücken etwas krümmte. Der einfache Satz vom geschulten Auge des Meisters selber („keep your knees behind the bar“) konnte das Problem beheben.

Ein weiterer und interessanter Unterschied zwischen diesem Gym und jedem anderen Gym, das ich bisher besucht habe, war, dass mit Ausnahme der Umkleide keine Spiegel zu finden waren. Für einen Bodybuilder, der noch nie eine Kniebeuge oder einen Satz Kreuzheben ohne Spiegel ausgeführt hat, stellt dies eine besondere Herausforderung dar. Neben der Tatsache, dass das Training ohne Spiegel die Koordination schult, hat das Training ohne Spiegel einen weiteren Vorteil.

Fabian Buchert

Lektion 2: Training ist Training

Da Bodybuilder an ihrem äußeren Erscheinungsbild arbeiten, ist das häufige Begutachten im Spiegel nur natürlich. Wenn der Blick in den Spiegel und das Einnehmen der Posen jedoch vom Training ablenkt, ist dies kontraproduktiv Die Konzentration nimmt genauso ab, wie die Intensität. Wohl jeder Bodybuilder ist schon in diese Falle getappt und ich nehme mich sicherlich nicht davon aus. Nach dem Training unter Powerliftern konnte ich feststellen, dass diese trotz der lockeren Atmosphäre viel konzentrierter arbeiten. Davon kann jeder Bodybuilder profitieren.

Ein Detail in diesem Gym war besonders aussagekräftig. An einer Wand waren mit Kreide persönliche Rekorde verewigt. Auch wenn das Kritzeln des letzten Bankdrückrekords an die Wand des örtlichen McFits nicht das Mittel der Wahl sein sollte, da diese mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zum Rauswurf führt, ist die Dokumentation der Fortschritte wichtig.

Lektion 3: Progression

Fortschritte bezüglich aller wichtigen Komponenten im Bodybuilding, wie Fettanteil und aufgebaute Muskelmasse, lassen sich nur schwer kurzfristig quantifizieren. Auch der Spiegel ist nur ein verzerrter Indikator des Fortschrittes. Auch wenn Kraftaufbau kein eindeutiges Zeichen für den Muskelaufbau ist, lässt sich an der Trainingsleistung ablesen, ob man seinen Körper den Zielen im Bodybuilding näher bringt. Das gezielte Arbeiten an der Trainingsleistung hat jedoch einen weiteren Vorteil: Ziele im Bodybuilding sind langfristiger Natur. Motivation muss jedoch während jeder Trainingseinheit aufgebracht werden. Dies kann ganz einfach erreicht werden, wenn man sich Trainingsziele setzt. Also arbeitet nicht an abstrakten Größen, sondern versucht stärker zu werden.

Bodybuilding ist und bleibt meine Leidenschaft. In diesem anderen Umfeld wurde mir jedoch vor Augen geführt, dass das Training an sich in unserer sonst so detailverliebten Sportart professioneller sein könnte. Kleinigkeiten können langfristig viel bewirken. Also, weg vom Bildschirm und ab ins Gym und trainieren! Trainieren im eigentlichen Sinne und nicht einfach nur pumpen!

Fabian Buchert Dan Green

PS: Dan Green ist zwar Powerlifter, würde jedoch viele Bodybuilder deutlich in den Schatten stellen!

Mit sportliche Grüßen

Euer Fabian Buchert