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Bodybuilding

Der nachfolgende Artikel befasst sich mit allen Facetten des Bodybuildings. Er behandelt die Aspekte des richtigen Bodybuilding-Trainings, der richtigen Ernährung sowie Supplementierung und liefert zudem einen Einblick in das Wettkampf-Bodybuilding. Außerdem wird die dem Bodybuilding nachgesagte Dopingproblematik aufgegriffen und in diesem Zusammenhang der Begriff Natural Bodybuilding erläutert.

1. Allgemeines über Bodybuilding

Der Begriff Bodybuilding bezeichnet eine Sportart, die das Ziel des symmetrischen Muskelaufbaus verfolgt. Neben der Maximierung von Muskelmasse steht ein möglichst geringer Körperfettanteil auf der Agenda eines Bodybuilders, sodass die Muskeldefinition bestmöglich zur Geltung kommt.

Neben dem Training spielen die Ernährung und der Lifestyle eines Bodybuilding-Sportlers eine übergeordnete Rolle, um das angestrebte Erscheinungsbild zu erreichen.

Das Ergebnis der harten Arbeit wird im Bodybuilding auf Wettbewerben präsentiert, in welchen die Körper der Teilnehmer von einer Jury begutachtet, miteinander verglichen und bewertet werden.

In der Gesellschaft wird Bodybuilding eher als Randsportart wahrgenommen, da der Gebrauch von Dopingmitteln allgegenwärtig ist. Eine Gegenbewegung, die sich bewusst von dem belasteten Image des Bodybuildings abgrenzen möchte, ist das Natural Bodybuilding. Durch umfangreichere Dopingtests soll bestmöglich sichergestellt werden, dass ein dopingfreies „Kräftemessen“ auf der Wettkampfbühne erreicht wird.

2. Das Bodybuilding-Training

Um Muskelwachstum auszulösen, wird im Bodybuilding ein Krafttraining ausgeführt, bei welchem die Kraftentwicklung jedoch eher von sekundärer Bedeutung ist. Immer wieder werden die Begriffe Bodybuilding und Kraftsport in einen Topf geworfen, was bei genauerer Betrachtung falsch ist. Während der Kraftsportler in seinem Training das Ziel verfolgt, möglichst viel Gewicht zu bewegen, verfolgt der Bodybuilder das Ziel, seine Muskulatur aufzubauen bzw. weiterzuentwickeln. Konkret lässt er seine Muskeln gegen einen ansteigenden Widerstand kontrahieren, um Muskelaufbaureize, die im Fachjargon als Hypertrophiereize bezeichnet werden, zu setzen. Für die körperliche Entwicklung eines Bodybuilders spielt das verwendete Trainingsgewicht dabei eher eine untergeordnete Rolle, hingegen bspw. der Gewichtheber, als echter Kraftsportler, daran gemessen wird. Im Bodybuilding zählt die optische Erscheinung der Muskulatur und nicht die Kraftleistung, die der Muskel im Stande ist zu leisten. Folglich unterscheidet sich das Bodybuilding also vom Kraftsport, obwohl zum Muskelaufbau auch ein Krafttraining ausgeführt wird.

2.1 Muskelaufbautraining

Abbildung 1 – Das richtige Training ist eine wichtige Komponente im Bodybuilding. Intensität ist einer der Schlüssel, die zum Erfolg führen.

