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Rubrik Frag den Body Coach - Holger Gugg antwortet auf Eure Fragen - Teil 117

Liebe Blogleserinnen und Blogleser,

Rubrik Frag den Body Coach was hältst Du von Kokoswasser mit Protein? Was hältst Du von Flossing? Wie ist Deine Meinung zum Taping? Die 117. Auflage der Rubrik "Frag den Body Coach" hält ausführliche und fachkompetente Antworten auf diese interessanten Fragen bereit.

Wöchentlich stellt sich Holger Gugg, Fitnessexperte und Autor des Ernährungskonzeptes Human Based Nutrition (HBN), den Fragen der PEAK-Community. Wenn auch Dir eine Frage zu den Themen Training, Ernährung und Supplementierung unter den Nägeln brennt, auf die Du bisher keine Antwort finden konntest, dann nutze die Chance, Deine Frage im Rahmen der Rubrik zu stellen. Die Möglichkeit hierzu besteht über jedes Wochenende, sobald am Samstag um 10Uhr der Aufruf zu "Frag den Body Coach" auf der offiziellen Facebook Fanpage von PEAK erscheint. Kommentiere einfach Deine Frage unter diesen Beitrag und mit etwas Glück ist Deine Frage in der Auswahl, die am Montagmorgen getroffen wird, und erscheint am darauffolgenden Freitag im Rahmen der Rubrik. Da keine Frage unbeantwortet bleiben soll, erhalten auch die verbliebenen Fragen in Facebook ihre Antwort

Frage 1 - Was hältst Du von dem Kokoswasser mit Protein?

Frage von Jens H.

Überall gibt es jetzt Werbung für Kokoswasser mit Protein. Sinnvoll oder nur ein neuer Hype?

Antwort von Holger Gugg

Lieber Jens,

„things come and go“ – man nennt dies einen Trend. Sehen wir doch mal, was es mit dem Trend Kokoswasser auf sich hat. Kokoswasser besteht zu 94 % aus Wasser und anders als der Rest der Kokosnuss aus sehr wenig Fett. Pro Tasse (240 ml) gerade mal 46 Kalorien, bestehend aus 9 g Kohlenhydrate, 2 g Protein, und 3 g Ballaststoffanteil. Dazu trägt Kokoswasser folgendermaßen zur Versorgung mit Mikronährstoffen bei:

  • Vitamin C:     10 % der RDI
  • Magnesium:  15 % des RDI
  • Mangan:       17 % der RDI
  • Kalium:        17 % der RDI
  • Natrium:       11 % der RDI
  • Kalcium:        6 % der RDI

… und liefert darüber hinaus etliche wirksame Antioxidantien, zum Schutz vor einem Überaufkommen an freien Radikalen.

Bisher vornehmlich im Tiermodell, wurde ein positiver Einfluss von Kokoswasser auf den Blutzuckerspiegel und andere Gesundheitsmarker an diabetischen Ratten belegt. Auch im Kampf gegen Nierensteine, hat man bereits mit Kokoswasser gearbeitet, auch hier aber bis dato nur an der Versuchsratte. Gleiches gilt auch für einen vermeintlich cholesterinsenkenden Effekt. Am hypertonen Menschen wurde bereits ein blutdrucksenkender Einfluss festgestellt. Nach Haddy und Sacks kann insbesondere eine hohe Kaliumzufuhr diesen Effekt begünstigen, der durch die Aufnahme von Kokoswasser gefördert wird (siehe oben).

Interessant für Sportler wird es beim Thema Rückgewinnung von Elektrolyten nach einem schweißtreibenden Training. Hierzu eignet sich Kokoswasser anscheinend hervorragend. Einziger Wehmutstropfen ist eine bei Kalman et al. festgestellte, teilweise verstärkte Neigung zu Blähungen und Magenbeschwerden in Verbindung mit der Aufnahme einer moderaten, bis hohen Menge nach dem Training.

Rubrik Frag den Body Coach 117

Fazit

Kokoswasser ein gesundes Getränk? – JA offensichtlich, es ist reich an wichtigen Mikronährstoffen und zumindest in Tierversuchen auch sonst gesundheitlich wertvoll. Mit 46 kcal pro 100 ml würde ich Kokoswasser nicht als kalorienarmes Getränk bezeichnen, weshalb bei seinem Einsatz die Kalorien definitiv zu tracken sind. Vorsicht ist geboten, da viele Anbieter neben Kokoswasser zudem mit Zucker arbeiten!

