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Rubrik Frag den Body Coach – Holger Gugg antwortet auf Eure Fragen – Teil 84

Liebe Blogleserinnen und Blogleser,

Rubrik Frag den Body Coachwie kann man Nikotin als Stimulans bewerten? Ist es besser, Dextrose oder Maltodextrin nach dem Training zu nehmen? Welche Folgen haben genmanipulierte Lebensmittel auf unseren Stoffwechsel? Diese interessanten Fragen bilden den Kern der 84. Auflage der Rubrik "Frag den Body Coach", in der Holger Gugg, erfolgreicher Body Coach und Autor des Ernährungskonzeptes Human Based Nutrition (HBN), wöchentlich die Fachfragen der PEAK-Community beantwortet.

Wenn auch Ihnen eine Frage auf dem Herzen liegt, auf die Sie bisher keine Antwort finden konnten, dann nutzen Sie die Möglichkeit, die sich Ihnen jeden Samstag auf der offiziellen Facebook Fanpage von PEAK bietet. Ab 10 Uhr erscheint dort der Aufruf zur Fragestellung "Frag den Body Coach" und Ihnen bleibt das gesamte Wochenende Zeit, Ihre Frage in den Kommentaren zu verfassen. Eine Auswahl an Fragen erscheint am darauffolgenden Freitag im Rahmen der veröffentlichten Ausgabe der Rubrik. Aber auch die Fragen, die es nicht in die nähere Auswahl geschafft haben, erhalten ihre Antwort direkt in Facebook.

Frage 1 - Wie kann man Nikotin als Stimulans bewerten?

Frage von Nils

Zugegeben umstritten, aber ich hab angefangen, mich mit Nikotin als Stimulans zu beschäftigen. Durch den schlechten Ruf ist es schwer, eine objektive Darstellung zu bekommen. Besonders im Bodybuilding. Ich würde mich über Deine Ansicht freuen!

Antwort von Holger Gugg

Lieber Nils

ich wüsste nicht, warum man nicht auch Nikotin objektiv behandeln sollte? Ist es nicht so, dass diese Substanz zu den am häufigsten konsumierten Stimulanzien überhaupt zählt? Sich damit nicht oder nur unter vorgehaltener Hand zu befassen, ist Frevlerei.

Bei Nikotin handelt es sich um ein Alkaloid, welches über einen spezifischen Rezeptor (Nikotinrezeptor oder Ach-Rezeptor) an Gefäßen und im Nervensystem wirksam ist. Nikotin stimuliert über die Beeinflussung der Katecholamine Adrenalin und Noradrenalin das sympathische Nervensystem. Über diesen Effekt kommt es zur Hemmung des Appetits und zur Freisetzung von Energiesubstraten ins Blut. Auch Serotonin und Dopamin werden unter Nikotineinfluss ausgeschüttet und sorgen so für eine kurzfristige Anhebung der Gedächtnisleistung sowie der psychomotorischen Leistungsfähigkeit. Über eine Stimulation des dopaminergen Belohnungssystems erfährt man positive Stimmung. Die negative Seite von Nikotin ist eine hemmende Wirkung der Funktion des Magen-Darm-Traktes sowie eine verringerte Organdurchblutung.

Studien zu Nikotin (Zigarettenkonsum mit mehr als 10 pro Tag) zeigen im Vergleich zu Nichtrauchern eine erhöhte Fettoxidation sowie einen tendenziell besseren Taille/Hüft-Quotienten. Mit 1mg Nikotin pro Tag über Kaugummi ließ sich bei Normalgewichtigen eine erhöhte Thermogenese feststellen, ein Effekt der in Verbindung mit Koffein noch stärker zu tragen kommt (das magische Duo – Kaffee und Zigaretten).

Fazit

Es heißt nicht umsonst, dass eine Entwöhnung vom Rauchen oftmals mit einem Gewichtsanstieg einhergeht. Nikotin wirkt sich direkt auf das Appetitverhalten aus, fehlt dieser Stimulus, kommt es zunächst sicher zu einem erhöhten Verlangen nach Nahrung (Kalorien). Allen Nachteilen zum Trotz, kann Nikotin als Stimulans eine Reduktionsphase unterstützen!

