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Kampfsport

Kampfsport ist ein Sammelbegriff für Sportarten, die die Bekämpfung eines Gegners im Fokus haben. Generell werden damit die asiatischen Stile bezeichnet, aber auch Boxen und Ringen fällt darunter. Besonders die Kampfkünste aus Asien sorgen aber nicht nur für eine Stärkung des Körpers, sondern auch des Geistes. Die Philosophie dahinter ist immer eine andere; teilweise gilt, seinen Körper und Geist in Einklang zu bringen durch die bewusst durchgeführten Bewegungen, teilweise ist aber auch die Bewegung an sich schon das Ziel. Je nach Sportart, die ausgeübt wird, ist eine andere Mentalität bei den Sportlern zu bemerken. Sicher ist nur: eine Kräftigung des Körpers findet in jedem Fall statt sowie ein Aufbau der Muskeln und eine höhere Kondition. Wenn der Tag durch einen Bürojob von fehlender Bewegung dominiert wird, kann durch die Kampfkünste ein guter Ausgleich geschaffen werden.

Es gibt übrigens einen Unterschied zwischen Kampfkunst und Kampfsport; ersteres bedeutet, sich auf reale Begebenheiten vorzubereiten, letzteres sich auf eine Konfrontation mit dem Gegner zu Wettkampfregeln einzustellen. Da die hierzulande gelernten Stile sowohl im Wettkampf als auch auf der Straße angewandt werden können, werden die beiden Begriffe für diesen Artikel synonym verwendet. Zu beachten ist aber, dass Menschen, die einen solchen Kampfstil beherrschen, ihrem möglichen Kontrahenten auf der Straße mitteilen müssen, dass sie darin geübt sind. Andernfalls kann die Verteidigung als Körperverletzung ausgelegt werden. Die hier vorgestellten Sportarten wurden eben für den Kampf entwickelt - und können daher in diesem auch gewinnbringend eingesetzt werden. In den unterschiedlichen Disziplinen gibt es aber einige Unterschiede, die betrachtet werden sollten. Wenn einem Karate nicht zusagt, kann dennoch eine andere Kampfsportart genau das richtige für einen sein.

1. Karate - Eine Mischung aus japanischen und chinesischen Kampfstilen

Eine Inselgruppe östlich von China und südlich von Japan namens Okinawa ist der Ursprung der Karate-Technik. Heutzutage gehört Okinawa zu Japan, in der Anfangszeit des Kampfsports waren aber japanische und chinesische Bewohner und dadurch auch Sportstile auf der Insel vertreten, die sich miteinander vermischten. Um 1900 kam zum ersten Mal der Begriff „Karate“ auf, Ende der 1950er wurde die Kampfkunst in Deutschland bekannt. Es gibt einige Trainingsvarianten dieses Stils, die verschiedene Schwerpunkte legen. Die hierzulande bekannte Variante ist das Shotokan-Karate; bei dieser Form liegt der Fokus auf einem tiefen Stand, der dynamische und kraftvolle Bewegungen ermöglicht. Es gibt noch drei andere Stilrichtungen, diese werden in Deutschland aber beinahe nicht angeboten. Im Goju-Ryu-Stil sind Elemente des chinesischen Boxens enthalten, die Variante Shito-Ryu vereint Künste der Shaolin mit einer Verbindung von Wurftechniken und Wado-Ryu vereint hauptsächlich japanische Aspekte der Hebel-, Wurf-, Tritt- und Schlagtechniken.

1.1 Was zeichnet die Sportart aus?

Da Shotokan am häufigsten in Deutschland gelehrt wird und dieser Karatestil generell am bekanntesten ist, ist dieser am interessantesten zu betrachten. Karate ist ein Kampfsportklassiker - beinahe jedem ist dieser Name ein Begriff. Er zeichnet sich durch geradlinige Stöße, Tritte und Schläge aus. Geblockt wird mit Händen und Armen, die Füße sorgen für den festen Stand. Vor allem das Dosieren der Kraft spielt eine große Rolle; ein fortgeschrittener Karateschüler kann seine Bewegungen so koordinieren, dass sie erst am Ende ihre volle Kraft entfalten. Beim Karate wissen die Sportler daher meist genau, welche Kraft sie gerade zur Verfügung haben und wie sie diese vermindern oder sogar noch vergrößern können - eine ständige Konzentration und eine hohe Körperbeherrschung sind dafür erforderlich.