Um die für das Bodybuilding notwendige Muskelmasse aufzubauen, wird ein sogenanntes Hypertrophietraining verfolgt. Als Hypertrophie wird das Dickenwachstum der Muskulatur bezeichnet. Für das Muskelaufbautraining wird ein Wiederholungsbereich von 6-12 Wiederholungen empfohlen. Um Muskelwachstum auszulösen, muss durch ein intensives Krafttraining ein überschwelliger Trainingsreiz ausgelöst werden. Auf diesen Reiz reagiert der menschliche Organismus mit einer Anpassung und u.a. dem Aufbau von Muskelmasse. Eine progressive

Belastungssteigerung ist notwendig, um stetige Fortschritte im Muskelaufbau zu erreichen. Konkret bedeutet dies, dass in jeder Trainingseinheit entweder die Erhöhung des Trainingsgewichtes, eine höhere Anzahl der ausgeführten Wiederholungen oder ein höheres Trainingsvolumen angestrebt werden sollte. Für einen möglichst fortwährenden Erfolg ist es außerdem förderlich, wenn eine variierende Belastung stattfindet. Dies kann bspw. durch einen Wechsel der Trainingsreihenfolge, Übungsreihenfolge im Training als auch durch eine Anpassung der Pausenlänge erfolgen. Hierzu zählt auch die sogenannte Periodisierung des Trainings. Unter dem Begriff „Trainingsperiodisierung“ versteht man eine vorausschauende Trainingsplanung, die zyklische Wechsel auf andere Trainingssysteme (Kraftausdauer, Kraftaufbau) vorsieht.

Das wichtigste jedoch, ist das ausgewogene Verhältnis zwischen Be- und Entlastung, denn nur wenn dies gegeben ist, kann Muskelwachstum stattfinden. Die Adpationen (Anpassungsprozesse) werden durch das Training hervorgerufen, aber finden erst in der darauffolgenden Regenerationsphase statt.

Für den erfolgreichen Muskelaufbau ist es darüber hinaus unerlässlich, dass alle Bemühungen kontinuierlich und dauerhaft stattfinden. Nur wer in regelmäßigen Abständen sein Training absolviert, wird in der Lage sein, Muskulatur aufzubauen und somit sein Trainingsziel im Bodybuilding zu erreichen.

2.2 Beispielhafte Trainingspläne für das Bodybuilding

Bodybuilding-Anfänger sollten zunächst einen Ganzkörpertrainingsplan verfolgen, an dem der gesamte Körper mehrmals wöchentlich in einer Einheit trainiert wird. Hier werden die großen Muskelgruppen (z.B. Beine und Rücken) i.d.R. vor den kleineren Muskelpartien (bspw. Schultern und Arme) trainiert. Ein beispielhafter Trainingsplan für ein Ganzkörpertraining ist im Folgenden ersichtlich:

ÜbungSätzeWiederholungen
Beinpressen 3 8-12
Beincurls 3 8-12
Latzug in den Nacken 3 8-12
Rudern an der Maschine 3 8-12
Bankdrücken an der Maschine 3 8-12
Schulterdrücken an der Maschine 3 8-12
Kabelcurls 3 8-12
Trizepsdrücken am Kabel 3 8-12
Crunches 3 8-12

 

Im Laufe des Trainingsfortschritts weicht das Ganzkörpertraining dann dem sogenannten Split-Training. Bei dem Splittraining werden einzelne Muskelgruppen einander zugeordnet und gemeinsam an einem Tag trainiert, während andere Muskelpartien an einem anderen Tag in die Mangel genommen werden. Ein sogenannter 3er Split, der alle Muskelpartien auf drei Tage aufteilt, könnte folgendermaßen aussehen:

ÜbungSätzeWiederholungen
Tag 1: Brust, Schultern, Bizeps    
Bankdrücken mit Langhantel 3 8-12
Schrägbankdrücken mit Langhantel 3 8-12
Fliegende mit Kurzhanteln 3 8-12
     
Schulterdrücken mit Langhantel 3 8-12
Seitheben mit Kurzhantel 3 8-12
     
Langhantelcurls 3 8-12
Hammercurls mit Kurzhantel 3 8-12
     
Tag 2: Beine und Bauch    
Beinstrecker 3 8-12
Kniebeugen 3 8-12
Beinpressen 3 8-12
Beinbizepscurls 3 8-12
Wadenheben 3 8-20
     
