• KOSTENLOSE HOTLINE +49 (0) 800-4252150
  • VERSANDKOSTENFREI INNERHALB DE AB 20€
  • GRATIS PEAK T-SHIRT AB 100€

Tryptophan – Muskelaufbau durch Regeneration Teil 2 – „Wie kommt DIE Aminosäure ins Gehirn?“

Liebe Blog-Leser und treue Peak-Kunden,

in Teil 1 meiner BLOG-Serie, habe ich aufgezeigt, wie man in Alltag und Sport vom Einsatz eines Tryptophan-Supplements profitieren kann.

Tryptophan ist eine Aminosäure, welche nicht als Struktur- oder Funktionsaminosäure in den Muskel eingebaut wird, sondern Ihre Wirkung über das Gehirn entfaltet. Mit vielen Substanzen aus unserer täglichen Nahrung und Supplementierung, verhält es sich ebenso. Sie werden über das Blut ins Gehirn transportiert, um dort das Gehirn zur weiteren Aktionen anzutreiben. In der Folge wirken sie sich dann auf  Muskelaufbau, Fettabbau oder Gesundheit aus.

Damit unser Gehirn funktionieren kann, muss es über die Nahrung mit einer Vielzahl von Nährstoffen versorgt werden. Auch eine Kommunikation unseres Gehirns mit der „Außenwelt“, den restlichen Organen und Körperregionen -der sog. Peripherie-, muss fortwährend stattfinden können. Hierzu bedarf es vieler Botenstoffe (Hormone). Zudem muss das Gehirn aber auch vor schädlichen Viren und Bakterien geschützt werden. Diesen Schutzwall bildet die so genannte Blut-Hirn-Schranke.

Wie man sich diese Schutzbarriere vorzustellen hat, wie Sie aufgebaut ist und welche Möglichkeiten es gibt Sie zu passieren, ist Inhalt meiner heutigen Ausführungen.

Dieser BLOG ist gedacht für interessierte, fortgeschrittene Leser, aber auch für alle anderen Leser, welche sich dieser HERAUSFORDERUNG stellen möchten, um mehr über die Schaltzentrale unseres Körpers – das Gehirn- zu erfahren.

Einleitung und praktische Relevanz

Unsere Hirnsubstanz verfügt mit der Blut-Hirn-Schranke, über einen äußerst strengen Türsteher. Dieser ist notwendig, damit die unzähligen Abläufe im Gehirn in einer kontinuierlich geschützten Umgebung stattfinden. Nur so ist eine optimale Funktionalität gewährleistet und Störungen werden vermieden.

Ob eine Substanz die Blut-Hirn-Schranke passieren kann, hängt davon ab, welche Größe die Moleküle haben, wie die Löslichkeit der Substanz ist oder ob die Substanz über einen spezifischen oder unspezifische Transporter oder Rezeptoren verfügt, über welche Sie Zugang erhält.

Glucose als Hauptenergielieferant unseres Gehirns verfügt über sog. GLUT-1 Transporter, über welchen Sie sich Zugang verschafft. Bei kohlenhydratarmer Ernährung kann sich das Gehirn zwar über Ketonkörper versorgen, die Transportkapazität hierfür ist jedoch limitiert d.h.  kann es unter Umständen zu Leistungseinbußen der Gehirntätigkeit kommen.

Für den Sportler ist die Blut-Hirn-Schranke dann interessant, wenn es darum geht die Grundversorgung des Gehirns mit Glucose zu gewährleisten. Zugleich können bestimmte Substanzen ins Gehirn transportiert werden, welche dort für die Aussendung leistungsfördernder, Gesundheit erhaltender und  für die Regeneration förderlicher Befehle, Nährstoffe und Botenstoffe sorgen. Die Aminosäure Tryptophan, z.B. sorgt im Gehirn für die Sekretion von Serotonin, welches wie in Teil 1 erläutert, positive Auswirkungen auf die Regeneration und somit indirekte Auswirkungen auf das Muskelwachstum hat.

L-Dopa kann nach dem Übertritt für die Produktion des anregenden Neurotransmitters Dopamin sorgen.

Mit Koffein sorgen wir für die Ausschüttung von Adrenalin.

Zugleich wandern durch die Blut-Hirn-Schranke Substanzen, ausgehend vom Gehirn, welche in der Peripherie (am Herzen, an der Muskulatur oder in sonstigen Organen) eine bestimmte Wirkung entfalten.