1.2 Der Aufbau des Trainings

Der übliche Aufbau eines Trainings beinhaltet ein Warm-Up, um die Muskeln und Sehnen aufzuwärmen. Joggen oder auch ein Mannschaftsspiel eignen sich dafür gut. Die Technikschule ist danach angebracht; in dieser lernen die Schüler bestimmte Bewegungsabläufe kennen, die sie im Kampf einsetzen können. Teilweise wird hier, zumindest bei Anfängern, auch die Fallschule mit eingebracht. Für das Training ebenfalls wichtig, sind spezielle Kraftübungen; Liegestützen etwa oder eine fließende Bewegung von der Kniebeuge in einen Tritt und wieder zurück.

Karate
Abbildung 1: Gerade Stöße und ein fester Stand - Im Karate wird eine hohe Koordination der Bewegungen verlangt.

1.3 Wichtige Begriffe

Karate-BegriffErläuterung
Kata Vorführung der Grundtechniken in einer festgelegten Kombination - der Gegner ist imaginär
Gedan Angriff unterhalb der Gürtellinie
Chudan Angriff oberhalb der Gürtellinie bis zum Hals
Jodan Angriff zielt auf den Kopf
Hajime Anfangen
Seiza In Fersensitz hinsetzen
Yoi Achtung
Kumite-Kamae Aufstellung zum Partnertraining: rechtes oder linkes Bein in Schrittstellung zurücksetzen, Ausholen, die Abwehr fokussiert sich auf den Bereich unterhalb der Gürtellinie
Gedan-Kamae Aufstellung zur Grundschule: Schrittstellung, die Abwehr konzentriert sich auf den Bereich unterhalb des Gürtels

 

2. Die thailändische Nahkampftechnik Muay Thai

Der Legende nach veranstaltete der König von Birma um 1770 einen Schaukampf zwischen birmanischen Boxchampions und versklavten Soldaten aus Thailand; einer dieser Gefangenen war in der thailändischen Kampfkunst Muay Thai unterrichtet und besiegte dadurch die zehn besten Birmanen. Die Kampfkunst aus Thailand ist für den Nahkampf ausgelegt und durch ihre Einfachheit sehr effektiv; von den Birmanen aus brauchte sie aber noch einige Zeit bis zur internationalen Bekanntheit. Erst 1984 wurde in Amsterdam der erste, internationale Verband für diesen Kampfsport gegründet. Dafür ist er heute aber beliebter denn je; immerhin bietet Muay Thai ein intensives Ganzkörpertraining, vor allem Ausdauer und Kraft werden dabei geschult.

Muay ThaiAbbildung 2: Boxelemente in Verbindung mit Stößen und Tritten machen Muay Thai aus.

2.1 Was zeichnet die Sportart aus?

Muay Thai hat leichte Einschläge der Sportart Boxen. Daher sind die Basistechniken etwas leichter zu erlernen im Vergleich mit anderen Kampfsportarten; die Koordination muss dafür noch nicht ganz so stark ausgeprägt sein. Neben den klassischen Boxtechniken mit den Fäusten können zudem Ellenbogen und Beine für Stöße und Tritte genutzt werden. Typisch sind vor allem kraftvolle, runde Kicks mit dem Schienbein. Die Ausführung der Techniken ist sehr kraftbetont und direkt; eine Übung aus den frühen Jahren, die so heutzutage fast nicht mehr angewendet wird, zeigt dies sehr gut: Der Schüler stand im Wasser, vor ihm lag eine Kokosnuss auf der Oberfläche. Diese musste er so lange mit Schlägen und Stößen traktieren, bis sie unterging. Mittlerweile sieht das Training aber etwas anders aus.

2.2 Der Aufbau des Trainings

Gezielte Kraft- und Abhärtungsübungen spielen eine große Rolle. Klimmzüge, Liegestütze und Crunches gehören dazu - in vielen verschiedenen Varianten. Neben dem Kraftaufbau steht die Technik im Fokus. Diese wird entweder mittels Schattenboxen trainiert, oder mit einem Sandsack. Auch Partner- und Pratzentraining wird verwendet, je nach Ausbildungsstand des Schülers. Für den Anfang ist der Sandsack eine gute Möglichkeit, damit der Trainer die Technik korrigieren kann, wenn dies notwendig ist. Bei fortgeschrittenem Trainingsstand ist auch ein Sparring möglich.

