Kostenlose Hotline +49 (0) 800-4252150 Bestell-Hotline von 08:00 - 18:00 Uhr
Versand kostenlos schon ab 30,- €* *außerhalb DE ab 100,- € kostenlos
Gratis Beigaben zu jeder Bestellung* *Abhängig vom Bestellwert

Rubrik 189 – Body Coach Holger Gugg antwortet auf Eure Fragen

in der 189. Auflage der Rubrik "Frag den Body Coach" beschäftigt sich Fitnessexperte Holger Gugg mit dem neuen Meta Check Power, einem Gentest mit dem via Auwertung des spezifischen Muskelfasertyps individuelle Aussagen zur Trainingsgestaltung getroffen werden sollen. Was ist davon zu halten? Des weiteren geht es um die Effektvität pflanzlicher Fettquellen zur Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren. Wirklich effektiv oder nur die zweite Wahl?

Wöchentlich beantwortet Holger Gugg, Body Coach und Autor des Ernährungskonzeptes Human Based Nutrition (HBN), die Fragen der PEAK-Community. Wenn auch Dir eine Frage zu den Themen Training, Ernährung und Supplementierung einfällt, auf die Du bisher keine Antwort finden konntest, dann frage den Experten und nutze die Möglichkeit, Dir Deine Frage von Holger Gugg persönlich beantworten zu lassen! Die Möglichkeit hierzu besteht wieder ab Samstag, 17.03.2018. Sobald dann um 10:00 Uhr der Aufruf zu "Frag den Body Coach" auf der offiziellen Facebook Fanpage von PEAK erscheint, kommentiere einfach Deine Frage unter diesen Beitrag und mit etwas Glück kommt sie in die Auswahl, die am Montag Morgen getroffen wird. Keine Frage bleibt unbeantwortet! Alle verbliebenen Fragen erhalten eine kurze und kompetente Antwort auf Facebook, ausnahmslos!

Frage 1 – Was ist von Meta Check Power zu halten, der derzeit von Ronny Rockel beworben wird? Kann man via Gentest den Faseranteil der Muskulatur bestimmen und darauf basierend Trainingsempfehlungen aussprechen? http://bit.ly/2tLegoH

Frage von Disi Qw

Lieber Disi,

ich habe mir eine Auswertung des Meta Check Power beschafft um dir hierzu eine qualifizierte Aussage geben zu können. Der Check stützt sich auf einen klassischen Gen-Test bei dem via Speichelprobe spezifische Gen-Varianten für beispielsweise ACTN3, ACE, PPARA, PGC1A, AGT, IL6, TNF, IGF2, SOD2, CCR2 und CYP1A2 ermittelt werden. Die meisten dieser Gene sind mir bekannt, da diese auch bei FitnessGenes ausgewertet werden. Es handelt sich dabei um einen ähnlichen Dienst, dessen Auswertung ich bereits einer ausführlichen Analyse unterzogen habe (siehe Quelle).

Fest steht, dass sich via Gen-Test tatsächlich einige Variablen wie die genetische Neigung zur Muskelfasertypisierung, die Regeneration oder das Entzündungsaufkommen auswerten lassen. Folgende noch zu lösende Ungereimtheiten sehe ich speziell beim Meta Check Power.

1.

Solange du dich als „Misch-Typ“ einer Gen-Variante verstehst sind die Aussagen generell schwammig. Nur wenn du zwei gleiche Gene dein Eigen nennst, lässt sich eine echte Neigung feststellen. Am Beispiel einer aktuellen Studie die ich meinem Beitrag zum ISSN-Protokoll 2017 zitiert habe wird ersichtlich, dass die Wissenschaft sich damit zwar befasst, man derzeit aber noch nicht wirklich handfest damit arbeiten kann und Aussagen zur Trainingssteuerung wenn überhaupt nur sehr vorsichtig getroffen werden können.

2.

Spezifisch zur Bestimmung der Muskelfaserverteilung gibt es neben der Genetik weitere Einflussgrößen zu denen auch die Vorgeschichte zählt. Ein Mensch der viele Jahre Fußball gespielt hat weist sicher in der unteren Extremität eine andere Muskelfaserverteilung auf als eine Person die bis dato noch keinen Sport getrieben hat, auch wenn theoretisch die Gene exakt den selben Code hätten.

3.

Ein anderes Problem besteht in der spezifischen Muskelfaserverteilung pro Muskel. Natürlich weisen nicht alle Muskeln deines Körpers die gleiche Muskelfaserverteilung auf, weshalb sich via Speicheltest auch niemals auswerten lassen wird, wie eine wirklich spezifische Trainingsgestaltung der einzelnen Muskelgruppen aussehen kann, sondern nur eine Tendenz die auf den gesamten Körper ausgelegt ist.  Wer es hier ganz genau wissen möchte, muss im Labor den spezifischen Muskelfasergehalt einzelner Muskelgruppen via Biopsie bestimmen lassen.