Crunches 3 8-20
Beinheben 3 8-20
     
Tag 3: Rücken und Trizeps    
Klimmzüge 3 8-12
Langhantelrudern 3 8-12
Rudern am Kabel mit engem Griff 3 8-12
Hyperextensions 3 8-12
     
French Press 3 8-12
Trizepsdrücken am Kabel 3 8-12

 

2.3 Intensitätstechniken im Bodybuilding

Da die Muskulatur eines Bodybuilders im Laufe der Trainingserfahrung immer schlechter auf das Muskelaufbautraining anspricht, ist für den fortgeschrittenen Athleten die Verwendung von sogenannten Intensitätstechniken sinnvoll. Mittels dieser Methoden ist es dem Bodybuilder möglich, die Trainingsintensität zu erhöhen und neue Wachstumsreize zu setzen bzw. die Muskulatur zu schocken. In der nachfolgenden Tabelle sind fünf der beliebtesten Intensitätstechniken im Bodybuilding aufgezählt und beschrieben:

IntensitätstechnikErklärung
Supersätze Als Supersatz bezeichnet man die Ausführung von zwei unmittelbar aufeinanderfolgende Übungen. Als klassischer Supersatz ist bspw. der Langhantelcurl, der vom French Press gefolgt wird.
Drop- bzw. Reduktionssätze Ein Drop- bzw. Reduktionssatz verlängert einen durch Muskelversagen beendeten Satz über i.d.R. zwei Reduzierungen des Trainingsgewichtes und der daran anschließenden Wiederaufnahme der Übung (ohne Satzpause).
Abfälschen Als Abfälschen wird das gezielte Abweichen von der korrekten Trainingstechnik bezeichnet, wenn bspw. mittels „Schwungholen“ weitere Wiederholungen ausgeführt werden können.
Erzwungene Wiederholungen Wenn ein Trainingspartner dem Trainierenden bei einer Wiederholung assistiert, sodass er weitere Wiederholungen ausführen kann, obwohl er alleine dazu nicht mehr in der Lage wäre, dann spricht man von erzwungenen Wiederholungen.
Gigantensätze Als Gigantensatz wird die unmittelbare Abfolge mehrerer Übungen hintereinander bezeichnet (ohne Pause).

 

Da mit der Anwendung von Intensitätstechniken auch die Belastung des Organismus und des zentralen Nervensystems steigt, sollten diese Techniken nur gezielt und selten eingesetzt werden. Geeignet ist der Einsatz bspw. bei dem Erreichen eines Trainingsplateus (einem Punkt, an dem der Trainingsfortschritt ausbleibt).

3. Die Bodybuilding-Ernährung

Die meisten Bodybuilder verzehren deutlich mehr Mahlzeiten als man dies von einem Durchschnittsmenschen gewöhnt ist, denn im Bodybuilding ist es keine Seltenheit, dass täglich fünf bis sechs Mahlzeiten verzehrt werden. Grundsätzlich wird in der Bodybuilding-Ernährung zwischen der sogenannten Masse- und der Definitionsphase unterschieden. In der Massephase, oftmals auch als „Off-Season“ bezeichnet, wird das Ziel des Muskel- bzw. Masseaufbaus verfolgt. Darauf folgt i.d.R. eine Definitionsphase, in der mittels einer Diät das Ziel einer besseren Definition der aufgebauten Muskelmasse erreicht werden soll. In der Massephase ist die Ernährung eines Bodybuilders auf einen Kalorienüberschuss ausgerichtet, um die erforderlichen Nährstoffe für den Muskelaufbau bereitzustellen. Die Zufuhr von ausreichend Eiweiss, welches Hauptbestandteil der Muskulatur ist, spielt hierbei eine wichtige Rolle. In der Praxis wird ein täglicher Proteinkonsum von rund 2,0g pro kg/Körpergewicht empfohlen, wobei auch Empfehlungen ausgesprochen werden, die über diesem Wert liegen. Eine ausreiche Proteinzufuhr ist besonders in der Definitionsphase von Bedeutung, um den Muskelerhalt bestmöglich zur gewährleisten, da hier die Gefahr des Muskelabbaus besonders hoch ist. Dies bedingt das Kaloriendefizit, welches für die erfolgreiche Abnahme von Körperfett in einer Diät notwendig ist, da mit diesem katabole (muskelabbauende) Stoffwechselprozesse einhergehen.