Die Ausschüttung von Adrenalin sorgt z.B. für die im Training nötige Wachheit und Energie, indem es zur Bereitstellung von Nährstoffen aus den Speichern der Peripherie sorgt.

Eine Ausschüttung von Testosteron in den Hoden findet erst dann statt, wenn die über das Gehirn sezerniertes LH und FSH diese anstoßen.

Andere Botenstoffe ermöglichen überhaupt erst eine Muskelkontraktion.

Diese Aufzählung könnte man an dieser Stelle noch unendlich fortführen.

Insgesamt sorgt die Blut-Hirn-Schranke also für eine regelmäßige und kontrollierte Tätigkeit unseres Gehirns. Ohne diese sind wir weder lebens- noch leistungsfähig.

Das Gehirn

Allgemein

Das Gehirn ist die Schaltzentrale des menschlichen Körpers. Es besteht zu 80% aus Wasser, der Rest sind Nervenzellen, Leitungsbahnen, Stützgewebe, Blut- und Lymphgefäße, Hirnhäute und Lipide als Bausteine (auch Cholesterin), Eiweiß (viele freie Aminosäuren) und relativ wenig KH (als Blutzucker – Glukose oder die Speicherform Glykogen). Umgeben ist das Gehirn von einem Wasserkissen in welchem das Nervenwasser (Liquor) die Kammern des Gehirns durchströmt. Die untere Fortsetzung des Gehirns ist das Rückenmark, welches geschützt im Inneren der Wirbelsäule liegt

Das Gehirn hat beim Menschen einen Anteil von nur etwa 2 % der Körpermasse, benötigt aber etwa 20% der zugeführten Nährstoffe (Energie) für seine Funktion.

Es ernährt sich von Wasserstoff, Sauerstoff und Glucose (70-120gr/Tag), verfügt jedoch über äußerst geringe Reserven. Die Nervenzellen im Gehirn sind nicht in der Lage, den Energiebedarf anaerob, das heißt ohne elementaren Sauerstoff, zu decken. Eine Unterbrechung der Blutzufuhr zum Gehirn führt bereits nach ca. zehn Sekunden zur Bewusstlosigkeit und bereits wenige Minuten später sterben die Nervenzellen ab  (pro Min. ca. 10%). Je nach Aktivität eines Hirnareals können dessen Energiebedarf und -reserven sehr unterschiedlich sein. Um die Versorgung dem jeweiligen Bedarf anpassen zu können, regeln diese Areale ihre Blutversorgung selbsttätig.

Die  Blut-Hirn-Schranke

Allgemein

Die Blut-Hirn-Schranke ist der „Türsteher“ unseres Gehirns der über Eintritt und Auslass entscheidet.

Ein Netz von 100 Milliarden Kapillargefäßen durchzieht das Gehirn. Die Gesamtlänge der Gefäße beträgt ca. 600km. Etwa 610 ml Blut fließen pro Minute durch diese Gefäße.

Die Blut-Hirn-Schranke ist eine physiologische Barriere zwischen Hirnsubstanz und dem Blutkreislauf, welche den Stoffaustausch im zentralen Nervensystem (ZNS) kontrolliert.

Sie schützt das Gehirn vor im Blut zirkulierenden Krankheitserregern, Toxinen und Botenstoffen. Über Sie werden die vom Gehirn benötigten Nährstoffe zugeführt und die entstandenen Stoffwechselprodukte abgeführt. Die Ver- und Entsorgung des Gehirns durch die Blut-Hirn-Schranke wird dabei durch eine Reihe spezieller Transportprozesse gewährleistet.

Als Schutzfunktion des Gehirns erschwert die Blut-Hirn-Schranke, die medikamentöse Behandlung einer Vielzahl neurologischer Erkrankungen (Nerven). Sehr viele Wirkstoffe können die Blut-Hirn-Schranke nicht passieren. Letztlich muss das Gehirn, als steuerndes Organ, auch vor der Einwirkung körperfremder Stoffe, wie z.B. Krankheitserreger geschützt werden.

Folgen einer Störung des Gehirn-Milieus

Die Blut-Hirn-Schranke ist verantwortlich für den Erhalt eines konstanten Milieus im Gehirn.

Nur in einem konstanten Milieu, einer Homöostase, können alle Vorgänge im Gehirn störungsfrei ablaufen. Schwankungen des Blut pH-Wertes dürfen daher nicht an das Gehirn weitergegeben werden. Schwankungen der Kalium-Konzentration würden das Membranpotenzial der Nervenzellen im Gehirn verändern. In den Blutgefäßen zirkulierende Botenstoffe (Neurotransmitter), dürfen nicht in das zentrale Nervensystem gelangen, da sie den Informationsfluss der dort vorhandenen Synapsen erheblich stören würden.

