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Viola Schulz - Herausforderung Allgäuer Panorama Ultramarathon

Liebe BLOG-Leserinnen und Leser, liebe PEAK-Kundinnen und Kunden,

Viola Schulzheute berichtet unsere Langstreckenläuferin Viola Schulz von Ihrer Teilnahme am Allgäuer Panorama Ultramarathon. Lesen Sie im folgenden, wie unsere Peak Athletin diese enorme Herausforderung in landschaftlicher Idylle gemeistert hat.

 

von Viola Schulz

Für erfahrene Marathon und Trail-Läufer die Herausforderung im Allgäu / Kleinen Walsertal!!

So lautet die Ausschreibung des siebten Allgäuer Panorama Ultramarathons! Mit knapp 70 Km Laufstrecke und über 3000 Höhenmetern eine respekteinflößende sportliche Angelegenheit, der ich mich am 18.08.2013 gestellt habe!

Die Anreise

Mit Laufpartner Thomas reiste ich schon am Samstag nach Sonthofen im Allgäu und wir bezogen in einer nahe liegenden Kaserne unser Nachtquartier, da der Startschuss schon am nächsten Morgen um sechs Uhr fallen sollte! Doch zuerst suchten wir den Ort des Geschehens auf, um unser Startpaket abzuholen. Dieses bestand außer der wichtigen Startnummer und den Transpondern noch aus vielen kleinen Geschenken, über die ich mich sehr freute. Mit im Paket waren Pflegeartikel, ein Glücksanhänger, Laufstirnband und, was ganz wichtig war und auch Pflicht beim Ultra, die Rettungsdecke sowie eine Pfeife! Einen super schönen Rucksack gab es statt einem T-Shirt und ich fand die Idee toll, einen Rucksack kann man immer brauchen ;)! Um 17.30 Uhr gab es noch eine Wettkampfbesprechung für alle Läufer.  Axel Reusch (Veranstalter des APM) erklärte uns die wichtigen Eckdaten zum Wettkampf und zeigte uns auf einem Bildschirm noch mal die zu bewältigenden Höhenmeter an. Meine Anspannung wuchs!

Danach stand Essen auf dem Programm, um noch ordentlich Kohlenhydrate zu tanken und mein großes Loch im Magen zu füllen! Wir landeten beim Thailänder und aßen Nudeln mit Hühnchen und danach gab es ein leckeres Eis!

In der Kaserne angekommen, legten Thomas und ich noch schnell unsere Sachen für den kommenden Tag bereit und legten uns sehr früh schlafen, da der Wecker schon um vier die Nacht beenden würde! Doch ich fand einfach keinen Schlaf, denn ich war aufgeregt!

Der Wettkampftag

Viel zu früh läutete der Wecker und das Frühstück, das aus Haferflocken mit Milch bestand, wollte auch noch nicht so richtig schmecken.

Wir ließen die Kaserne hinter uns und machten uns auf, um rechtzeitig an den Start zu kommen. Noch schnell die Toilette aufgesucht, ein Bild für die daheim gebliebenen gemacht und schon fiel ziemlich unspektakulär der Startschuss. Alles verlief sehr ruhig, ich fühlte mich wohl und die Aufregung war mit dem ersten Laufschritt verflogen. Thomas und ich trabten los, eskortiert von vielen Ultraläufern um uns herum, die alle gut gelaunt in den Lauftag mit uns starteten!