Rubrik Frag den Body Coach 84

Frage 2 - Ist es besser, Dextrose oder Maltodextrin nach dem Training zu nehmen?

Frage von Karim R.

Ist es besser, Dextrose oder Maltodextrin nach dem Training zu nehmen?

Antwort von Holger Gugg

Lieber Karim,

eine sehr praxisnahe Frage, darum hat sie es auch in die Rubrik geschafft.

Bei Dextrose handelt es sich um reine Glukose und damit um einen Einfachzucker. Maltodextrin besteht aus mehreren Kohlenhydraten, die chemisch/enzymatisch via Hydrolyse bearbeitet werden und sich aus Mono- Di- und Polysacchariden zusammensetzen.

Nina Pannoni untersuchte 2011 den Einfluss mehrerer Kohlenhydratvarianten, mitunter Maltodextrin, Dextrose, Vitargo und „Waxy Maize“ an weiblichen Fußballerinnen auf den Blutzucker. Wie sich herausstellte, kam es bei allen Kohlenhydraten 30 Minuten nach der Einnahme zu den höchsten Ausschlägen der Blutglucose im Vergleich zu einem Placebo. Spitzenreiter beim Glucose-Peak waren Maltodextrin, Vitargo und Dextrin mit nur leichten Unterschieden. Waxy Maize lag deutlich unter dem Blutzucker-Peak der anderen Zuckerarten. Schon 15 Minuten später, also 45 Minuten nach der Einnahme, reduzierte sich der Blutzucker wieder signifikant bei allen Zuckerarten bis auf Waxy Maize ebenfalls wieder auf (in etwa) dasselbe Niveau. 60 Minuten nach der Einnahme zeigen sich dann die Unterschiede zwischen Dextrose und Maltodextrin, indem der Blutzucker bei Maltodextrin nochmals signifikant deutlicher abfiel als in der Dextrose-Gruppe. Noch nicht in den  hypoglykämischen Bereich, dennoch aber unter das Ausgangniveau sank binnen 120 Minuten nach der Einnahme der Blutzucker bei Dextrose deutlich stärker als in der Maltodextrin-Gruppe. Nach 180 Minuten relativierte sich der Blutzucker zwischen beiden Kohlenhydraten auf etwa denselben Stand. Weitere Untersuchungen wie die von Katrin Wehrmüller von der ETH Zürich sehen die Unterschiede im Glucose-Peak zwischen Dextrose und Maltodextrin noch deutlicher. Hier sorgt Dextrose für einen deutlicheren Peak, fällt dann aber auch schneller wieder ab, während der Blutzucker bei Maltodextrin nicht derart stark ansteigt, dafür aber etwas länger erhöht bleibt.

Dextrose und Maltodextrin zeigen Studien zur Folge Unterschiede im Blutzuckerverhalten, die je nach Quelle unterschiedlich dargestellt werden. Eine wissenschaftliche Anerkennung dieser Studienergebnisse bzw. der dort festgestellten Wirkung ist bisher jedoch nicht erfolgt.

Ein zweiter Unterschied besteht in der Osmolarität beider Zuckerarten. Maltodextrin bindet über die niedrigere Osmolarität weniger Wasser, was es ermöglicht, die Aufnahme mit relativ wenig Flüssigkeit bzw. auch im Rahmen einer leichten Dehydration zu maximieren. Sportlerinnen und Sportler berichten bei Maltodextrin durchweg von einer besseren Verträglichkeit, wenngleich ein wesentlich erleichternder Einfluss auf die Resorption im Darm nicht von allen Quellen gestützt wird.

Maltodextrin scheint in Sachen Verträglichkeit die Nase vorn zu haben. Wer binnen kurzer Zeit größere Mengen Kohlenhydrate zuführen möchte, wird dies mit Maltodextrin besser bewerkstelligt bekommen.