Zudem sind die Nervenzellen bei einer durch eine Milieuschwankung hervorgerufenen Schädigung nicht regenerationsfähig.

Eine Reihe neurologischer Erkrankungen steht direkt oder indirekt mit der Blut-Hirn-Schranke in Verbindung.

Aufbau der Blut-Hirn-Schranke

Die wichtigsten Bestandteile der Blut-Hirn-Schranke sind:

  • Endothelzellen verbunden über sog. „Tight Junctions“
  • Die dazwischen liegende Basalmembran
  • Astrozyten welche für Funktion sowie Aufbau und Entwicklung der Blut-Hirn-Schranke von großer Bedeutung sind

Endothelzellen (Endothel)

Kapillargefäße im Gehirn werden, wie in den peripheren Blutgefäßen auch, von Endothelzellen gebildet. Endothelzellen im Gehirn unterscheiden sich von denen in peripheren Kapillaren dadurch, dass Sie keine Zwischenspalten zum Austausch von Teilchen zwischen Blut und Gehirn lassen. Man bezeichnet Sie daher auch als „kontinuierliche Endothelzellen“.

Eine Endozytose (Aufnahme von zellfremdem Material in die Zelle) findet in den Endothelzellen des Gehirns also nur sehr selten statt. (siehe „Parazellulärer Transport“)

Da das Endothel die eigentliche Barriere der Blut-Hirn-Schranke darstellt sind folglich auch dessen Eigenschaften für die Funktion der Blut-Hirn-Schranke entscheidend.

Endothelzellen lassen kaum Vesikeltransport zu (siehe „Tight Junctions“). Zudem verfügen Sie über hochaktive Enzyme, welche verschiedene Substanzen abbauen bevor Sie ins Gehirn gelangen (die sog. metabolische Barriere). Die Anzahl der Mitochondrien in den Endothelzellen ist sehr hoch. Es ist daher anzunehmen, dass diese einen hohen Energiebedarf haben.


.

.

.

.

Tight-Junctions

Endothelzellen sind über feste Zell-Zell-Verbindungen, die sog. Tight Junctions, miteinander verbunden. Tight Junctions liefern einen wesentlichen Beitrag für die sichere Funktion der Blut-Hirn-Schranke. Sie schließen einen parazellulären Transport, d.h. einen Stoffaustausch zwischen den Zellmembranen benachbarter Endothelzellen, praktisch aus. Mehrere Proteinverbindungen (siehe Abbildung) fungieren hier als Sicherungseinrichtungen.


.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

Basalmembran

Die Endothelzellen sind von einer kollagenähnlichen Proteinschicht, der Basalmembran, vollständig umgeben. Sie dient zu deren Schutz und grenzt an die Plasmamembran der Astrozyten an.

Astrozyten

Die Astrozyten stehen in unmittelbarer Wechselwirkung mit den Endothelzellen. Sie gehören zu den Zellen des zentralen Nervensystems und steuern in den Endothelzellen, die Funktion der Blut-Hirn-Schranke. Sie schütten eine Reihe von Botenstoffen aus, welche sich auf die Durchlässigkeit des Endothels auswirken.

Endothelzellen produzieren umgekehrt einen Wachstumsfaktor (LIF), welcher zur Entstehung der Astrozyten beiträgt.

Neben der Steuerung der Durchlässigkeit, der Blut-Hirn-Schranke sorgen Astrozyten, für die Versorgung der Nervenzellen im Gehirn und produzieren einen Großteil des im Gehirn vorhandenen Cholesterins. Cholesterin aus der Ernährung, kann die Blut-Hirn-Schranke nicht passieren, daher muss es lokal innerhalb des Gehirns hergestellt werden.

Etwa 25% der im gesamten Körper befindlichen Cholesterinmenge, befindet sich im Gehirn.

Die eigentliche Barriere ist somit das Endothel selbst. Weder die Basalmembran noch die Astrozyten stellen eine Barriere dar, gehören jedoch trotzdem unterstützend dazu.












.

Der Übertritt über die Blut-Hirn-Schranke

Unterscheidung passiver und aktiver Transport

Ein passiver Transport durch die Blut-Hirn-Schranke, findet ohne Energieaufwand anhand eines Konzentrationsgefälles (-gradienten) statt.

