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Pferdefleisch – Eine Alternative?

Liebe BLOG-Leserinnen und Leser, Liebe PEAK-Kundinnen und Kunden,

pferdefleischwenn sich Ernährungsexperten, Sportler oder Hausfrauen über das Thema Fleisch unterhalten, geht es in über 90% der Fälle um Rind, Schwein oder Geflügelfleisch. Auch das Angebot in Supermärkten und Restaurants beschränkt sich größtenteils auf diese Fleischsorten. Alle genannten Arten sind Mast- oder Schlachtvieh und werden extra zu diesem Zweck gezüchtet und gehalten.

Wer schon einmal einen Ausflug in die Schweiz unternommen hat und dort einen der größeren Supermarktketten wie Migros besucht hat, konnte in der Fleischabteilung möglicherweise eine für uns eher ungewöhnliche Entdeckung machen  --  Pferdefleisch! Wenn überhaupt, ist es in Deutschland und Österreich nur in wenigen Pferdemetzgereien erhältlich.

Die Frage, die es heute zu beantworten gilt ist, ob sich Pferdefleisch als mögliche Alternative für den sportliche aktiven Menschen eignet und wie es im Vergleich zu gewöhnlichen Fleischsorten abschneidet. Genau diese Fragen werde ich heute versuchen zu beantworten.

Viel Spaß

pferdefleisch

Wer isst Pferdefleisch?

Unterschied der Länder

Viele Länder der Erde essen Pferdefleisch, nicht alle aber im gleichen Ausmaß. Romanische Länder bieten Pferdefleisch sehr häufig an, während es in germanischen Ländern eher weniger verzehrt wird. Spitzenreiter beim Pferdefleischkonsum ist Italien. Frankreich begegnet dem Pferdefleischkonsum seit einiger Zeit mit einer „Anti-Kampagne“ während in der Schweiz der Verzehr von Pferdefleisch auch im deutschsprachigen Raum inzwischen Gang und Gäbe ist. In den USA wird es nicht gern gesehen Pferdefleisch anzubieten. Einige Bundesstaaten verbieten den Verkauf und Handel sogar. Im Islam ist der Verzehr von Pferdefleisch nicht verboten, wohl aber der von Eselsfleisch.

Warum isst nicht jeder Pferdefleisch

Wie man sieht, ist Pferdefleisch nach wie vor ein umstrittenes Lebensmittel. Früher galt Pferdefleisch als „Armeleute-Essen“, heute sind es eher moralische Gründe, die den Menschen davon abhalten Pferdefleisch zu essen. Die Frage ist an dieser Stelle nur: „Was unterscheidet das Rind vom Pferd, wenn es darum geht, das Fleisch eines Lebewesens zu verköstigen?“.

Gesetzlich ist es seit 1993 in Deutschland erlaubt, Pferdefleisch zu verkaufen. Insgesamt gibt es deutschlandweit  nur etwa 100 Pferdefleischereien. Um die 20.000 sind es für Schweine und Rinder.

Fazit

Während in einigen Ländern Pferdefleisch zu den gängigen Fleischsorten zählt, verbieten andere Länder und Regionen sogar dessen Verzehr

 

Schlachteile bei Pferdefleisch

schlachtteile des pferdes

Darstellung Schlachtteile

Beigefügte Darstellung gibt einen übersichtlichen Einblick in die verschiedenen Schlachtteile eines Pferdes. Es wird auf dieselbe Art und Weise kategorisiert wie dies auch bei anderen Arten von Schlachtvieh vorgenommen wird.

A – Filet

·Wird am wenigsten beansprucht und ist daher das beste Stück Fleisch des Pferdes

·Steakfleisch

B – Hinterrücken

·Speck- und Sehnenfreies Fleisch für Steaks

C – Oberschale

·Ausgelöster Muskel der Innenseite des Oberschenkels

·Liefert Steakfleisch und Rouladenfleisch

D – Seemer

·Fleisch zum Schmoren

E – Vorderrücken

·Liefert Steakfleisch zum Grillen, für kurzes Braten  und Überbacken

F – Hochrippe / G - Brust

·Schmorfleisch

H – Bug

·Liefert Fleisch zum Räuchern und Pökeln (Schinkenherstellung)

J – Beinfleisch

·Sehr sehnig daher geeignet als Kochfleisch

M / I / K / L

·Verarbeitungsfleisch das verwurstet wird

Fazit

Wie bei jedem anderen Schlachtvieh, lassen sich auch bei Pferdefleisch die verschiedenen Teile kategorisieren, klassifizieren und einer bestimmten Verwendung zuordnen

 

Eigenschaften von Pferdefleisch

Pferdefleisch zeichnet sich durch eine rot bis dunkelrote Farbe und eine feste Konsistenz aus. Das Fleisch von Jungtieren ist hellrot, der Geschmack vergleichbar mit Rindfleisch. Das Fleisch älterer Tiere ist außerordentlich zart. Aufgrund des vergleichbar hohen Glykogengehalts in Pferdefleisch schmeckt es säuerlich. Aus dem Glykogen wird im Laufe des Abbauverfahrens Milchsäure gebildet und senkt so auch den ph-Wert des Fleisches.

