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Profi Triathletin Julia Bohn – Ein trauriges Saisonende in den USA

von Julia Bohn

Liebe Leserinnen und Leser,

Julia Bohn Profi Triathletin

manchmal kommt alles anders, als man es plant. Die Woche vor dem 70.3 in Luxemburg habe ich schon gemerkt, dass was mit meinem linken Vorfuß nicht in Ordnung ist. Jedoch war es nicht so gravierend, dass ich den Start absagen wollte. Das war ein Fehler! Nach einem soliden Schwimmen und Radfahren, bin ich auf die Halbmarathonstrecke gegangen. Zunächst lief auch alles sehr gut, aber nach ca. 4 km musste ich abrupt stehen bleiben und wusste sofort, dass ein weiterlaufen unter keinen Umständen möglich wäre. Mein Fuß schmerzte so sehr, dass ich kaum noch auftreten konnte. Enttäuscht brach ich also das Rennen ab und verbrachte den Rest des Mittags in der Zuschauerrolle des Ausdauersport Events. Sehr schade vor allem, weil der 70.3 Luxemburg eine wahrhaft sehr gut gelungene Veranstaltung war. Trotz schlechtem Wetter und morgendlichem Niederschlag und Kälte auf dem Rad, eine wunderschöne Strecke und tolle Zuschauer.

 

Das Rennen sollte die Vorbereitung auf den anstehenden Ironman am Lake Tahoe komplett machen und bei dem Gefühl, welches ich in meinem Fuß verspürte, kamen mir schon an diesem Tag, dem 8.9., große Zweifel bezüglich des Starts in Kalifornien.

Wechselbad der Gefühle am Lake Tahoe (USA)

Vier Tage später war es dann soweit, die Reise ging los. Seit Jahren war es mein Traum, einmal einen Ironman in den Vereinigten Staaten zu machen. Nun sollte es soweit sein. Wir flogen nach San Francisco und von dort aus ging es weiter an den Lake Tahoe. Wahrhaft einer der schönsten Orte, die ich jemals in meinem Leben sehen durfte. Der See liegt auf fast 200 Hm, ist türkis-grün-blau, kalt und tief. Die ersten Tage, die ich auf dem Rad an ihm verbrachte, waren so unfassbar schön, dass ich überwältigt war dort sein zu dürfen. Was das Schwimmen und Radfahren anging, hatte ich mich innerhalb einiger Tage an die Höhe angepasst und es lief soweit ganz gut… Nur an das Laufen hatte ich mich nicht wieder herangetraut, weil ich trotz Schmerztabletten merkte, dass etwas nicht in Ordnung war. 4 Tage vor dem Rennen habe ich dann aber die Tabletten abgesetzt und versucht zu laufen (immerhin wollte ich mich ja auf die Marathondistanz begeben..). Hier wurde ich dann schnell wieder auf die harten Fakten hingewiesen. Einen Ironman mit „diesem Fuß “war nicht möglich. Ich war am Boden zerstört und habe blind vor der enttäuschenden Wahrheit sogar mein Rad eingecheckt und meine Wechselbeutel abgegeben. Ich nahm mir vor, wenn schon mal angereist, wenigstens rad zufahren und zu schwimmen und dann das Laufen soweit anzugehen, bis ich zum Ausstieg gezwungen sein sollte.

Profi Triathletin Julia Bohn

Die Nacht von Samstag auf Sonntag schlief ich sehr schlecht. Die Vorspannung fehlte und ich wusste, dass das egal wie, kein erfolgreicher Tag für mich werden würde. Als ich dann um 5.30 an der Wechselzone stand liefen mir die Tränen über das Gesicht und ich folgte meinem Gefühl, nämlich das ich dass alles auf diese Weise nicht wollte. Ich wollte nicht starten mit dem Gefühl nicht alles geben zu können und meinen Traum vom „Amerika Ironman “nur angekratzt zu lassen. Ein paar Minuten habe ich dann im Arm von Peter geweint, habe mir dann einen warmen Kakao geholt und den Rest des Tages mit dem Zuschauen verbracht. Noch heute, zwei Wochen nach diesem Tag kommen mir die Tränen, wenn ich an diese Momente denke. Die anderen Athleten in diesem wundervollen Rennen zu sehen haben mich in extreme Wehmut gestürzt, aber trotzdem wusste ich, dass es an diesem Morgen die einzige und richtige Entscheidung war, die ich treffen konnte. Ich zitiere meinen Vater “Der Lake Tahoe wird nächstes Jahr immer noch voll Wasser sein;)“ …

Mein Fuß wurde auch den Rest des Urlaubs nicht besser und ich werde nächste Woche ein MRT abwarten müssen, um letztendlich zu wissen, was mit ihm los ist.

Profi Athletin Julia Bohn

Fünf Euro ins Phrasenschwein - Das Leben geht weiter

Meine Motivation ist zunächst mal ganz ehrlich gesagt zerstört. Aber ich kenne mich, auch aus diesem Tief werde ich meine Stärke zu gewinnen wissen und auf Regen folgt Sonnenschein. Kein Erfolg geschieht ohne Niederlage, sowie es keinen Sonnenaufgang ohne Untergang gibt!

Ich warte nun meine körperliche Genesung ab und werde alles dafür tun, dass der Heilungsprozess schnell voranschreitet. Meine Zeit am Lake Tahoe werde ich niemals vergessen, denn irgendwie war es trotz DNF ein Finish für mich, von dem ich eine Medallie mit nach Hause gebracht habe, nämlich eine für mich schwere Entscheidung zu treffen und mir ihr klar zu kommen!!

Sportliche Grüße

Eure Julia Bohn

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