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Rubrik Frag den Body Coach - Holger Gugg antwortet auf Eure Fragen - Teil 143

Liebe Blogleserinnen und Blogleser,

Rubrik Frag den Body Coachin der 143. Auflage der Rubrik "Frag den Body Coach" beantwortet Fitnessexperte Holger Ggg, wie effektiv Sportmundschienen für die Leistungsfähigkeit sind und ob es möglich ist, gezielt Fett abzubauen.

Wöchentlich beanwortet Holger Gugg, Body Coach und Autor des Ernährungskonzeptes Human Based Nutrition (HBN), die Fragen der PEAK-Community. Wenn auch Dir eine Frage zu den Themen Training, Ernährung und Supplementierung einfällt, auf die Du bisher keine Antwort finden konntest, dann frage den Experten und nutze die Möglichkeit, Dir Deine Frage von Holger Gugg persönlich beantworten zu lassen! Die Möglichkeit hierzu besteht wieder ab Samstag, dem 04.03.2017. Sobald dann um 10:00 Uhr der Aufruf zu "Frag den Body Coach" auf der offiziellen Facebook Fanpage von PEAK erscheint, kommentiere einfach Deine Frage unter diesen Beitrag und mit etwas Glück kommt sie in die Auswahl, die am Montagmorgen getroffen wird. Dann erscheint sie am darauffolgenden Freitag im Rahmen der Rubrik. Keine Frage bleibt unbeantwortet - alle verbliebenen Fragen erhalten eine kurze und kompetente Antwort auf Facebook - ausnahmslos! Und nun: Viel Spaß beim Lesen!

Frage 1 - Wie effektiv sind Sportmundschienen für die Leistungsfähigkeit?

Frage von Marv B.

Was gibt es zu sagen über DPS (Dental Power Splint) bzw. angepasste Sportmundschienen und ihre Effektivität? Die Frage zielt besonders auf Maximalkrafttraining ab. Tatsächlich effektiv oder Humbug?

Antwort von Holger Gugg

Lieber Marv,

bei DPS handelt es sich nicht um eine gewöhnliche Bissschiene (konfektionierte Tiefziehschiene), die hauptsächlich prophylaktisch bei Sportlern zur Anwendung kommt, um vor Zahntraumata zu schützen. Stattdessen wird die DPS feinjustiert (okklusale Feinjustierung) und ganz genau an den Kiefer bzw. die Bissbedingung angepasst. DPS (für gewöhnlich eine Unterkieferschiene) soll dabei helfen, die optimale Bissposition zu finden und diese zu fixieren, um damit den Kiefer sowie umliegende Muskulatur in eine absolute Ruhestellung zu versetzen. Fehlstellungen oder das bei Sportlern oftmals zu beobachtende fest zubeißen während intensiver Belastungen seien nicht nur verantwortlich für Beschädigungen bei Zähnen und Zahnfleisch, sondern auch für muskuläre Dysbalancen, Gelenkdispositionen im Bereich der oberen Wirbelsäule und letztlich dann auch eine eingeschränkte Leistungsfähigkeit, schlechtere Beweglichkeit, weniger Gleichgewicht und Defizite bei der Koordination. Klingt nach einer Menge Potenzial.

Umso verwunderter war ich, als ich auf der Herstellerseite genau eine einzig Studie (1) aufgefunden habe (ich nehme an, falls es weitere gäbe, wären sie hier aufgeführt), die zudem leider nur an einer Probandengruppe mit 17 Sportlerinnen und Sportlern durchgeführt wurde. Insgesamt wurden fünf grundlegende sportmotorische Tests in den Aufbau involviert:

  • Sprungkraft
  • Rumpfrotation nach links/rechts
  • Rumpfbeuge
  • Einbeinstand
  • Liegestütze

die unter 3 Bedingungen ausgeführt wurden:

  • ganz ohne Schiene
  • mit einer alternativen Schiene (nicht DPS)
  • mit DPS

Unter dem Strich zeigt sich in diesem kleinen Versuch zwar eine Veränderung der Testergebnisse mit DPS, die besser ausfällt als die mit alternativer Schiene und gänzlich ohne Schiene, es wird aber von den Forschern selbst angegeben:

„…….Ob es sich um einen Sekunden-, Placebo-, oder Langzeiteffekt handelt, ist in weiterführenden Studien mit größerem Probandenklientel zu klären.“

Eine Antwort auf Deine spezifische Frage, nämlich echte Effekte im Rahmen von Maximalkrafttraining, bekommst Du aus dieser Studie nicht, da es nicht Bestandteil der Studie war.

Dass wir automatisch bei hoher Belastung auf die Zähne beißen, kommt nicht von ungefähr. Forscher haben dieser Methodik bereits eine Steigerung von Kraftwerten nachgewiesen. Natürlich ist die DPS nicht die erste Bißschiene mit der im Sportbereich bearbeitet wird. Weiterführend ist in bestehenden Untersuchungen zu alternativen Modellen die Rede von einer erhöhten Sauerstoffaufnahme sowie einer reduzierten Bildung von Laktat, was Vorteile für anaerobe und aerobe Belastungen bedeuten würde. Tatsächlich zeigt eine Studie (2) genau das. Forscher verglichen Kraftwerte einmal:

  • ohne Zähne zusammenbeißen
  • mit Zähne zusammenbeißen
  • mit Zähne zusammenbeißen + Bißschiene