Es konnte losgehen. Der Tag sollte sonnig werden, meine Laune wuchs mit jedem Schritt und mein Läuferherz kam in Schwung. Nach ungefähr 3 km warteten auf uns auch schon die ersten Höhenmeter. Nun ging es hinauf zum Hüttenberg und weiter zur Weltcuphütte. Auf schmalen immer mehr ansteigenden Wegen liefen wir in den Wald.  Die Wege wurden immer mehr zum Trail! Auf Naturwegen über Wurzeln, Steinen und Gestrüpp lief ich, die unbeschreiblich schöne Natur genießend, der ersten Cutoff –Station entgegen. Die Grasgerenhütte war das erste Ziel nach 19 Km und 1150 Höhenmeter. Ich lag gut in der Zeit (2:26 Laufzeit) und meine Sorge, das erste Zeitlimit nicht zu schaffen, hatte sich in Luft aufgelöst! Hier gab es die erste große Vollverpflegungsstation und ich tankte meine Energiereserven mit Glucofast von Peak auf, spülte mit viel Wasser nach und trabte mit neuer Motivation erst mal bergab zu Dinigörgen-Alpe und weiter zu Toniskopf-Alpe rein in den Wald und hinab ins Rohrmoos. Mir ging es bis dahin sehr gut, die Beine liefen irgendwie von alleine und ich hatte sogar Gelegenheit noch ein paar Fotos mit dem Handy zu machen, bevor es nach 1050 Höhenmeter abwärts wieder bergauf ging. Ein stetes bergauf und bergab, was meiner Beinmuskulatur alles abverlangte. Nun waren es nur noch knapp 45 km, die vor mir lagen! Nach ungefähr 30 Km waren wir im Kleinwalsertal, das schon auf österreichischem Boden liegt. Die Landschaft ließ das Läuferherz höherschlagen und die Strapazen vergessen! Die Sonne entfaltet ihre Kraft! Zum Leidwesen meiner Laufleistung. Es ging zum Mittag hin und es wurde immer wärmer. Nun kamen wir immer mehr in alpines Gelände und wohin man blickte, hatten Kühe die Landschaft für sich eingenommen. Ununterbrochen kamen wir an Tore/Gatter/Schwingmechanismen, die zu öffnen und natürlich hinter sich wieder zu schließen waren, um die lieben Milcherzeuger nicht versehentlich raus zu lassen. Etliche Höhenmeter lagen bis dahin schon hinter uns, ob negative oder positive, es wurde immer schwerer zu laufen. Doch die Strecke bot Abwechslung und eine Natur, die man nicht so schnell vergisst. Begleitet von den Glocken, die die Kühe gemächlich am Hals vor sich hin baumeln ließen, durchstreifte ich die unglaubliche Landschaft.  

Viola Schulz

Es ist bemerkenswert, wie viele Familien am Sonntag-Mittag mit ihren Kindern in den Bergen unterwegs waren. Ständige Ausweichmanöver und Abbremsversuche, Haken schlagen und „Achtung“ Rufe machten die Bergab Strecke nach Oberstdorf nicht gerade einfacher. Dennoch bekamen wir unzählige Anfeuerungen zugerufen und anerkennende Bemerkungen hinsichtlich unserer Leistung, die wir bei ca. 28 Grad unbarmherziger Sonnenkraft an den Tag legten!

Kilometer 45 - Es wird brenzlig

Nach ungefähr 45 Km und 2000 Höhenmetern merkte ich die Anstrengung deutlich. Meine Oberschenkel haben sich angefühlt, als wären sie aus Beton und mein Rücken schmerzte zunehmend. Aber aufgeben ist nicht! Endlich erreichte ich nach 7:30 Stunden die nächste Cutoff-Station. Immer noch gut in der Zeit dachte ich, als ich in die Erdinger-Skisprung-Arena einbog. Der Anblick der Sprungschanzen ist beeindruckend, nur leider ging es mir in diesen Moment nicht besonders gut, um es genießen zu können. Die Hitze und die Anstrengung drückten mir mächtig aufs Gemüt. Da gab’s nur eins…Holger Gugg anrufen. Mein Freund und Coach unterstützte mich mit Tipps, was ich zu mir nehmen soll und dass ich meine Salztabletten nicht vergessen darf, ich soll langsam machen. Ja und was anderes konnte ich auch leider bei den nächsten 10 km nicht tun. Es ging 1000 Höhenmeter hoch und das auf einer Strecke von 10 km!!