Fazit

Die Antwort auf Deine Frage lautet – MALTODEXTRIN. Es scheint verträglicher zu sein und sorgt zumindest nach Aussage der genannten Studien für einen anhaltend erhöhten Blutzuckerspiegel, der sich zum einen positiv auf die Glykogen-Resynthese auswirkt und andererseits eine Hypoglykämie nach dem Training vermeidet. Für optimale Glykogen-Resynthese solltest Du übrigens Ivy et al zur Folge auf eine Kombination aus Maltodextrin und Protein setzen, wie sie sich beispielsweise in meinem HBN Post-Workout-Complex wieder findet. Abschließend sei angemerkt, dass die Wissenschaft diese Studienergebnisse bisher nicht offiziell anerkannt hat, sodass keine konkrete Wirkung versprochen werden kann.

Glucofast

Frage 3 - Welche Folgen haben genmanipulierte Lebensmittel auf unseren Stoffwechsel?

Frage von Ramona R.

Welche Folgen haben genmanipulierte Lebensmittel auf unseren Stoffwechsel?

Antwort von Holger Gugg

Liebe Ramona,

bei Genmanipulation wird das Erbgut eines Organismus verändert. In der heutigen Zeit wird dieses Verfahren dafür eingesetzt, Ernteerträge zu erhöhen, indem man Pflanzen einerseits widerstandsfähiger gegen Krankheiten macht oder ihnen damit einen Wachstums-Turbo verpasst. Auch der Geschmack einer Pflanze kann via Genmanipulation verändert werden. So werden heutzutage Mais, Soja, Papaya, Raps oder Reis gen-manipuliert (um nur einige Beispiele zu nennen). Wir verzehren genmanipulierte Lebensmittel direkt, werden aber natürlich auch indirekt damit konfrontiert, indem wir Produkte von Nutztieren verzehren, die damit gefüttert werden. Ethische Fronten streiten sich über die Vertretbarkeit einer Genmanipulation mit denen, die sich um die Ernährung der Weltbevölkerung Sorgen machen. So entstehen natürlich Pro und Contra in die eine und andere Richtung. Wenn man etwas nicht kann, ist es eine allgemein verbindliche Aussage über Auswirkungen genmanipulierter Lebensmittel zu treffen. Studien wie die von Conner aus 1999 sehen in gezielter Genmanipulation kein größeres Gefährdungspotenzial. Domingo gab 2011 keine Gefährdung von Menschen durch Genmanipulation zu Protokoll und auch bei Tieren wurden in mehreren Studien bis dato keine belegbaren negativen Effekte bewiesen, während bestimmte Spritzmittel wie Roundup (ein sehr gängiges Spritzmittel) in einigen Studien als möglicherweise schädlich eingestuft wird, schädlicher sogar, als die eigentliche Genmanipulation einer Nutzpflanze.

Fazit

Ich bin mir sicher, Du hast eine etwas andere Antwort erwartet, derzeit kann ich aber keinen wirklich fundierten Hinweis auf echte schädliche Effekte genmanipulierter Lebensmittel finden, der allgemeingültig wäre. Etwas gewagter sind hier die Ausführungen im Buch „Weizenwampe“ in Bezug auf genmanipuliertes Getreide, weshalb ich Dir dies noch als Lese-Tipp mit auf den Weg gebe.

 

Rubrik Frag den Body CoachMit sportlichen Grüßen

Ihr

Holger Gugg

 

 

Quellen zur Frage 1:

https://ajcn.nutrition.org/content/77/6/1442.full

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/7608276

Quellen zu Frage 2:

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20975107

https://scholarcommons.usf.edu/cgi/viewcontent.cgi?article=4476&context=etd

https://e-collection.library.ethz.ch/eserv/eth:26203/eth-26203-01.pdf

http://jap.physiology.org/content/93/4/1337.short

Quellen zu Frage 3:

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15947471

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18348900

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10415441

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21296423

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25184846

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22155268

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18328408

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18835430