Im Ergebnis traten tatsächlich Vorteile der Handkraft, aber auch in Sachen Schnelligkeit der Kraftentwicklung bei einer Ruderübung auf. Hier geben die Forscher zu Protokoll, dass es in jedem Fall einer maßgeschneiderten Schiene bedarf. Die weit weniger individuelle Lösung wie z.B. der Mouthguard von Under Armour wird ebenfalls als individualisiertes Mundstück verkauft. Tatsächlich belegt eine Studie hiermit weniger Cortisol während und auch noch 10 Minuten nach intensiver Belastung und das, obwohl es sich hierbei eher nicht um eine professionell angepasste Schiene handelt (3). Wie man weiterführend von weniger Cortisol im und nach dem Training profitieren kann, wird nicht berichtet…

Fazit
Effektiv oder Humbug? – Eine klare Antwort darauf gibt es noch nicht, mit Betonung auf „NOCH“. Ich weiß nicht, wie lange es DPS schon gibt, es sollten jedenfalls zeitnah weiterführende Studienergebnisse mit mehr Probanden und nochmals ausgedehntem Umfang der zu bestimmenden Marker angestrebt werden, das ganz dann unbedingt auch über einen längeren Versuchszeitraum. Wie es scheint, verbirgt sich hinter angepassten Mundschienen durchaus Potenzial. Welches genau und ob der Kosten-Nutzenfaktor für den jeweiligen Anwender eine Anschaffung rechtfertigt, wird sich zeigen. Für den Moment würdest Du für Deine spezielle Zielsetzung DPS ohne jeglichen spezifischen Datenhintergrund testen!

Rubrik Frag den Body Coach 143

Frage 2 - Ist es möglich, gezielt Fett abzubauen?

Frage von Mirco R.

Ist es möglich, gezielt Fett abzubauen? Hier würde natürlich jeder sofort sagen: Nein, ist es nicht (mich eingeschlossen). Ich habe jetzt aber einen interessanten Artikel gelesen, nachdem es doch möglich sein sollte, sofern vorab die Voraussetzungen geschaffen wurden. Genauer gesagt geht es um eine Kombination aus einer Kraftausdauer- mit einer aeroben (Cardio)übung. Ziel ist es, den "blood flow" in dem Areal zu erhöhen, damit hier dann im Anschluss gezielt Fett mobilisiert werden kann. Für mich hört sich das Ganze relativ schlüssig an. Deine Meinung würde mich interessieren.

Antwort von Holger Gugg

Lieber Mirco,

eine tatsächlich interessante Frage, da sich Abnehmwillige und Sportler (insbesondere Bodybuilder) schon lange einen Weg wünschen, der dies effektiv verspricht. Schade, dass Du mir zum zitierten Artikel keinen Link eingefügt hast. Wie ich Deinen Ausführungen aber entnehmen kann, waren belegend zur aufgestellten Theorie keinerlei Quellen hinterlegt. Das stimmt mich schon mal etwas vorsichtig und kritisch. Aber sehen wir uns doch einmal an, was er vor hat…. Eine Erhöhung des Blood-Flow via Kraftausdauertraining mit begleitendem Cardiotraining findet natürlich erst einmal in den jeweils beteiligten Muskeln und nicht direkt in den Fettzellen statt. Kraftausdauertraining aktiviert die jeweiligen Zielmuskeln und Cardiotraining arbeitet systemisch, darum heißt es Cardiotraining! Durch den hohen Anteil beteiligter Muskeln (mehr als 60% aller Skelettmuskeln) hat das cardiovaskuläre System einen erhöhten Aufwand. Momentan sind wir also noch komplett im Muskel, wo zunächst mehr Blut antransportiert wird, um Versorgung und Entsorgung zu beschleunigen. Die Belastung zapft nun intramuskuläre Energiespeicher an, also ATP, CrP, und weiter dann entsprechend intramuskuläres Fett oder eben Glykogen. Falls das nicht mehr ausreicht, meldet der Muskel Bedarf aus anderen Depots an, die nun aber völlig unberührt vom „Blood Flow“, den das Training ausgelöst hat, abgerufen wird. In Frage kommt der Blutzucker, die Leber oder eben ein Fettdepot, welches eine hohe Stoffwechselaktivität aufweist und damit Fettenergie relativ schnell bereitstellen kann.
Letztlich gibt es sogar noch eine Studie, die sich mit dem Effekt von Kraftausdauertraining auf gezielten Körperfettabbau befasst. So heißt es:
„In conclusion, the training program was effective in reducing fat mass, but this reduction was not achieved in the trained body segment.“

Fazit
Die aufgestellte Theorie hinkt, da sie Blood-Flow-Erhöhung im Muskel und in Fettspeichern ausgelöst durch Training verwechselt. Auch hier also eher keine Neuerfindung des Wagenrades –
Schade, dass ich nichts Besseres hierüber berichten kann.

 

Rubrik Frag den Body CoachMit sportlichen Grüßen

Dein

Holger Gugg

 

 

 

Quellen:

Quellen zur Frage 1:
(1)
http://link.springer.com/article/10.1007/s00337-011-0864-5
(2)
http://journals.lww.com/nsca-jscr/pages/articleviewer.aspx?year=2016&issue=04000&article=00026&type=abstract
(3)
https://pdfs.semanticscholar.org/2a0c/5d61df9555b268118ccb346cd6a37aaf240b.pdf

Quellen zu Frage 2:
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23222084