Es war gut dass ich in der Erdinger-Arena noch nicht wusste, was mich auf den letzten 20 km erwarten würde. Ich gebe es nicht gerne zu, aber der Sonnenkopf hat mich fast an meine Grenzen gebracht. Noch schnell eine Mischung aus Glucofast, Whey und Plutonium von Peak zu mir genommen und schon ging es mir etwas besser. Es konnte gestärkt weiter gehen, denn aufgeben gibt es nicht. Die Steigung begann harmlos und entpuppte sich dann zu einer totalen Quälerei!! Es ging irgendwann so den Berg rauf, durch den Wald mit Wurzeln und Geröll, das jeder Schritt pure Anstrengung bedeutete. Und es wurde mit jeden Höhenmeter anstrengender. Ich lief beinahe auf allen Vieren dem Gipfel entgegen. Ich versuchte, meinen Puls unter Kontrolle zu bekommen, indem ich immer wieder anhalten musste, da mein Herz drohte aus den Brustkorb zu springen. Den Blick tapfer nach vorn (oben) hoffte ich nach jeder Biegung endlich das Gipfelkreuz des Sonnenkopfes zu erblicken und wurde mehrmals enttäuscht. Bei meinem Kampf nach oben überholte ich dann doch noch  den ein oder anderen Mitstreiter und bemerkte, dass es anderen noch schwerer fiel als mir, nach oben zu kommen. Als ich endlich nach einem Kampf von 2:30 Stunden das Ende der Steigung erblickte, wusste ich, ich hatte es geschafft. Die letzten 10 km ging es nur noch bergab Richtung Sonthofen und ins Ziel. Aber der Ausblick vom Sonnenkopf aus war unbezahlbar. Ich bekam Gänsehaut, als ich am Fuße des Gipfelkreuzes köstliche Salzstangen und Wasser mit etwas Cola zu mir nahm. Ja auch hier oben gab es eine Versorgungstelle. Das Team des Allgäuer Panorama Laufes ist einfach unschlagbar. Ich verweilte noch eine Weile, bis ich mich an den Abstieg machte.

Viola Schult Ultra Marathon

Der erste Abschnitt war schwer zu laufen, da die Koordination etwas auf der Strecke geblieben war und die Muskulatur machte auch nicht mehr ganz so mit, wie sie sollte. Es ging über Stock und Stein auf kleinen Pfaden nach unten, bis endlich wieder eine Straße zum Vorschein kam. Nun konnte ich auch wieder in einen leichten Trab gehen und es war erstaunlich, wie schnell ich dann doch die letzten 10 km ins Ziel gekommen bin.

Der Zieleinlauf

Was für ein Gefühl, als ich in die Zielstraße eingebogen bin. Die viele Menschen die mir meinen Namen zuriefen und mich auf den letzten Metern noch anfeuerten. Ich mobilisierte meine letzten Kraftreserven und legte noch einen kleinen Sprint über die Ziellinie hin und konnte es kaum fassen, ich hatte es geschafft. Was für ein Lauf. Ich kann behaupten dass dies einer meiner schwersten Läufe in meiner Laufkarriere war, aber mitunter auch der Schönste!!

Es ist beeindruckend was die Organisatoren und alle die lieben Helfer auf die Beine gestellt haben!! Ein ganz großer Dank gilt diesen tollen Menschen, die mich auf der Strecke angefeuert haben und den Mitläufern die irgendwie immer wieder um mich waren und so toll bei Laune gehalten haben. Ultraläufer zu sein bedeutet in einer großen Familie gemeinsam zu kämpfen. Es fasziniert mich immer wieder dieses Miteinander bei Ultras unter den Läufern!

Mit Stolz nahm ich meine Medaille entgegen und holte mein schwer verdientes Steinmännchen ab.

Nach 11:15 Stunden und als fünfte meiner Altersklasse bin ich sehr zufrieden mit meiner Leistung und ich weiß heute schon: Nächstes Jahr wird die Zielzeit auf unter 11 Stunden gesetzt.

Doch bis dahin stehen noch mehrere Läufe und ein ganz großes Projekt an. Aber mehr wird erst verraten, wenn es dann soweit ist, aber man darf gespannt sein!

Viola Schulz Peak Athletin

In diesem Sinne: lasst es laufen, auch wenn es manchmal weh tut!

Eure Viola

 

 

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