Teilchen wandern immer vom Ort der hohen Konzentration, zum Ort der niedrigen Konzentration bis Gleichgewicht herrscht.

Der Materialfluss verläuft proportional zur Konzentration und kann von der Zelle nicht gesteuert werden.

Aktiv kann unter Energieverbrauch von ATP ein Transport anhand sog. „Pumpen“ auch gegen einen Konzentrationsgradienten stattfinden.

Findet der Transport einer Substanz vom Blut über die Blut-Hirn-Schranke in das Gehirn statt, so spricht man von Influx („Einströmen“). In umgekehrter Richtung also beim Transport einer Substanz aus dem Gehirn über die Blut-Hirnschranke in das Blut spricht man von Efflux („Abfluss“).

Parazellulärer Transport

Der bei peripheren Kapillaren, mögliche passive Stofftransport vom Blut zu Organen und Muskeln zwischen den Zellmembranen, benachbarter Endothelzellen hindurch, ist im Gehirn aufgrund der dort befindlichen Tight Junctions kaum möglich und daher nicht relevant.

Diffusion

Diffusion ist die einfachste Form, des Transportes durch die Blut-Hirn-Schranke. Diffusion kann prinzipiell, sowohl durch die Endothelzellen als auch durch die Tight Junctions erfolgen.

Jede Diffusion strebt den Ausgleich von Stoffkonzentrationen oder den Ausgleich eines elektrochemischen Gradienten an. Der Transport findet passiv statt.

Durch die lipophilen („fettfreundliche“) Eigenschaft der Zellmembran und das Vorhandensein der dichten Verknüpfungen über die Tight Junctions, gibt es nur wenige Substanzen, welche die Blut-Hirn-Schranke auf diese Art überwinden können. Beispiele hierfür wären Nikotin, Alkohol,O2, CO2, Koffein, Ethanol, Glycerin, Ascorbinsäure (Vitamin C), Mannitol (Malzzucker) und Harnstoff.

Zwischen der Fettlöslichkeit und der Durchlässigkeit, der Blut-Hirn-Schranke besteht ein direkter Zusammenhang. Bei der molekularen Masse ist dieser Zusammenhang umgekehrt.

Fettlösliche Substanzen können prinzipiell, am leichtesten die aus Fettsäuren aufgebaute Plasmamembran der Zellen passieren.


Das heißt je lipophiler und kleiner eine Verbindung ist, umso leichter kann sie durch das Endothel hindurch diffundieren.

ABER

Fettlöslichkeit und kleine Molekülgröße sind keine Garantie für eine mögliche Diffusion zum Gehirn. Über 98 % aller niedermolekularen Medikamente sind nicht in der Lage, die Blut-Hirn-Schranke zu passieren. Hochmolekularen Substanzen gelingt der Übertritt generell nicht.

Für die Diffusion sind kleine, in der Zellmembran befindliche Hohlräume verantwortlich.

Die Substanz wandert quasi mit dem Hohlraum durch die Zelle.

Carrier-vermittelter Transport

Lebenswichtige Nährstoffe wie Glucose und viele Aminosäuren sind zu polar und zu groß, um parazellulär oder über Diffusion in ausreichender Menge, dem Gehirn über die Blut-Hirn-Schranke zu Verfügung gestellt zu werden. Für diese Moleküle gibt es in der Zellmembran ein spezielles Transportsystem: den sog. Carrier-vermittelten Transport über Transportproteine.

Was sind Transportproteine?

Wir kennen Transportproteine z.B. aus dem Blutkreislauf. Ein Transportprotein ist eine Art Taxi auf der Blutautobahn, ohne welches bestimmte Substanzen wie z.B. Fettsäuren oder einige Hormone sich dort nicht fortbewegen können (SHBG, Albumin; HDL, LDL).

Andere Transporter befinden sich am Übergang, vom Blut zur Zelle und ermöglichen dort den Eintritt (wie auch in unserem Fall der Blut-Hirn-Schranke, GLUT-4).

Auch in der Zelle gibt es Transporter, welche den intrazellulären Weitertransport übernehmen.