Um die Bodybuilding-Ernährung bestmöglich anzupassen, ist die Kenntnis über den eigenen Kalorienverbrauch von großer Bedeutung. Ein Kalorienrechner liefert diesbezüglich einen Orientierungswert, der anhand der Angabe personen- und aktivitätsbezogener Daten errechnet wird.

Abbildung 2 – Die richtige Bodybuilding-Ernährung beinhaltet neben einer ausreichenden Makronährstoffversorgung auch die bedarfsgerechte Zufuhr von Mikronährstoffen.

Neben einer ausreichenden Versorgung mit Protein spielt auch die bedarfsgerechte Zufuhr von Kohlenhydraten und Fetten eine wichtige Rolle in der Ernährung eines Bodybuilders. Die diesbezüglich empfohlene Menge ist vom jeweiligen Stoffwechseltyp verschieden und hängt darüber hinaus vom angestrebten Ernährungszustand (Masse- oder Definitionsphase) ab. In der Vergangenheit wurde das Fett vom Bodybuilder strikt gemieden, da befürchtet wurde, dass die Definition unter einer Fettzufuhr leiden würde. Heute weiß man jedoch, dass dies ein Irrglaube war und von einer moderaten Fettzufuhr sogar Vorteile ausgehen. Bestimmte Fettsäuren sind essentiell und somit lebenswichtig. Außerdem wird Fett

für die Bildung von Hormonen benötigt, die für das Bodybuilding von großer Bedeutung sind (bspw. Testosteron).

Fälschlicherweise wird der ausreichenden Zufuhr von Mikronährstoffen (z.B. Vitamine, Mineralien) oftmals wenig Beachtung geschenkt, dabei sind diese für die Funktion nahezu aller Stoffwechselvorgänge notwendig und daher für den Bodybuilder von hervorgehobener Bedeutung.

 

3.1 Bodybuilding-Supplements

Im Bodybuilding werden zahlreiche Supplements (Nahrungsergänzungen) verwendet, die dem Bodybuilder bei dem Erreichen seiner Zielsetzung behilflich sein sollen. In erster Linie finden Proteinpulver Verwendung, die nachweislich zum Muskelaufbau und Muskelerhalt beitragen. An oberster Stelle steht hier das sogenannte Whey-Protein (Molkenprotein). Als schnelles Protein gilt es als ideale Nachtrainingsversorgung und wird zusammen mit einem hochglykämischen Kohlenhydrat und ggfs. Creatin im sogenannten Post-Workout Shake unmittelbar nach dem Training verzehrt. Neben den schnellen Proteinen sind auch Protein-Supplements erhältlich, die eine langanhaltende Versorgung mit Aminosäuren gewährleisten. Hier ist das Casein als Bestandteil des Milchproteins zu nennen. Aufgrund dieser Eigenschaft verwenden viele erfolgreiche Bodybuilder dieses langsam verdauliche Protein am Abend, kurz vor dem Schlafengehen, um die Muskulatur über Nacht mit Aminosäuren zu versorgen und somit zum Aufbau und Erhalt von Muskelmasse beizutragen.

Besonders Creatin ist im Bodybuilding heißbegehrt, da diese natürliche Substanz bei einer täglichen Verzehrmenge von 3g nachweislich in der Lage ist, die körperliche Leistung bei kurzzeitig intensiven Belastungen im Rahmen eines Schnellkrafttrainings zu steigern. Diese Leistungssteigerung ermöglicht u.a. die Verwendung eines schwereren Trainingsgewichtes, was wiederrum zu besseren Resultaten im Muskelaufbau führt.