Was die Zubereitung angeht, findet diese eigentlich angelehnt an Rindfleisch statt. Pferdefleisch hat meistens jedoch etwas kürzere Garzeiten und tendiert aufgrund seines generell niedrigen Fettgehalts schnell zum Austrocknen. Vor dem Verzehr sollte Pferdefleisch 2-3 Wochen abhängen.

Fazit

Bei Pferdefleisch handelt es sich in der Regel um fettarmes, zartes, dunkles Fleisch mit säuerlichem Geschmack

 

Pferdefleisch vs. sonstige Fleischsorten

pferdefleisch vergleich

Anbei die Darstellung eines Vergleichs mehrerer Fleischsorten. Ich habe hier mit Absicht jeweils fettarme Varianten gewählt, um aus kalorischer Sicht in etwa vergleichbare Analysen zu erhalten.

Kalorien und Makronährstoffe

100g Pferdefleisch liefern im Durchschnitt etwa 115kcal. Dieser Brennwert ist durchaus vergleichbar mit fettarmen Fleischteilen anderer Schlachttiere. Auch was den Eiweißgehalt angeht, bestehen nur leichte Unterschiede in der Analyse pro 100g. Pferdefleisch ist das einzige Fleisch, welches tatsächlich einen hinterlegten Wert bei Kohlenhydraten vorweist der, wie wir oben bereits gelesen haben, aus einem höheren Anteil an Glykogen im Pferdefleisch resultiert. Hinsichtlich des Fettgehalts sind alle Fleischsorten dann wieder relativ gleich bewertet. Unangefochten beim niedrigen Fettgehalt ist und bleibt Putenbrust. Zugunsten des Pferdefleisches muss man an dieser Stelle erwähnen, dass es generell sehr fettarm ist, während ich zwecks Vergleichbarkeit bei den anderen Fleischsorten gezielt fettarme Teile ausgesucht habe, es aber weitaus fettreichere Teile des jeweiligen Schlachtviehs gibt, auch bei der Pute. Der Cholesteringehalt ist mit 60-100mg als mäßig und nicht außerordentlich hoch oder niedrig zu bezeichnen.

Fazit

Die Makronährstoffanalyse zeigt keine nennenswerten Unterschiede zwischen Pferdefleisch und anderen Fleischsorten. Der größte Unterschied bei Pferdefleisch ist der, dass es generell sehr fettarm ist.

 

Mikronährstoffe

Pferdefleisch nimmt beim Gehalt an Vitaminen absolut keine Sonderstellung ein. Was die Mineralstoffanalyse betrifft, fallen hohe Werte bei Eisen und Kupfer auf, die sich von den Analysen anderer Fleischsorten abheben.

Fazit

Bis auf hohe Werte bei Eisen, gibt es zu Pferdefleisch in Sachen Mikronährstoffe nicht wirklich viel Außergewöhnliches zu berichten

 

Aminosäuren

Hier habe ich zuerst meinen Augen nicht getraut. Meine Recherchen zum Thema scheinen den Sachverhalt allerdings zu bestätigen. Pferde werden größtenteils mit Weidegras gefüttert. Der Proteinanteil im Weidegras und Heu versorgt das Pferd zwar, sorgt aber auch dafür, dass die biologische Wertigkeit des Fleisches sehr niedrig ausfällt und nur mit 42 Zählern angegeben wird. Andere Fleischsorten liefern hier deutlich höhere Werte von 79-85. Erstlimitierende Aminosäure ist im Falle von Pferdefleisch Lysin.

Fazit

Ein Nachteil von Pferdefleisch scheint die leider schlechte biologische Wertigkeit zu sein. Sie erschwert eine Verwertung vom Nahrungsprotein in körpereigenes Protein

pferdefleisch

Der Pferdefleisch-Skandal zieht seine Kreise

Der Skandal

Anfang des Jahres wurden in mehreren Ländern Rindfleischproben getestet, die mit nicht deklariertem Pferdefleisch versetzt waren. Zusätzlich zur falschen Deklaration stand die Angst einer starken Verunreinigung mit dem Medikament Phenylbutazon im Raum. Phenylbutazon darf als Entzündungshemmer eigentlich nicht bei Schlachtpferden angewandt werden, da es das Krebs-Risiko anhebt und zu krankhaften Veränderungen des Blutes führen kann. Pferdefleisch wird deshalb Rindfleisch beigemischt, da es für herstellende bzw. verarbeitende Betriebe derzeit offensichtlich günstiger zu beschaffen ist als Rindfleisch.