GLUT-1 (Glukosetransporter-1)

Bei GLUT-1 Transportproteinen handelt es sich um Uniporter, d.h. Sie können nur in eine Richtung arbeiten. Sie befinden sich sowohl auf der luminalen (dem Gehirn zugewandten), wie auf der abluminalen (dem Blut zugewandten) Membran. GLUT-1 ist natriumabhängig und erleichtert durch seine Funktion die Diffusion. Der Transport findet auch hier entlang eines Konzentrationsgefälles statt, d.h. ohne Energieaufwand (passiv). GLUT-1 Transporter sind hauptsächlich dazu da, das Gehirn mit dessen Haupt- Brennstoff Glucose zu versorgen. Eine erblich bedingte Minderung der GLUT1-Expression, führt zu Mangel an Glucose im Hirn, Epilepsie und geistiger Behinderung.

Subtanzen wie L-Lactat und Ketonkörper, werden mit niedriger Kapazität transportiert. Im Fastenzustand wird durch Induktion und Aktivierung von GLUT-1 die Aufnahme von Ketonkörpern gesteigert. Deren Verbrennung ist im Gehirn durch die Transportkapazität limitiert.

Auch Substanzen wie z.B. Ascorbinsäure (Vitamin C), werden in oxidierter Form über die Glukosetransporter dem Gehirn zugeführt.

Sonstige Transporterproteine

Weitere Nährstoffe, Vitamine, Hormone und Spurenelemente werden anhand spezifischer Transportproteine, ebenfalls passiv durch die Blut-Hirn-Schranke geschleust. (z.B. MCT1 oder  MCT2) Taurin hat seinen eigenen Transporter aus dem Gehirn (TAUT)

A-Systeme sind natriumabhängige Cotransporter für GABA, Glycin, Prolin, Alanin und weitere kurze Aminosäuren, welche ausschließlich aus dem Gehirn (abluminal) transportieren.

ASC-Systeme sind natriumanhängige Cotransporter für Alanin, Serin und Cysteine, welche ebenfalls nur aus dem Gehirn (abluminal) transportieren

L-Systeme sind natriumabhängige Uniporter, für neutrale Aminosäuren wie z.B. Leucin und Valin. Sie sorgen dafür, dass die für das Wachstum und normale Funktion wichtigen Aminosäuren ausreichend zur Verfügung stehen. An L-Systeme kann auch L-DOPA andocken, der Vorläufer des Neurotransmitters Dopamin.

MDR (Multi-Drug-Resistance transporter) als Beispiel, sind Transportproteine, welche für den Transport diverser Substanzen, inkl. Steroidhormone, Antibiotika, Zytostatika usw. vom Gehirn ins Kapillarlumen zurück verantwortlich sind. (Efflux). Hierfür benötigen Sie ATP. (aktiv)

Rezeptor-vermittelter Transport (Endoztytose)

Für bestimmte Substanzen gibt es an der Blut-Hirn-Schranke spezifische Rezeptoren. Rezeptoren sind Schlösser, welche sich meist auf der Zelloberfläche befinden. Diese können nur mit einem bestimmten Schlüssel, nämlich der für ihn bestimmten Substanz aufgeschlossen werden und so Zugang zum Endothel ermöglichen.

Das Rezeptor / Schlüssel-Schloss-Prinzip ist auch aus der Peripherie wie z.B. dem Übergang von Nährstoffen in die Muskelzelle über Insulin bekannt. Hier muss Insulin durch andocken an den spezifischen Insulinrezeptor an der Muskelzelle, diese erst aufschließen, um den Zugang für Glucose zu ermöglichen.

An der Blut-Hirn-Schranke gibt es unter anderem spezifische Rezeptoren für Leptin, Insulin und  IGF-1.

Die Rolle des Insulins im Gehirn ist noch nicht genau definiert.

Adsorptionsvermittelter Transport

Elektrostatische Wechselwirkungen zwischen der negativ geladenen Endothelzelloberfläche und positiv geladenen Substanzen bewirken einen Transport durch das Zytoplasma der Endothelzellen.

Diese Transportform durch das Endothel der Blut-Hirn-Schranke ermöglicht einen höheren Grad des Stofftransportes als der Rezeptor vermittelte Transport von extrazellulärem Material durch die Zelle hindurch. (Transtytose)

Metabolische Schranke

Durch Enzyme (z.B. g-Glutamyl-Transpeptidase, alkalische Phosphatase, Monoaminoxidase, Adenylatcyclase und P-170) werden aufgenommene Substanzen modifiziert und abgebaut. Eine besondere Rolle kommt hier dem P-Glykoprotein (auch P-170) zu, welches unter ATP-Aufwand (aktiv) Steroidhormone, natürliche Toxine und Medikamente transportiert.