2.3 Wichtige Begriffe

Muay-Thai-BegriffErläuterung
Kao Knietechniken; grobe Gliederung in Techniken mit und ohne Umklammerung des Gegners
Mad Fausttechniken; sehr effektiv, führen meist zu einem K.O.
Sok Ellenbogentechniken; in keiner anderen Sportart sind sie so perfektioniert
Clinch Umklammerung der Gegner; anders als beim Boxen werden sie nicht getrennt, sondern attackieren sich mit Ellenbogen- und Kniestößen
Theep/Dae Beintechniken; werden mit der Kraft des ganzen Körpers durchgeführt, der Gegner soll gedanklich nicht nur getroffen, sondern durchtreten werden

 

3. Teakwondo - Schnelle Bewegungen aus Korea

Flinke Beine und eine bewegliche Hüfte - dies sind die positiven Auswirkungen des Kampfsports aus Korea. Die Anfänge dieses Stils liegen allerdings im Dunkeln. Eine traditionelle Form des Teakwondo muss schon vor der heutigen, modernen Form existiert haben. Woher diese stammt, ist aber nicht belegt. Der General Shoi Hong Hi gilt aber als Begründer des modernen Stils dieser Kampfkunst. Er entwickelte sie nach dem zweiten Weltkrieg und führte sie in der Armee ein. Mitte der 1960er Jahre erreichte Teakwondo schließlich Deutschland. Die Kampfsportart wurde so beliebt, dass sie seit 2000 sogar bei den Olympischen Spielen zu finden ist.

3.1 Was zeichnet die Sportart aus?

Schnelligkeit ist bei dieser Kampfkunst sehr wichtig. Die Arme und Hände werden zudem vernachlässigt, sie dienen eher als Deckung; auf den Füßen liegt der Fokus. Die Fußtechniken sind vielfältig. Von den Tritten gibt es unzählige Variationen - zum Bauch, zum Kopf, gesprungen oder auch mehrmals gedreht. Da eine gewisse Streckung des Beins gegeben sein muss, um mit dem Fuß bis zum Kopf des Gegners zu kommen, ist es hilfreich, wenn der Spagat gelernt wird. Durch die Schnelligkeit und die weiten Bewegungen wird außerdem die Flexibilität des Körpers erhöht.

3.2 Der Aufbau des Trainings

90 Minuten dauert üblicherweise eine Trainingseinheit. Die Zeit ist aufgeteilt in drei Blöcke: Warm-Up und Dehnen, Technikübungen, Zweikämpfe. Vor allem das Dehnen ist wichtig, um die Beweglichkeit zu erhöhen. Eine beliebte Übung hierbei ist folgende: Ein Schüler geht in die Hocke, ein anderer legt seinen Unterschenkel auf dessen Schulter, das Bein ist gestreckt. Der hockende Schüler richtet sich dann langsam auf. Durch die so entstandene, verbesserte Dehnung der Beine ist ein Tritt zum Kopf hin leichter möglich. Teilweise gibt es in den Teakwondo-Schulen auch speziellen Selbstverteidigungsunterricht - in diesem Fall werden die Techniken erlernt, die am schnellsten auf der Straße umgesetzt werden können, ohne langjähriges Training vorweg.

TeakwondoAbbildung 3: Die Fußarbeit steht im Vordergrund - für Tritte bis zum Kopf ist es sinnvoll, den Spagat zu erlernen.

3.3 Wichtige Begriffe

Teakwondo-BegriffErläuterung
Guman Aufhören, Ende der Übung
Paro/Roo Zurück zur Startposition, Lockern
Sitchak Anfangen, starten
Charyot Achtung
Ha-Dan Angriffsfläche liegt unterhalb des Gürtels
Chung-Dan Angriffsfläche liegt zwischen Gürtel und Schulter
Sang-Dan Angriffsfläche geht vom Hals an aufwärts

 