Fazit

Ich verstehe mich als Freund des gesamten Themas Gen-Analytik und räume dem Ganzen in Zukunft eine hohe Bedeutung ein. Es gibt einige Gene, deren individuelle Entschlüsselung bereits echte Aussagen trifft. Als Beispiel sei hier das LCT-Gen (Laktoseverträglichkeit) zu nennen. Beim Thema Trainingssteuerung durch Gene oder wie hier im Beispiel Trainingsgestaltung anhand Muskelfasertypisierung sehe ich in der Praxis noch einige Fragezeichen die es erst zu lösen gilt bevor man sich uneingeschränkt auf Ergebnisse wie den Meta Power Check stützen sollte. Es ist sicher „interessant“ zu erfahren, was Mutter Natur sich bei bestimmten Genen für die jeweilige Person ausgedacht hat. Die Ergebnisse dienen in vielen Fällen derzeit aber eher noch als Richtwert und verstehen sich nicht als unumstößlichen Größe auf die man uneingeschränkt ein Trainingskozept anpasseen sollte. Im Verlauf der Jahre wird sich das Thema Trainingssteuerung via Gen-Analyse festigen, davon bin ich fest überzeugt.

Quellen

http://www.body-coaches.de/musclegenes-was-meine-gene-ueber-mich-verraten

https://www.peak.ag/de/classic/peak-blog/issn-die-wichtigsten-und-interessantesten-erkenntnisse-teil-4

Frage 2 - Was ist von Perilla-Öl als Omega-3-Quelle zu halten wie es über diesen Link angeboten wird?  http://bit.ly/2p3mPq0

Frage von Marco Palummieri

Lieber Marco,

ich habe den Link aufgerufen, einen kurzen Blick auf die Analyse geworfen und gesehen, dass hier eine pflanzliche Fettquelle als „besonders effektiv“ zur Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren herausgestellt wird. 80% des Öles bestehen aus Perilla Öl welches sich durch seine herausragende Omega-3-Säure Bilanz und das natürliche Verhältnis von Omega 3 zu Omega 6 Fettsäuren auszeichnen soll. Anbei die Produktanalyse auf der leider Gottes der entscheidende Wert, nämlich der echte Gehalt an Omega-3-Fettsäuren und folglich das Omega 3 zu Omega 6 Verhältnis nicht ersichtlich ist, was eine genauere Aussage zum Produkt zunächst nicht zulässt. Die Rede ist im Text von 60% Anteil an Omega-3-Fettsäuren … das aber nur am Rande erwähnt da es nicht entscheidend ist.

Kommen wir nun zur entscheidenden Frage nämlich der, ob Lebensmittel wie Leinöl oder eben auch Perilla-Öl tatsächlich die „besten“ Quellen für die Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren sein können. Die Antwort hierauf lautet klipp und klar – NEIN! Studien sehen in der Effektivität der Umwandlung pflanzlicher Omega-3-Quellen (wie in Perilla-Öl) ein großes Problem, insbesondere bei der Komponente DHA. Gerade DHA erweist sich als stärkste Omega-3-Komponente im Kampf für niedrige Entzündungswerte und ein gutes Blutfettsäure-Profil, so zeigt es eine aktuelle Studie von Allaire et al. Wenn überhaupt, kann man auf Seite pflanzlicher Quellen nur Algen-Öl als Ersatz für tierische Omega-3-Träger nennen, wenngleich hier immer auch die Thematik der Schadstoffbelastung im Raum steht. Neben konventionellem Fischöl erarbeitet sich Krill-Öl mehr und mehr einen Platz als potente Omega-3-Quelle. Es wird hervorragend absorbiert, enthält mit Astaxanthin einen natürlichen Schutz vor Verderb und ist weit weniger verunreinigt als Fischöl, was sich mitunter aus der Lebensdauer von Krill im Gegensatz zu Fisch begründet.

Fazit

Perilla-Öl kann trotz möglicher noch so toller Fettsäurebilanz NICHT als effektivste und beste Quelle für die Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren betitelt oder beworben werden! Weitere interessante Informationen zum Thema Omega-3-Versorgung via tierischer bzw. alternativer Quellen bekommst du HIER.

Quellen

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19269799
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/9637947

https://academic.oup.com/ajcn/article/104/2/280/4668547

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18589030

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12936959

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4559234/

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24679797