Frage 2 - Was hältst Du von Flossing?

Frage von Melanie C.

Was hältst Du von Flossing?

Antwort von Holger Gugg

Liebe Melanie,

Physiotherapeuten haben es nicht leicht smiley. Neben dem Taping (siehe unten), dass auch schon trotz dünner Datenbasis von einigen Fachleuten stark gehypt wird, gibt es seit einiger Zeit auch das Flossing, bei dem mittels eines speziellen Gummibandes, Gewebe abgeschnürt wird. Ziel ist es, damit alle fließenden Ströme in diesem Bereich zu unterbrechen. Zudem wirkt ein enormer Druck von außen auf alle Strukturen der betroffenen Stelle. In diesem Zustand wird die Struktur dann möglichst aktiv bewegt.

Flossing klingt irgendwie wie eine Mischung aus Okklussionstraining und Foam-Rolling und in der Tat vergleichen Experten Flossing mit dem Effekt von Faszienrollen, also dem „ausquetschen“ von Faszien. Es wird immer dann eingesetzt, wenn die Bewegung eingeschränkt oder die Muskulatur etwas schmerzt. Hier lindert es wohl Schmerzen und hilft dabei die Beweglichkeit zu verbessern, auch angeblich auch bei chronischen Gelenkleiden. Der Unterschied liegt wohl darin, dass Flossing nicht lokal begrenzt ist, sondern ringsherum wirkt. Vereinfacht ausgedrückt, ist ein Flossingband also eine Faszienrolle rings um das betroffene Gewebe. Löst man das Band wieder, wird der komplette Bereich verstärkt durchblutet und über Lymphbahnen gespült. In der Praxis wird das Band dann bis zu 3 Minuten angelegt, wie genau damit gearbeitet wird steht aber nirgends festgeschrieben, sodass es wohl mehrere Praktiken gibt.

Fazit

Zu Flossing selbst finden sich kaum Studien, zu Foam-Rolling dafür jede Menge, warum also „flossen“ statt zu „rollen“, würde ich derzeit als Fazit ausgeben, es sei denn, die Faszienrolle bietet sich aus praktischen Gründen in Einzelfällen nicht an.
 

Frage 3 - Wie ist Deine Meinung zum Taping?

Frage von Michael J.

Was hältst Du vom Tapen, z. B. bei Verletzungen wie einem Golferellenbogen? Die Physiotherapeuten die mich behandeln schwören darauf, ich bin mir da aber nicht sicher. Wollen sie mir evtl. nur das teure Tape verkaufen?

Antwort von Holger Gugg

Lieber Michael,

Gott sei Dank bin ich selbst noch nie in die Situation geraten, in der Taping eine mögliche Option gewesen wäre. Ich klopfe auf Holz, wenn ich schreibe, dass ich in 22 Jahren ohne größere Verletzung trainiert habe. Nichtsdestotrotz habe ich mich bereits mit Taping beschäftigt.

Es handelt sich dabei um eine Therapiemethode, die bei schmerzhaften Erkrankungen des Muskel- oder Sehnengewebes zur Anwendung kommt. Die Theorie hinter Taping ist, ein vermeintlicher Einfluss auf die Verschaltung von Zugrezeptoren der Haut und damit den Muskeltonus. Werden durch Taping über einen sog. Reflexbogen, besagte Zugrezeptoren aktiviert, sinkt die Muskelspannung.Trotz fehlender fundierter Arbeiten und eindeutiger Studienergebnisse (1),  trifft man Taping sowohl bei Sportmedizinern, als auch bei Orthopäden immer häufiger an und (wie auch in Deinem Falle) arbeiten Physiotherapeuten heutzutage häufig mit dem Taping. Die Anwendungsmöglichkeiten der Tapes sind vielfältig. Es kommt unter anderem bei Verspannungen, muskulären Dysbalancen oder Gelenkfehlstellungen zum Einsatz. Vor allem aber ist es nach Gelenkoperationen sinnvoll einzusetzen, da es die Heilung beschleunigt. Taping kann fast an allen Stellen des Körpers angewandt werden, da sich beinahe überall Muskeln befinden, die therapiert werden können. Die Art und Weise wie Tapes angewandt und angebracht werden, bestimmt sich über den therapeutischen Nutzen, den man sich vom Taping erwartet. Geht es darum Muskelschmerzen zu lindern, sollen Gelenkentzündungen behandelt oder der Lymphfluss angeregt werden? Diese Fragen gilt es vor Beginn der Tapingsitzung zu klären und genau danach bestimmt sich auch die Anwendung.