4. MMA - viele Kampfkünste zu einem Stil vereint

Mixed Martial Arts - kurz MMA - bedeutet auf Deutsch „vermischte Kampfkünste“. Genau dies macht diesen Sport auch aus: Den Besten der Besten aus den verschiedenen Disziplinen zu finden. Die Ursprünge sind schon im alten Griechenland zu finden; damals hieß dieser Sport aber noch Pankration und verlangte den Kontrahenten viel ab - gekämpft wurde, bis einer aufgab oder die Sonne unterging. Im Falle des Unentschiedens bei Sonnenuntergang wurde eine Klimax durchgeführt: Die Gegner schlugen sich so lange gegenseitig auf den Kopf - ohne diesen zu schützen -, bis einer umfiel. Bevor diese Anfänge aber zu den heutigen MMA-Kämpfen wurden, verging viel Zeit. Die verschiedenen Religionen sowie die Kriege drängten die Suche nach dem besten Kämpfer in den Hintergrund. Die ersten MMA-Begegnungen fanden 1990/91 in Deutschland statt; 1994 wurde die erste reine Veranstaltung für Mixed Martial Arts durchgeführt. Seitdem ist dieser Kampfsport wieder im Bewusstsein der Bevölkerung angekommen und wird von seinen Anhängern begeistert trainiert.

4.1 Was zeichnet die Sportart aus?

Es gibt zwei Kategorien der Kampfkunst: Die Stehkampfsportarten, wie Teakwondo und Karate, sowie die Bodenkampfsportarten, wie Judo oder Ringen. Das Besondere an MMA ist, dass beide Kategorien miteinander vermischt werden. Ein Ringer kann auf einen Muay-Thai-Boxer oder einen Karate-Kämpfer treffen - es ist alles möglich. Wer diese Sportart erfolgreich ausführen möchte, sollte daher neben seinem Grundkampfstil auch andere erlernen, um deren Stärken und Schwächen zu kennen. Flexibilität, nicht des Körpers, sondern des generellen Angriff- und Verteidigungsstils, zeichnet diese Sportart aus. Der gesamte Körper wird trainiert, damit in einem Kampf kräftige Schläge und Tritte ausgeführt werden können.

4.2 Der Aufbau des Trainings

Für Anfänger ist dieser Sport nicht geeignet. Es sollte eine Grundkenntnis im Kampfsport bestehen. Ein Stil sollte zudem aktiv ausgeübt werden; ein Mindestmaß an Körpergefühl ist Voraussetzung für das MMA-Training. Das Training an sich orientiert sich zuerst an Kraft und Ausdauer, erst danach an der Technik. Diese wird zusammen mit Partner oder mit einer Pratze geübt. Als Abschluss einer Trainingseinheit sind die lockernden und kräftigenden Übungen nicht zu vergessen, um den Körper wieder zu entspannen.

MMA

Abbildung 4: Eine Kombination aus Boden- und Stehkampf ist bei den MMA-Sportlern zu finden.

4.3 Wichtige Begriffe

MMA-BegriffErläuterung
Guard Position Der unterlegene Kämpfer versucht, den anderen so nah wie möglich an sich heranzuholen, um die Bewegungsfreiheit einzuschränken
Mount Position Aus dieser Position heraus hat der Kämpfer volle Kontrolle über seinen Gegner; jeder MMA-Kämpfer strebt diese Position an
Takedown Den Gegner mit einer Hebelaktion zu Boden bringen
Sweep Unten liegender Kämpfer tauscht Position mit dem über ihm stehenden Gegner
Clinch Gegner wird im Stand gehalten, um ihn zu kontrollieren oder zu werfen
Submission Kämpfer gibt wegen Unterlegenheit auf

 

5. Fazit: Kampfsport und Kampfkunst liegen nah beieinander - Eigene Prioritäten helfen bei der Wahl der passenden Sportart

Ob Kampfkunst oder Kampfsport - jeder der Kampfstile benötigt eine hohe Körperbeherrschung und Flexibilität. Welcher der richtige für einen ist, entscheiden die persönlichen Prioritäten; bei einem Fokus auf die Beinarbeit ist Teakwondo zu nehmen, wenn auch Elemente aus dem Boxen interessant sind, ist Muay Thai die richtige Variante. Ist eine Entscheidung partout nicht möglich, so kann noch MMA gewählt werden. Dies bietet sich aber erst an, sobald in einer Kampfsportart das Anfänger-Level überschritten wurde. Andernfalls ist das Training durch die hohen Ansprüche beinahe nicht durchzuführen. Zur Selbstverteidigung können aber alle diese Sportarten eingesetzt werden; es ist daher nicht zwingend nötig, auf einen Wettkampf hin zu trainieren. Allein die Stählung des Körpers, das Aufbauen der Muskeln und die erhöhte Kondition ist für viele Anreiz genug, einen der Kampfstile zu lernen.

 

Bildquellen:

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  • Bild 2: © xalanx - Fotolia.com
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