Des Weiteren werden im Bodybuilding Aminosäuren, wie bspw. Arginin, BCAAs, EAAs, Beta Alanin und Glutamin eingesetzt, die als Proteinbausteine maßgeblich am Aufbau und Erhalt von Muskelmasse beteiligt sind. Diese Supplemente sind sowohl in Pulver- als auch in Kapsel- oder Tablettenform erhältlich.

Die ideale Bodybuilding-Ernährung besteht aus einer ausgewogenen Mischkost, die gezielt durch Supplemente ergänzt wird, um eine bestmögliche körperliche Entwicklung und Leistungsfähigkeit zu gewährleisten.

4. Wettkampf-Bodybuilding

Auf Amateur- und Profiebene messen sich Bodybuilder in unterschiedlichen Klassen im Wettkampf-Bodybuilding. Gekleidet mit einem Posingslip bzw. Bikini werden die Teilnehmer hinsichtlich folgender Kriterien miteinander verglichen:

  • Muskulosität
  • Symmetrie
  • Proportionen
  • Präsentation
  • Ästhetik

Neben der richtigen Posingbekleidung zählt auch das Auftragen einer Bräunungscreme zu einer perfekten Bühnenpräsentation, die der Muskulatur unter dem hellen Bühnenlicht zu einem besseren „Look“ verhilft.

Die Vorbereitung auf einen solchen Bodybuilding-Wettbewerb ist lang und hart. Neben einer strikten Wettkampfdiät, die nicht selten rund 3-4 Monate durchgezogen werden muss, wird das reguläre Krafttraining meist auch durch Ausdauereinheiten (Cardio) ergänzt, um eine bessere Fettverbrennung zu erzielen. Ambitionierte Bodybuilder verbringen in dieser Zeit meist den ganzen Tag mit ihrem Vorhaben, denn es gilt nicht nur das enorme Trainingspensum zu absolvieren, sondern auch, Mahlzeiten vor- bzw. zuzubereiten und einzunehmen.

Um den letzten Feinschliff zu gewährleisten, entwässern die Athleten in der finalen Wettkampfphase und versuchen gleichzeitig durch das sogenannte Entladen & Aufladen einen möglichst prallen, vollen und trockenen Look zu erhalten.

4.1 Entladen und Aufladen der Glykogenspeicher

Die Bodybuilding-Fachbegriffe „Entladen“ und „Laden“ beziehen sich auf die Manipulation der Glykogenspeicher in der Muskulatur. Mittels dieser Methode soll am Wettkampftag ein praller und voller Look der Muskulatur erzielt werden.

Das Prinzip funktioniert folgendermaßen: Der Bodybuilding-Sportler entleert durch eine sehr geringe Kohlenhydratzufuhr und ein sogenanntes „Entladetraining“ bestmöglich die Glykogenspeicher seiner Muskulatur. Dieses Vorgehen wird meist über 1-3 Tage verfolgt, um die gewünschte Entleerung zu gewährleisten. Die Muskulatur gerät nun in eine Art „Hungerzustand“, was bewirkt, dass sie nun extrem aufnahmefähig für neues Glykogen ist. In der nun folgenden Aufladephase, die meist 1-3 Tage andauert, konsumiert der Wettkampfathlet eine hohe Menge an Kohlenhydraten, um diesen Zustand auszunutzen und die Speicher wieder zu füllen. Während der Aufladephase sollte kein Training absolviert werden, da die zugeführten Kohlenhydrate in diesem Fall nicht als Glykogen eingelagert werden, sondern als Energiesubstrat verbraucht werden. In dieser Superkompensationsphase ist es der Muskulatur möglich, mehr Glykogen zu speichern, als dies unter normalen Umständen möglich gewesen wäre. Das Endergebnis einer korrekt durchgeführten Ladephase ist die angestrebte volle und pralle Optik der Muskulatur.