Zu den betroffenen Produkten zählten Lasagne, Tortelloni, Wraps, Rinder-Gulasch, Kalbfleischleberwurst, Hacksteak oder Chili Con Carne.

Untersuchungen der sichergestellten Proben sowie an Schlachtpferden geben Entwarnung. Rückstände wurden insgesamt bei 0,5% der getesteten Schlachtpferde sichergestellt. Die Anzahl derer, die unfreiwillig Phenylbutazon zu sich nahmen, liegt bei etwa 368 von 1.000.000 Menschen. Selbst mit der Aufnahme ist bei der geringen Menge von einem minimalen Krebsrisiko auszugehen. Die Untersuchungen umfassten insgesamt 2250 Tests in 19 Staaten der EU.

Im Rahmen eines nationalen Aktionsplanes einigte man sich auf ein erweitertes Untersuchungsprogramm für Deutschland. Dieses beinhaltet mehr Verbraucherinformationen, einheitliche Herkunftsbezeichnungen für verarbeitete Fleischprodukte, eine Stärkung regionaler Lieferanten und ein neues Frühwarnsystem. So soll der deutsche Markt künftig vor derartigen Produkten besser geschützt werden.

Bewertung

Angesichts der Tatsache, dass Pferde (auch Schlachtpferde) weitestgehend artgerecht gehalten werden sowie in der Regel kein Mastfutter erhalten und in Hinblick auf eine bewusste, bekannte Verwendung von Antibiotika sowie anderer Arzneien zum Gesundheitserhalt sonstigen Schlachtviehs, kann ich persönlich an dieser Stelle in meiner Stellung als Verbraucher keinen wirklichen Nachteil bei Pferdefleisch feststellen. Fehlende Deklarationen sind keine schöne Sache, letztlich wurde ein Rindfleisch jedoch durch ein mindestens ebenso hochwertiges Fleisch ersetzt, von dem nachweislich kein signifikant gesteigertes Risiko ausgeht. Der größte Kritikpunkt an dieser Stelle sind wieder einmal Lücken in diversen Kontrollorganen bei der Einfuhr und im sonstigen Umgang mit Lebensmitteln, die ja nun dank des neuen Aktionsplanes bald Geschichte sein werden.

Fazit

Der Pferdefleischskandal deckt große Lücken im Kontrollsystem der EU und der Länder in Sachen Lebensmittel auf. Festgestellte Verunreinigungen mit verbotenen Medikamenten stellen in diesem Fall glücklicherweise nur ein geringes Risiko dar. Kenner verteidigen Pferdefleisch trotz des Skandals meiner Meinung nach zu Recht und stellen es als hochwertiges Produkt dar.

 

Zusammenfassung

Wer auf der Suche nach einer fettarmen Fleischalternative ist, kann sich meiner Meinung nach ohne weiteres an die Verwendung von Pferdefleisch heranwagen. Wäre da nicht das große Manko der biologischen Wertigkeit im Proteinanteil, würde selbst ich, sicher das ein oder andere Mal auch zum Pferdesteak greifen. Der bei der biologischen Wertigkeit von mir recherchierte Wert, erscheint in Anbetracht der Begründung zwar logisch, ist jedoch hier wirklich sehr niedrig angegeben. Vielleicht findet sich im Rahmen der Leserschaft ein wahrer „Pferde-Experte“, der zu diesem Thema noch etwas beitragen kann.

Peak Blogger Holger GuggSportliche Grüße

Ihr

Holger Gugg

www.body-coaches.de

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Pferdefleisch

http://www.pferd-und-fleisch.de/pferdeflsh/laden1.htm

https://www.topagrar.com/news/Home-top-News-Ein-Pferdeschlachter-berichtet-Pferdefleisch-ist-hochwertig-1067712.html

https://www.naehrwertrechner.de/naehrwerte-details/V112121/Pferd%20Fleisch%20(mf)%20frisch%20gegart//

https://www.bmelv.de/SharedDocs/Downloads/Ernaehrung/Kennzeichnung/AktionsplanFebruar2013_endgueltig.html;jsessionid=1D269E6D07E77AE6B0F51C97B4730C22.2_cid385

 

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