Abzuraten bzw. kontrainduziert ist die Anwendung von Tapes für die Wundheilung. Taping unterstützt hier weder Heilungseffekte, noch ist anzuraten, Tapes auf nicht intakte Haut anzubringen. Auch für entzündetes Gewebe ist die Anwendung von Tapes nicht vorgesehen. Wer eine Pflasterallergie hat, könnte auch mit Taping Schwierigkeiten bekommen, wenngleich allergische Reaktionen eher selten sind.

Das schöne am Taping ist, dass man sich eine Wirkung ohne Nebenwirkung erwarten darf, weshalb bei der Anwendung auch nichts mehr passieren kann, als das keine Wirkung eintritt bzw. sich keine Vorteile ergeben. Der kluge Tapeanwender legt sich seine Tapes jedoch nicht völlig unbeholfen an, sondern schult sich entsprechend selbst, bzw. lässt einen Fachmann ran. Für richtiges Taping lassen sich Kurse belegen. Für Ausprobierfreudige werden die Tapes so gut wie immer mit dem Faserverlauf der betroffenen Muskulatur angelegt. Der Anfang des Tapes (ca. 3 cm) wird ohne Spannung aufgeklebt, das Hauptstück wird gespannt geklebt, der Schluss dann wieder ohne Spannung. Einmal aufgeklebt halten gute Tapes mehrere Tage, aber nach etwa 2 Tagen verlieren auch diese ihre Spannung und damit auch die Wirkung. Der Aufbau aller Tapes ist derselbe, es handelt sich um elastische Klebebänder auf Baumwollbasis. Qualitative Unterschiede gibt es dennoch definitiv, weshalb man sich nicht mit der absoluten Billigvariante begnügen sollte. Sinnvoll ist es sicher, sich über den Hersteller sowie Erfahrungswerte in Sachen Tragezeit und Tragekomfort im Vorfeld eines Kaufs zu informieren. Die klassischen Farben, wie blau und rot stammen aus der Farblehre der Kinesiologie. Früher standen rote Tapes für tonisierende Tapes zur Anregung des Gewebsstoffwechsels und blaue für detonisierende Tapes, die bei Schwellungen und Entzündungen zur Anwendung kamen. Die einzige Unterscheidung ist hier tatsächlich die Farbe, das verwendete Material ist immer dasselbe. Da wissenschaftliche Belege zur unterschiedlichen Wirkung verschiedener Farben fehlen, arbeiten die meisten hiermit nicht mehr.

Fazit

Was haben wir? Eine wissenschaftlich dünn belegte Behandlungsmethodik, die allerdings in Fachkreisen breit gefächert zum Einsatz kommt. Da ich keine eigenen Erfahrungen zum Thema beitragen kann, wäre mein Rat dem Ganzen eine Chance zu geben und dann entsprechend einen eigenen Erfahrungswert einzuholen. Sag mir gerne Bescheid, wie dieser ausgefallen ist!

 

Rubrik Frag den Body Coach Mit sportlichen Grüßen

Dein

Holger Gugg

 

 

 

 

Quellen:
Quellen zu Frage 1

  • http://nutritiondata.self.com/facts/nut-and-seed-products/3115/2
  • http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24141413
  • http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22900330
  • http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24835026
  • http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22449517
  • http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25651375
  • http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22576019
  • http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3192488/
  • http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23489503
  • http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17004906
  • http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18809454
  • http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15892382
  • http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16467502
  • http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/9449404
  • http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12056182
  • http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17883020
  • http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22257640

Quelle zu Frage 2

  • http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23306413 (1)