Da Glykogen Wasser bindet, ist während des Aufladens eine Zunahme des Körpergewichtes möglich. Insbesondere bei Athleten, die nah am Gewichtslimit ihrer Klasse sind, ist dies zu berücksichtigen.

4.2 Entwässerung

Neben der Ladephase zählt das Entwässern zu den finalen Wettkampfvorbereitungen im Bodybuilding. Das Ziel der Entwässerung ist es, das Wasser zwischen Muskulatur und Haut bestmöglich zu verringern, um die bestmögliche Muskeldefinition zu erreichen. Da subkutane Wassereinlagerungen (zwischen Muskel und Haut) die Muskeldetails verdecken würden, kommt dem Aspekt der Entwässerung ebenfalls eine wichtige Bedeutung zu. Die natürliche Entwässerung erfolgt über die Flüssigkeitszufuhr des Bodybuilders. Rund 7 Tage vor dem Wettkampf beginnt der Athlet damit, sein Trinkverhalten zu verändern und seinen Körper mit Wasser zu „überladen“. Die Flüssigkeitszufuhr wird demzufolge stetig über mehrere Tage erhöht, bis sie kurz vor dem Wettkampftag ihren Höhepunkt erreicht (meist liegt dieser bei 8-10 Litern täglich). Kurz vor dem Wettkampf wird die Wasserzufuhr dann komplett oder zumindest weitesgehend eingestellt. Dieser Vorgang hat zur Folge, dass der Körper sich dem subkutanen Wasser entledigt und die Muskulatur „frei“ wird.

Ein ebenfalls wichtiger Aspekt in dieser Zeit ist die Natriumzufuhr, die angepasst an die Wasserzufuhr zunächst erhöht und dann weitesgehend komplett eingestellt wird. Ein verstärkter Verzehr von Natrium kann über natriumreiche Lebensmittel oder durch gezieltes Aufsalzen von Speisen gewährleistet werden.

Die finale Wettkampfvorbereitung sollte unbedingt von einem fachkundigen Betreuer übernommen werden, da der Vorgang der Entwässerung einen massiven Eingriff in den Organismus darstellt und das Funktionieren nur bei richtiger Handhabe gewährleistet ist. Außerdem müssen die ineinandergreifenden Maßnahmen individuell abgestimmt werden. Daher gibt dieser Abschnitt des Artikels lediglich einen kleinen – unvollständigen - Einblick in die natürliche Entwässerung und darf keinesfalls als Anleitung gesehen oder gar als solche nachgeahmt werden.

Der Vollständigkeit halber sei angeführt, dass eine chemische Entwässerung ist mit sogenannten Diuretika möglich ist. Hierbei handelt es sich jedoch um Entwässerungsmittel, die im Bodybuilding unter verbotenes Doping fallen und deren Anwendung sehr komplex und vor allem risikoreich für die Gesundheit ist.

bodybuilding wettkampf
Abbildung 3 – In sogenannten Vergleichen werden die Athleten einer Klasse miteinander verglichen und anhand diverser Kriterien seitens der Wettkampfjury bewertet. Hier zu sehen ist ein solcher Vergleich in der „Most Muscular-Pose“.

Der bekannteste und prestigeträchtigste Bodybuilding-Wettbewerb ist der Mr. Olympia, der erstmals 1965 in New York City ausgetragen wurde. Ein Sieg beim Mr. Olympia in der offenen Bodybuilding-Klasse ist aktuell mit 250.000 USD dotiert und gilt als die höchste Auszeichnung im Profi-Bodybuilding. Mit sieben Mr. Olympia Titeln ist der legendäre Arnold Schwarzenegger einer der erfolgreichsten Bodybuilding-Athleten aller Zeiten. Nur Ronnie Coleman und Lee Haney (beide USA) liegen mit acht Sandows, die Bezeichnung für die Trophäe, die der Gewinner des Mr. Olympia erhält, in der Rangliste der Mr. Olympia Titelträger vor ihm. Neben Ronnie Coleman zählen seine beiden amerikanischen Landsmänner, Jay Cutler und Phil Heath (beide 4 Titel), sowie der Brite Dorian Yates (6 Titel) zu den erfolgreichsten Mr. Olympia Teilnehmern der Neuzeit. Im Jahr 1999 wechselte der Austragungsort des berühmten Bodybuilding-Wettkampfes nach Las Vegas, Nevada, wo er noch heute stattfindet.