Bedeutung der Blut-Hirn-Schranke in der Pharmaindustrie

Für die Pharmaindustrie ist das Ausmaß, in welchem eine Substanz die Blut-Hirn-Schranke passieren kann eine wichtige Größe. Dies gilt sowohl für Medikamente die ihre Wirkung im Wesentlichen im zentralen Nervensystem entfalten sollen, als auch für Medikamente die nur in der Peripherie wirksam sind. Um dies zu überprüfen wird ein möglicher Übertritt in vivo (mit Modellorganismen – Tierversuchen), in vitro (an Zellkulturen) oder in silico (per Computersimulationen) getestet.

Durch den bei Säugetieren weitgehend gleichen Aufbau der Blut-Hirn-Schranke sind die in-vivo-Ergebnisse gut auf den Menschen übertragbar.

98% der potentiellen Medikamente für die Beeinflussung des ZNS können die Blut-Hirn-Schranke nicht überwinden.

Exogene Einwirkungen auf die Blut-Hirn-Schranke

Alkohol

Alkoholmissbrauch ist ein Hauptrisikofaktor für Nervenerkrankungen, Entzündungen und für die Anfälligkeit gegenüber bakteriellen Infektionen.

Darüber hinaus schädigt chronischer Alkoholkonsum die Blut-Hirn-Schranke, worin ein wesentlicher Einflussfaktor für die Entstehung einiger Erkrankungen gesehen wird, welche zum Niedergang von Nervenzellen führen. Alkohol vermag es, die Integrität der Blut-Hirn-Schranke in Mitleidenschaft zu ziehen. Oxidativer Stress, hervorgerufen durch Alkohol, führt ebenfalls zu einer Schädigung der Blut-Hirn-Schranke. Funktionsstörungen der Blut-Hirn-Schranke erleichtern den Eintritt von Leukozyten ins Gehirn, wodurch entzündliche Erkrankungen der Nervenzellen begünstigt werden.

.

Nikotin

Chronischer Nikotinmissbrauch hat vielfach negative Auswirkungen wie z.B. auf die Bronchien, das kardiovaskuläre System oder auf die Gedächtnisleistung (Demenz).

In Bezug auf die Blut-Hirn-Schranke führt chronischer Nikotinkonsum zu Veränderungen in dessen Funktion und Aufbau. Bei Testsubstanzen wurde eine erleichterte Durchlässigkeit festgestellt. Auch Coli-Bakterien wird der Übertritt ins Gehirn erleichtert.

Elektromagnetische Wellen (Mobilfunk)

Gesundheitlich negativen Wirkungen elektromagnetischer Strahlung im Mega- bis Gigahertz-Bereich bei hoher Energiedichte sind belegt. Dem gegenüber werden Wirkungen der gleichen Strahlung mit geringerer Energiedichte, wie sie hauptsächlich im Mobil- und Datenfunk benutzt wird, kontrovers diskutiert. Die Auswirkungen auf die Blut-Hirn-Schranke sind dabei auch ein Thema. Bei hoher Energiedichte elektromagnetischer Strahlung wird in betroffenem Körpergewebe eine signifikante Erwärmung beobachtet. Im Schädel kann diese Erwärmung die Blut-Hirn-Schranke beeinflussen und durchlässiger machen. Derartige Effekte werden auch durch die Einwirkung von Wärmequellen an peripheren Körperstellen nachgewiesen.

Ergebnisse aus Studien kommen hier jedoch noch zu uneinheitlichen Ergebnissen.

Unnatürliche Öffnung der Blut-Hirn-Schranke

Neben oben genannten Faktoren welche exogen (von außen) auf die Blut-Hirn-Schranke einwirken können auch Hirntumore (die Gefäße maligner Tumoren weisen keine Blut-Hirn-Schranke auf), Infekte, Abszesse, Infarkte, Blutungen oder Vergiftungen zu einer unnatürlich hohen Durchlässigkeit der Blut-Hirn-Schranke führen.

Schlusswort

Wenn gleich die Ausführungen in diesem BLOG teilweise sehr abstrakt sind, ist es dennoch interessant sich über die Abläufe im Hintergrund im klaren zu sein um ein besseres Verständnis für das GROSSE GANZE zu entwickeln.

Bis zum nächsten BLOG verbleibe ich mit sportlichen Grüßen

Euer

Holger Gugg

www.body-coaches.de

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.


Hinterlasse eine Antwort

Um einen Kommentar zu hinterlassen, musst du angemeldet sein.