4.3 Das Posing

Der Begriff Posing beschreibt im Bodybuilding das „in Szene setzen“ der Muskulatur. Das Posing ist als elementarer Bestandteil eines Bodybuilding-Wettkampfes in ein Grundposing und eine Posingkür unterteilt. Die Bedeutung des richtigen Posings ist hoch, denn die beste Form nützt wenig, wenn sie nicht eindrucksvoll in Szene gesetzt werden kann. Daher dient das Posing als „Sprache“ der Athleten, um ihre monatelange Arbeit bestmöglich auf der Wettkampfbühne zu präsentieren. Ist für den Außenstehenden nicht ersichtlich, welch enorme Anstrengung hinter den harten Muskelkontraktionen steckt, so kann dem Bodybuilder ein gutes Posing attestiert werden. Das ideale Posing vermittelt den Anschein von Leichtigkeit und ist durch harmonische Übergänge und flüssige Bewegungen gekennzeichnet.

Im Bodybuilding existieren acht Grundposen und vier sogenannte Grundstellungen, die im Rahmen eines Wettkampfes seitens der Jury mehrfach abgefragt werden können. Zu den Grundposen zählen:

bodybuilding posing
Abbildung 4 – Die seitliche Trizeps-Pose zählt zu den Pflichtposen im Bodybuilding.
  • Doppelbizeps-Pose von vorne
  • Latissimus-Pose von vorne
  • Seitliche Brust-Pose
  • Seitliche Trizeps-Pose
  • Doppelbizeps-Pose von hinten
  • Latissimus-Pose von hinten
  • Bauch und Beine
  • Most Muscular-Pose

Neben den Vergleichsrunden, in denen Bodybuilder mittels der vorgestellten Posen untereinander verglichen werden, existiert auch noch die sogenannte Posing-Kür. Hier gilt es, eine elegante und ausdrucksstarke Choreographie auf die Beine zu stellen, die aus Grundposen, Abwandlungen derer und passenden Übergangsbewegungen eine ausgewählte Musik stimmig untermalen soll.

Einer, der das Posing verinnerlicht hat und immer wieder durch seine großartigen Posing-Darbietungen von sich reden macht, ist die deutsche Bodybuilding Legende Thomas Scheu.

In dem nachfolgenden Videoclip sehen Sie eine seiner legendären Posingküren:

 

5. Doping im Bodybuilding

Das Bodybuilding gilt als eine Sportart, die durch einen weit verbreiteten Dopingmissbrauch immer wieder im Mittelpunkt des medialen Interesses steht. Der Gebrauch von anabolen Steroiden, diversen Hormonpräparaten und Entwässerungsmitteln (Diuretika) scheint sowohl auf Amateur- als auch auf Profiebene allgegenwärtig zu sein. Mit dem Konsum von Dopingmitteln gehen einige gesundheitliche Risiken einher, die u.a. mit folgenden Nebenwirkungen einhergehen können:

  • Gynäkomastie (Wachstum einer weiblichen Brust)
  • Impotenz
  • Schrumpfung der Hoden
  • Nieren- und Leberschäden
  • Herzprobleme
  • Psychische Probleme
  • Schlaganfälle

Außerdem sind Todesfälle bekannt, die auf den Konsum von Dopingmitteln zurückzuführen sind.

Um dem Dopingmissbrauch vorzubeugen, verfügt die IFBB (International Federation of Bodybuilding and Fitness) über ein eigenes Dopingkomitee und hat Bestimmungen erlassen, die jedem angeschlossenen Verband auf nationaler Ebene (stellvertretend für Deutschland ist dies der DBFV e.V.) vorschreiben, Dopingkontrollen durchzuführen.

6. Natural Bodybuilding

In Anbetracht des vorbelasteten Rufs des Bodybuildings hat sich mit dem Natural Bodybuilding eine Gegenbewegung etabliert, die sich den sauberen Sport auf die Fahne geschrieben hat. Federführend agiert hier der GNBF e.V., welcher von Natural Bodybuilder Berend Breitenstein ins Leben gerufen wurde. Das Natural Bodybuilding besinnt sich auf das ursprüngliche Bodybuilding, welches der Gesundheit des Menschen dienen soll. Seit 2004 richtet der GBNF e.V. jährlich die Deutsche Meisterschaft im Natural Bodybuilding aus, die jedes Jahr steigende Teilnehmerzahlen zu verzeichnen hat. Nach dem Wettkampfreglement der GNBF e.V. messen sich die Teilnehmer und Teilnehmerinnen in folgenden Klassen:

  • Frauen Figur
  • Frauen-Athletik
  • Frauen-Bodybuilding
  • Teenage
  • Junioren
  • Masters I
  • Masters II
  • Paarposing
  • Männer International
  • Männer Bantamgewicht
  • Männer Leichtgewicht
  • Männer Mittelgewicht
  • Männer Leicht-Schwergewicht
  • Männer Schwergewicht

Des Weiteren wird ein Gesamtsieger der Masters gekürt und am Ende der Veranstaltung geht es um den Männer Gesamtsieg der Deutschen Meisterschaft, an dem alle Klassensieger der Männerklassen teilnehmen. Der Sieger der internationalen Männerklasse wird hier jedoch außer Konkurrenz gewertet.

Zur Wahrung des dopingfreien Bodybuildings werden neben den Dopingtests am Wettkampftag selbst, sogenannte „Out of Season Testings“ durchgeführt, bei denen die Sportler jederzeit mit einem unangekündigten Dopingtest rechnen müssen. Folgende Testverfahren werden vom GNBF e.V. zur Dopingkontrolle eingesetzt:

  • Entnahme von Blutproben
  • Entnahme von Urinproben
  • Entnahme von Haarproben

Die entnommenen Proben werden daraufhin im Institut für Dopinganalytik und Sportbiochemie (www.idas-kreischa.de) auf verbotene Substanzen kontrolliert, die über die seitens der GNBF e.V. entworfenen „Liste der verbotenen Substanzen und Methoden“ und der offiziellen Dopingliste der WADA definiert werden.

7. Zusammenfassung

Beim Bodybuilding handelt es sich um einen 24-Stunden-Sport, dessen Erfolg von dem Training, der Ernährung und der Supplementierung sowie dem Lifestyle eines Bodybuilders abhängig ist. Um die Muskulatur zu formen und weiterzuentwickeln, absolvieren Bodybuilding-Sportler ein Krafttraining, bei welchem die Kraftentwicklung jedoch nur von sekundärer Bedeutung ist. Im Wettkampf-Bodybuilding streben die Athleten auf der Wettkampfbühne nach Perfektion, die sich sportartspezifisch aus diversen Faktoren zusammensetzt und am Ende von einer Jury bewertet wird. Um diese Perfektion zu präsentieren, wenden die in Posingslips bzw. Posingbikini bekleideten Bodybuilding-Athletinnen bzw. –Athleten das Posing an. Da das Image des Bodybuildings dopingbehaftet ist, erfreut sich das Natural Bodybuilding einer stetig wachsenden Anzahl an Befürwortern und Anhängern.

 

Quellen: